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Sachsens Wintersportorte suchen nach Alternativen

Skizentren Sachsens Wintersportorte suchen nach Alternativen

Die sächsischen Wintersportorte suchen angesichts des Klimawandels nach Alternativen für schneearme Winter. Vor allem für das Nachwuchstraining sei Schnee wichtig, um weiterhin erfolgreiche Sportler aus Sachsen zu haben, so der Geschäftsführer vom Skiverband Sachsen, Derrick Schönfelder.

 
 

Quelle: dpa

Oberwiesenthal.  Die sächsischen Wintersportorte suchen angesichts des Klimawandels nach Alternativen für schneearme Winter. Vor allem für das Nachwuchstraining sei Schnee wichtig, um weiterhin erfolgreiche Sportler aus Sachsen zu haben, so der Geschäftsführer vom Skiverband Sachsen, Derrick Schönfelder. „Das Ausweichen in schneesichere Regionen als Trainingsort reicht nicht. Wir wollen unsere eigenen Wintersportzentren erhalten.“

Eine Überlegung sei, größere Schneedepots anzulegen, wie vor einigen Jahren im vogtländischen Klingenthal für den Skisprung-Weltcup. „Das könnte ich mir zumindest für unsere Wintersportzentren wie Oberwiesenthal oder Altenberg vorstellen.“ Auch Spezial-Matten für Pisten und Loipen seien im Gespräch. Leider werde das Problem Schneemangel mit jedem Winter schwieriger.

Klimareferent Johannes Franke vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sieht neben den jährlichen Schwankungen einen generellen Erwärmungstrend. Dabei fällt der Niederschlag häufiger nicht mehr als Schnee, sondern als Regen. Nach den Daten des Deutschen Wetterdienstes war der jetzige Winter mit einer Durchschnittstemperatur von 3,2 Grad extrem mild und zu trocken. Die sächsischen Wintersportgebiete sind je nach Höhenlage unterschiedlich stark betroffen.

Für den Skiort Oberwiesenthal im Erzgebirge war der Winter laut René Lötzsch von der Fichtelberg-Schwebebahn nicht optimal. Auf 91 Skitage werde man am Ende kommen – die Erwartung lag bei rund 110 Tagen. „Im Dezember hatten wir keinen Schnee. Dann ist es besser geworden.“ Über Ostern versprach der Geschäftsführer eine Schneeauflage von 45 Zentimetern, neun Kilometer geöffnete Pisten und 20 Kilometer gespurte Loipen – dank künstlichen Schnees.

Einige Wettkämpfe waren in dieser Saison aus anderen sächsischen Regionen nach Oberwiesenthal verlegt worden. Lötzsch will trotz Wetterkapriolen weiter in die Ausrüstung investieren. Vor allem die maschinelle Beschneiung werde immer wichtiger, hieß es. Rund 8,5 Millionen Euro sind für einen neuen Sessellift geplant.

Auch das vogtländische Schöneck will laut Bürgermeisterin Isa Suplie in weitere Beschneiungsanlagen investieren. „Es war der dritte schlechte Winter in Folge mit Auswirkungen auf den Umsatz.“ Die Einbußen liegen dem städtischen Liftbetreiber zufolge bei 70 Prozent. Während im Vorjahr noch 40 000 Besucher gezählt wurden, waren es in dieser Saison nur ganze 15 000. Die 15 Schneekanonen, die rund 90 000 Quadratmeter beschneien können, reichten nicht aus.

Das Skigebiet könne sich kurzfristig auf Radfahrer umstellen. „Bei Plusgraden haben wir in den letzten Wochen die Mountainbike-Abfahrtsstrecken geöffnet und den Sessellift für die Biker bereitgestellt“, so Suplie. Bis zu 300 Radfahrer kommen in guten Tagen – bisher aber nur eine kleine Alternative zu den etwa 1500 Besuchern an einem guten Wintertag.

Wanderfestivals vom Sommer in den Winter zu verlegen – das ist eine Idee, die vom Tourismusverband Vogtland kommt. „Der Winter ist eine ganz wichtige Saison für uns und wird es auch bleiben. Auch wenn es nicht mehr die klassische Form mit viel Schnee ist“, erklärt Marketingchefin Bärbel Borchert. „Vielleicht könnten wir unsere Hundeschlittenrennen auf Rädern weiterführen.“ Ein weiterer Trend ist, dass die Nachfrage für Wanderkarten im Winter steigt.

Laut Tourismusverband Erzgebirge fehlen noch genaue Zahlen zu Urlaubsgästen. Dennoch zeichne sich ab, dass die Zahl der Übernachtungen trotz des schwachen Winters nicht zurückgegangen ist. In den Skigebieten wie Eibenstock oder Altenberg war Skifahren dank künstlicher Beschneiung durchgängig möglich. Doreen Burgold erklärt: „Aber die kurzfristigen Buchungen und Tagesgäste fehlten in der Region – also jene, die kurzentschlossen zum Skifahren kommen wollten.“

Von Katrin Mädler

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