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SBB-Talent Johanna Holfeld klettert in internationale Ranglisten

Hoch hinaus SBB-Talent Johanna Holfeld klettert in internationale Ranglisten

Die 16-jährige Dresdnerin Johanna Hohlfeld kletterte am Wochenende beim europäischen Jugendcup in Warschau auf Platz sechs, war damit beste Deutsche. In der Gesamtwertung liegt sie auf Rang eins, mit 67 Punkten Vorsprung. Nicht der erste Erfolg der angehenden Elftklässlerin des Dresdner Kreuzgymnasiums in diesem Sommer.

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Johanna Holfeld ist ein aussichtsreiches Dresdner Klettertalent. Zuletzt feierte sie Erfolge bei Europacup-Wettbewerben, demnächst startet sie bei der Jugend-EM.

Quelle: Archiv

Dresden. Den Sommerurlaub unterbrechen? Für viele Leute undenkbar, komme was wolle. Doch nicht so für Johanna Holfeld. Das 16-jährige Klettertalent weilt derzeit im Tiroler Zillertal, natürlich zum Kletterurlaub. Doch vor einer Woche ging es fix mit dem Auto nach München und von dort per Flugzeug nach Warschau. Beim dortigen europäischen Jugendcup am Wochenende kletterte sie auf Platz sechs, war damit beste Deutsche. In der Gesamtwertung liegt sie dadurch auf Rang eins, mit 67 Punkten Vorsprung.

Nicht der erste Erfolg der angehenden Elftklässlerin des Dresdner Kreuzgymnasiums in diesem Sommer. Erst eine Woche zuvor hatte sich das Kletter-Ass des Sächsischen Bergsteigerbunds (SBB) zwei Goldmedaillen beim Deutschen Leadcup in München erkämpft. Johanna Holfeld gewann nicht nur die Konkurrenz in ihrer Altersklasse Jugend A, sondern auch den Wettbewerb der Damen. „Bisschen Glück gehört natürlich immer mit dazu – je nachdem, ob es eine Route ist, die einem liegt und die man gut bewältigen kann“, gibt sie zu. Auch wenn sie sich selbst keine großen Chancen ausrechnet, gilt sie beim Leadcup als eine Favoritin auf den Gesamtsieg – und das, obwohl sie bei der ersten Station dieser Serie fehlte. Denn an jenem Tag hatte sie einem Jugend-Europacup in Graz den Vorzug gegeben – und Gold geholt. So qualifizierte sie sich für die Junioren-WM in China im November. Bei ihrer WM-Premiere vergangenes Jahr im italienischen Arco war sie Siebente.

Zum Klettern kam sie, weil sie ihre Eltern ab und zu dorthin mitnahmen. „Da war ich erst nicht so begeistert“, erinnert sich die Kleinzschachwitzerin. Als Freunde von ihr auch klettern gingen, stieg sie im Alter von zehn Jahren richtig ein. Ihre Eltern hatte sie leistungsmäßig bald überflügelt. „Wir klettern mittlerweile auf unterschiedlichen Routen“, lächelt sie. Ihre bislang schwerste Route sei eine 8a+ auf der französischen Skala in Arco nahe dem Gardasee gewesen, was einer XIa auf der sächsischen und einer 10- auf der UIAA-Skala entspricht. Extrem viel Luft nach oben ist da jedenfalls nicht mehr.

Sie hat schon viele Klettergebiete gesehen. „Besonders gut gefallen hat es mir an der Red River Gorge in den USA und im Wald von Fontainebleau bei Paris, einem großen Bouldergebiet“, erzählt Johanna Holfeld. Und auch in ihrem Heimatrevier, dem Elbsandsteingebirge. „Aber dort klettere ich nicht so schwer, weil das gruselig ist, wenn sich auf 30 Metern nur ein Haken befindet. Das ist mir zu gefährlich“, sagt sie. Ihre Erfahrungen sammelt sie mit vielen Trainingseinheiten. Dreimal die Woche geht sie klettern, „meistens im Mandala, einer neuen schönen Boulderhalle im Industriegelände, in der Kletterarena an der Zwickauer Straße oder in der Kletterhalle im SBB-Zentrum“, berichtet die bald 17-Jährige.

Mit ihren Spitzenleistungen schaffte sie es in den sächsischen Landes- und in den Nationalkader, wo sie Unterstützung erhält. Schließlich müssen die Wettkämpfe auch finanziert werden. Um eine noch bessere Talentförderung zu erreichen, wollen die Dresdner Bergsportvereine erreichen, dass Klettern/Bouldern eine Schwerpunktsportart in Dresden wird. „Das würde der Bedeutung dieser Sportart in Dresden entsprechen“, sagt Torsten Schulze, Grünen-Stadtrat und Mitglied des Sportausschusses, der in Johanna Holfeld ein vielversprechendes Talent sieht. Etwa alle drei Wochen klettert sie um Medaillen oder nimmt an Lehrgängen teil. Auch wenn sie bei längeren Reisen manchmal montags oder freitags im Unterricht fehlt: Mit der Schule kriegt sie ihr Hobby trotzdem unter einen Hut. „Es gibt eine große Bewegungsvielfalt, wird nie langweilig. Jede Route ist anders“, zählt das Johanna Holfeld einige Vorzüge der Sportart auf, die sie am liebsten gemeinsam mit Freunden ausübt.

Die nächsten Ziele hat sie schon vor Augen: Am 26. und 27. Juli möchte sie beim nächsten Europacup in l’Argentière in Südfrankreich starten, bevor am ersten Augustwochenende die Jugend-Europameisterschaften in Längenfeld im österreichischen Ötztal anstehen. Und eine weitere Woche später ist Johanna Holfeld beim Weltcup in München dabei. Auch wenn es noch sehr vage ist, hat die Nachwuchsathletin auch ein Fernziel: Klettern hat beste Chancen, bei den Spielen 2020 in Tokio olympisch zu sein. Die junge Dresdnerin wäre dann mit Anfang 20 genau im besten Klettereralter. „Klar, bei Olympia zu starten, wäre schon cool, aber bis dahin vergeht noch viel Zeit“, sagt sie. Und eine Menge Trainingseinheiten sind bis dahin noch zu absolvieren.

Stefan Schramm

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