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Rückschlag: Das 1:2 beim FC St. Pauli hat Dynamo Dresden abermals bis ins Mark getroffen

Rückschlag: Das 1:2 beim FC St. Pauli hat Dynamo Dresden abermals bis ins Mark getroffen

Mit erhobenen Häuptern waren sie auf den Platz am Millerntor marschiert, mit gesenkten Köpfen mussten sie zum dritten Mal in drei Jahren den Rasen am Heiliggeistfeld wieder verlassen: Auch wenn den angeschlagenen Kickern von Dynamo am Montag ein Schritt in die richtige Richtung gelang, so offenbarte die 1:2-Niederlage beim FC St.

Hamburg/Dresden.

Pauli auch wieder schonungslos jene Probleme, die das Team seit Monaten mit sich herumschleppt.

"Ich kann es überhaupt nicht nachvollziehen, dass wir so viele Fouls begehen und der Gegner zu so vielen Standardsituationen kommt. Das war genau das, was wir vermeiden wollten. Exakt das haben wir vor dem Spiel angesprochen. Klar wollten wir aggressiv in den Zweikämpfen auftreten, aber dann muss man es eben anders lösen", ärgerte sich Romain Brégerie nach der Partie maßlos.

Insgesamt 21 Mal foulten die Schwarz-Gelben den Gegner, die Hamburger hingegen gingen nur vier Mal rüde zu Werke. Dass Dynamo einfach momentan die spielerischen Mittel und das Selbstvertrauen fehlen, um solche Situationen cleverer zu lösen, das konnte jeder im Stadion sehen. Vom Einsatz und der Laufbereitschaft her konnte man der Mannschaft keinen Vorwurf machen, doch ein Mindestmaß davon darf man in der zweiten Liga auch erwarten. Die Partien gegen Union Berlin (1:3) und den FSV Frankfurt (0:3) sollten nicht als Maßstab missbraucht werden, um nun nach Hamburg von einer deutlichen Leistungssteigerung zu sprechen.

Cristian Fiel wehrte sich noch einmal gegen überzogene Erwartungen, dass nach dem Abschied von Trainer Peter Pacult sofort alles besser werden könne: "Man konnte nicht erwarten, dass wir Hacke, Spitze, eins, zwei, drei spielen oder zaubern." Dass er den Elfmeter in der 80. Minute vergeben und somit den möglichen Sieg verschenkt hatte, machte den 33-Jährigen traurig: "Heute bin ich der Depp." Benjamin Kirsten sah sich prompt genötigt, den Routinier zu verteidigen: "Er hat in der Vergangenheit sehr wichtige und vor allem existenzielle Tore für den Verein geschossen. Er muss sich bei niemandem entschuldigen."

Dass der eine Profi dem anderen im Moment der größten Enttäuschung Mut zusprach, das war eines der wenigen positiven Zeichen an diesem unglücklichen Montagabend. Dennoch erwartet den neuen Trainer eine geknickte Mannschaft, die aufzurichten nicht einfach wird. Von den heiß gehandelten Kandidaten auf die Nachfolge des beurlaubten Peter Pacult saß Ralph Hasenhüttl (zuletzt Aalen) selbst im Stadion, der Ex-Duisburger Kosta Runjaic hat das Spiel mit Sicherheit ebenfalls verfolgt. Ob einer der beiden oder gar ein ganz anderer Anwärter auf den Job in Kürze als neuer Chefcoach präsentiert wird, konnte Menze auch nach dem deprimierenden 1:2 noch nicht sagen. "Ich weiß nur, dass ich die Sache schnell klären will, ich schlafe da nicht. Wir müssen es mit den beteiligten Personen so schnell wie möglich lösen." Wenn es mit Geschäftsführung und Aufsichtsrat keine rasche Einigung gibt, sitzt der 44-Jährige auch am Sonntag gegen den FC Ingolstadt wieder auf der Trainerbank. Bis dahin lassen sich wohl kaum alle Schwächen im Zusammenspiel und die Nachlässigkeit bei gegnerischen Standards abstellen. Allein den Frust aus den Köpfen zu verbannen, das wird immens schwer: "Das Spiel war ein enormer Rückschlag, von dem wir uns erholen müssen", weiß Menze. Dass sich bis kommenden Montag in Sachen Spielertransfers noch etwas tut, glaubt er nicht: "Da wird wahrscheinlich nichts mehr passieren."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.08.2013

Tina Hofmann

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