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Sachsen-Rodler: Mit Mitte Zwanzig schon aufs Abstellgleis

Sachsen-Rodler: Mit Mitte Zwanzig schon aufs Abstellgleis

Den Traum von den Olympischen Spielen in Sotschi muss Ronny Pietrasik begraben. Für den Rodler vom SSV Altenberg und seinen Oberwiesenthaler Doppel-Partner Christian Weise kam jetzt nach sieben gemeinsamen Jahren das unfreiwillige Aus.

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Bei der WM im Februar in Altenberg sprang für Ronny Pietrasik (oben) und Christian Weise nur Platz 16 heraus.

Quelle: dpa/Th. Eisenhuth

Dresden . Der deutsche Verband hat vor einer Woche das Stopp-Zeichen gesetzt. Dabei ist der Erzgebirgler, der in Dresden lebt, gerade einmal 24 und sein Partner ein knappes Jahr älter.

Doch nachdem die beiden bei der Heim-WM im Februar in Altenberg patzten und nur den enttäuschenden 16. Platz belegten, wurden sie sofort von der Teilnehmerliste für die letzten beiden Weltcups gestrichen und Bundestrainer Norbert Loch teilte ihnen mit, dass über ihr weiteres Schicksal im Hochleistungssport noch beraten werden müsse. "Da ich schon einige Sportlerkarrieren wie zum Beispiel die von unserem Doppel Sebastian Schmidt/André Forker vor einigen Jahren habe ebenfalls so zu Ende gehen sehen, hatte ich Zeit, mich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen", erzählt Ronny Pietrasik.

Als jedoch dann der Anruf vom Oberwiesenthaler Trainer Torsten Görlitzer kam, der ihm mitteilte, dass ihre Leistung zu inkonstant gewesen sei, der Verband für das Duo keine Zukunft sehe und sie nicht mehr fördere, musste der Sportsoldat doch erst einmal schlucken. "Natürlich sind die beiden anderen Teams schneller und damit erfolgreicher gewesen. Und sicher sind wir in diesem Winter ein paar Mal auf die Nase gefallen", gesteht Pietrasik, verweist aber auch auf einige gute Ergebnisse wie zweimal Platz vier bei den Weltcups in Whistler und Calgary. So halten sich das Verständnis für die Argumente der Trainer und die Empfindung, dass die Entscheidung doch ziemlich hart sei, die Waage.

"Ich habe 15 Jahre Leistungssport betrieben, hätte gern selbst den Zeitpunkt meines Rücktritts bestimmen wollen", gesteht der junge Mann. Nun bleiben die Silbermedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2005 in Winterberg - das war gleich im ersten gemeinsamen Winter mit seinem Oberwiesenthaler Partner - der neunte Platz bei der WM 2011 und der Weltcup-Sieg mit der Team-Staffel in Whistler Ende letzten Jahres die schönsten Erfolge, an die sich Ronny Pietrasik und Christian Weise erinnern können.

Weil mit dem Ende der Kaderzugehörigkeit auch das Ausscheiden aus der Sportfördergruppe der Bundeswehr einhergeht, ist am 31. August für den Altenberger auch dieses Kapitel beendet. Doch den Kopf in den Sand stecken - das kommt nicht in Frage. "Ich habe inzwischen Pläne geschmiedet, wie es weitergeht und gestern meinen Antrag beim Berufsschulzentrum für Gesundheit und Soziales abgegeben. Ich möchte das Fachabitur machen, danach Sozialpädagogik studieren", erläutert Ronny Pietrasik, der im Sommer außerdem noch als Übungsleiter seine Rodelerfahrungen an Kinder und Jugendliche weitergeben will.

Seine zwei Jahre jüngere Schwester Anne hat wie Lisa Liebert (21/beide Altenberg) von den Bundestrainern eine "Schonfrist" bekommen. Doch sie müssen ebenso wie die erfahrene Oberwiesenthalerin Anke Wischnewski zu Beginn der neuen Saison bestimmte Leistungsauflagen erfüllen, um weiter rodeln zu dürfen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.04.2012

Astrid Hofmann

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