Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Sachsen-Bobs in der Erfolgsspur

Francesco Friedrich und Nico Walther Sachsen-Bobs in der Erfolgsspur

Sechs Rennen, sechs Siege - die deutschen Bob-Piloten sind bei den ersten drei Weltcups auf den Heimbahnen von Altenberg, Winterberg und am Königssee mit der Konkurrenz Schlitten gefahren.

Voriger Artikel
Lausitzer Füchse werfen Trainer raus
Nächster Artikel
Glückliche Kinderaugen bei sportlicher Weihnachtsfeier

Nico Walther (l.) und Francesco Friedrich posieren im Verkehrsmuseum vor einem alten BMW. Das Unternehmen sponsert die Fahrer.

Quelle: Archiv

Dresden. Knapp zwei Jahre nach dem historischen Olympia-Debakel im russischen Sotschi bestimmen sie mittlerweile wieder die Weltspitze. Besonders erfreulich und bislang wohl auch einmalig: Alle sechs Erfolge gehen auf das Konto sächsischer Piloten. Fünf davon heimste der Pirnaer Zweier-Weltmeister Francesco Friedrich ein, einen errang Vierer-Vizeweltmeister Nico Walther. Beide starten für den BSC Sachsen Oberbärenburg, beide und auch noch einige ihrer Anschieber werden vom Riesaer Trainer Gerd Leopold betreut. Der 57-Jährige führte schon Harald Czudaj zum Olympiasieg und Thomas Florschütz zu Olympia-Silber.

Natürlich beruhen Siege immer auf Teamwork. Der ehrgeizige, akribisch und innovativ arbeitende Leopold sieht vor allem zwei Gründe für die Erfolge: "Wir haben im Sommer das Krafttraining umgestellt und neue Trainingsmittel eingesetzt, um speziell die Sprintmuskulatur auszuprägen. Das schlägt sich jetzt in besseren Startzeiten nieder und ist einer der ausschlaggebenden Faktoren. Der zweite Punkt betrifft das Material. Auf diesem Sektor haben wir einen Schritt nach vorn gemacht", berichtet Leopold.

Dazu bescheinigt er sowohl Friedrich als auch Walther weitere Fortschritte in der Bahn: "Franz ist als Pilot und Persönlichkeit gereift. Neben der überragenden Startleistung hat er auch sein fahrerisches Können verbessert und stabilisiert, verfügt jetzt über noch mehr Lockerheit. Er hat zudem die Gewissheit im Rücken, dass er mit den derzeit verletzten Candy Bauer und Martin Grothkopp zwei weitere Top-Anschieber in der Hinterhand an. Das verleiht zusätzlich Sicherheit. Und dass wir in der Vorbereitung mehr Augenmerk auf den Vierer gelegt haben, zahlt sich aus, wie die beiden Siege im großen Schlitten beweisen."

Aber auch Nico Walther bereitet dem Coach derzeit viel Freude. Erst 2011 war der 25-jährige ehemalige Rodler in den Bob umgestiegen, gab 2014 sein Weltcup-Debüt und überraschte im vergangenen Winter gleich mit WM-Silber im Vierer. Mit dem zweiten Weltcup-Sieg in seiner Karriere krönte er am Wochenende am Königssee seine gute Vorstellung zu Saisonbeginn. Immerhin war er zuvor schon dreimal aufs Podium gefahren, bezwang zweimal im Vierer den Oberhofer Weltmeister Maximilian Arndt. "Nico hat auf seine ohnehin schon gute fahrerische Leistung noch einen draufgesetzt. Auch athletisch ging es nach vorn, da gibt es allerdings genügend Steigerungspotenzial", fügt Gerd Leopold an.

Und schon ist er beim "Schatten". Weil für ihn absolute Zufriedenheit gleichzeitig Stillstand bedeuten würde, scheut er sich nicht, auch nach dieser Erfolgsserie den Finger in die Wunde zu legen: "Die Athletik muss vor allem bei Nico noch besser werden. Da arbeiten wir die nächsten drei Wochen noch einmal hart mit allen Jungs, damit dann die Puste bei den Weltcups in Übersee reicht", erläutert der Coach, dessen Schützlinge nur am Heiligabend und ersten Feiertag trainingsfrei bekommen.

Zudem sieht Leopold noch weitere Reserven auf dem Materialsektor: "Im Vierer haben wir schon ein gutes Gerät und zuletzt konnten wir auch neue Wettkampfkufen zum Einsatz bringen. Doch darauf dürfen wir uns nicht ausruhen, die Konkurrenz schläft nicht. Vor allem im Zweier müssen wir noch einiges tun. Das Optimum haben wir in beiden noch nicht erreicht, denn im unteren Bahnteil werden wir von einigen anderen überholt."

Ob die Siegesserie im neuen Jahr auch bei den Weltcups auf den Bahnen in Lake Placid und Park City (beide USA) sowie im kanadischen Whistler fortgesetzt werden kann, muss sich erst noch zeigen. "Natürlich sind dort die einheimischen Piloten auf jeden Fall stärker einzuschätzen, doch ich glaube, auch wir können dort eine sehr gute Rolle spielen", meint Gerd Leopold. Vor einer besonderen Herausforderung steht dabei Nico Walther, der noch nie auf der schwierigen Eispiste von Whistler gefahren ist. Bereits an diesem Mittwoch werden die beiden sächsischen Piloten ihre Bobs in Altenberg in Kisten packen, damit sie rechtzeitig nach Übersee gelangen.

Astrid Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr