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Saisonende für den VC Dresden - Philipp Collin wechselt nach Frankreich

Saisonende für den VC Dresden - Philipp Collin wechselt nach Frankreich

Ein Wunder konnten die Volleyballer des VC Dresden zum Abschluss der Saison nicht mehr vollbringen. Sie verloren vor einer erneut starken Kulisse von 1474 Zuschauern in der Margon-Arena auch das zweite Playoff-Viertelfinalspiel gegen die Berlin Recycling Volleys klar mit 0:3 (10:25, 22:25, 10:25).

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Trainer Sven Dörendahl (l.) bedankt sich bei Philipp Collin für eine tolle Saison und verabschiedet seinen Spieler nach Frankreich.

Quelle: soccerfoto.de

Damit wiederholte der Titelverteidiger aus der Hauptstadt das Ergebnis der ersten Partie und zog souverän ins Halbfinale ein, wo nun der TV Bühl wartet.

Trotz der Niederlage feierten die Fans noch einmal die Dresdner Männer, die mit dem Erreichen des Viertelfinales vorfristig den Klassenerhalt perfekt gemacht und damit das Soll schon übererfüllt hatten. In die ausgelassene Stimmung mischte sich allerdings auch Wehmut, denn ein Spieler wird definitiv im nächsten Jahr nicht mehr im Aufgebot stehen: Mittelblocker Philipp Collin verlässt die Dresdner in Richtung Süden. Der 22-Jährige, der wegen eines Muskelfaserrisses gestern nicht auflaufen konnte, verriet: "Ich wechsle zum französischen Meister Tours Volley-Ball."

Den Kontakt stellte der belgische Bundestrainer Vital Heynen über einen Spielervermittler her. Bei Tours schmettert in dieser Saison übrigens auch der 136-fache deutsche Nationalspieler Marcus Popp. Das französische Team holte seit 2003 dreimal den Landesmeistertitel, sechsmal den Pokal und wurde 2005 Champions League-Sieger. "Das ist eine große Herausforderung für mich. Immerhin kann ich damit in der nächsten Saison auch in der Champions League spielen", so Collin, der von Heynen ab 1. Mai auch zu den Lehrgängen der deutschen Nationalmannschaft eingeladen ist. Für seinen Trainer und Förderer Sven Dörendahl, der das Talent schon in Spergau unter seiner persönlichen Obhut hatte, ist der Abschied umso trauriger: "Schade, dass er uns verlässt, er ist mir in den letzten Jahren sehr ans Herz gewachsen. Aber sein Schritt ist schon nachzuvollziehen."

Natürlich fehlte der Mittelblocker gestern seinem VC-Team, das gegen den Titelverteidiger nicht noch einmal glänzen konnte. In den Sätzen eins und drei diktierten die Gäste das Geschehen auf dem Feld nach Belieben. Lediglich im zweiten Durchgang konnten die Elbestädter bis fast zum Schluss dagegen halten. Der Berliner Robert Kromm meinte: "Ich hatte mir die Aufgabe schon etwas schwerer vorgestellt." Und VC-Trainer Sven Dörendahl gab zu: "Dass uns zum Schluss ein wenig die Luft ausging, ist normal und war auch schwer aufzuhalten. Natürlich waren die beiden deutlichen Sätze eine Katastrophe. So wollten wir uns nicht verabschieden, aber dass wir es überhaupt so weit geschafft haben, war eine Überraschung und darauf kann die Mannschaft stolz sein." Selbst Gäste-Trainer Mark Lebedew gratulierte dem Liga-Neuling herzlich: "Glückwunsch an die Dresdner für den Klassenerhalt. In Berlin haben sie noch etwas stärker gespielt. Aber wir haben auch weiter zugelegt, konnten in vielen Kleinigkeiten sicherer agieren." Und auch Nationalspieler Kromm bestätigte: "Wir haben die Aufgabe absolut ernst genommen und sind von Beginn an sehr konzentriert zu Werke gegangen."

Trotz des vorfristig erreichten Klassenerhalts auf sportlicher Ebene sehen die beiden Geschäftsführer Jan Pretscheck und Matthias Broda den Erstliga-Verbleib des VC wirtschaftlich gefährdet. "Mit einem Etat von 150 000 Euro werden wir nicht noch einmal antreten. Unter 250 000 Euro brauchen wir gar nicht anfangen, wenn wir einigermaßen wettbewerbsfähig sein wollen. Selbst mit einem Budget von 300 000 Euro wären wir noch der Zwerg in der Liga", betont Broda, der erneut ein Bekenntnis der Stadt bzw. der städtischen Unternehmen zum Projekt "Männervolleyball" in Dresden einfordert. Mit der finanziellen Aufstockung wollen die Elbestädter unter anderen auch einen festangestellten Trainer bezahlen. Dörendahl würde für das Amt zur Verfügung stehen, meint aber auch: "Ich muss schon davon leben können." Bis 1. April muss die Meldung für die Eliteliga bei der DVL abgegeben werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.03.2013

Astrid Hofmann

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