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Robert Haas auf neuen Wegen: Für das Urgestein der Dresden Titans beginnt der nächste Lebensabschnitt

Robert Haas auf neuen Wegen: Für das Urgestein der Dresden Titans beginnt der nächste Lebensabschnitt

Während die Verantwortlichen der Dresden Titans mitten in der Kaderplanung für die neue Saison in der 2. Bundesliga Pro B stecken, verschwendet Robert Haas kaum einen Gedanken an Basketball.

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Für Robert Haas hat Basketball keine Priorität mehr.

Quelle: Lutz Hentschel

Der langjährige Aufbauspieler hat sich zum Ende der vergangenen Saison von der 1. Mannschaft verabschiedet und bereitet sich gerade auf den Eintritt ins Berufsleben vor.

"Ich sitze an meiner Masterarbeit, die ich im September abgeben muss", sagt der 26-Jährige. Er hat in Dresden Wasserwirtschaft studiert und untersucht, wie man Trinkwasseranlagen so optimieren kann, dass sie möglichst lange keimfrei bleiben. Wenn das Titans-Urgestein seinen Abschluss in der Tasche hat, geht Haas auf Jobsuche. Noch ist unklar, wo er künftig arbeiten wird: "Ich habe konkrete Angebote. Wenn es passt, würde ich gern in Dresden bleiben. Klappt das, würde ich noch in der 2. Mannschaft spielen." Dort könnte er seine Erfahrung an den Nachwuchs weitergeben und nebenher weiter als Trainer arbeiten. Titans-Geschäftsführer Gert Küchler fände das super: "Wir würden uns sehr freuen, wenn er uns erhalten bliebe."

Im Team der "Ersten" werden die Fans "Bob" aber vermissen, denn er gehörte elf Jahre zum Inventar. Der Dresdner, der seinen Spitznamen von seinem früheren Trainer Oliver Kasper verpasst bekam ("Du siehst aus wie Bob der Baumeister!"), hat die Vereinsgründung, Höhen und Tiefen des insgesamt aber aufstrebenden Klubs miterlebt. Haas spielte schon bei Vorgängervereinen der "Titanen", nachdem er als Fünfjähriger in einer Schul-AG mit dem Sport begonnen hatte. Manfred Haupt, heute Präsident des Basketball-Verbandes Sachsen, hatte ihn dort entdeckt und zu Auswahl-Sichtungen mitgenommen. Später landete er bei TU Dresden.

Leistungsorientierteren Basketball konnte Haas erst bei den Titans spielen. "Es gab früher viele kleinere Vereine in Dresden, die in der Oberliga gespielt haben, aber kein richtiges Konzept. Oliver Kasper und Hagen Albrecht haben dann das Projekt Titans angeschoben. Unter Kasper als Trainer sind wir in die 2. Regionalliga aufgestiegen. Damals war Thomas Krzywinski noch Point Guard und ich sein Backup", erzählt Haas. Inzwischen ist Krzywinski längst Trainer des Drittligisten und muss nun ohne seinen alten Weggefährten auskommen.

Der schaffte es im abgelaufenen Spieljahr schon nicht mehr zu allen Einheiten. "Es war schon sehr schwer für mich, wenn ich wegen eines Praktikums nicht zum Frühtraining kommen konnte", gesteht Haas. Doch das Studium habe immer an erster Stelle gestanden. Der Abschied komme nicht plötzlich: "Er war vorhersehbar. Die Spielzeit ging für mich ja auch immer weiter runter."

Leicht fällt ihm die Trennung von Krzywinskis Truppe keinesfalls. "Die Titans haben mir viel gegeben, wir hatten fast immer eine tolle Mannschaft", blickt der angehende Wasserwirtschaftler zurück. Besonders gern erinnert er sich ans Frühjahr 2011 und den Wiederaufstieg in die 1. Regionalliga: "Der Sieg in Herzogenaurauch war ein besonders schöner Moment. Im Jahr zuvor hatten wir einige Profis, die aber ihre Leistung nicht so gebracht haben. Nach dem Abstieg standen wir nur noch mit zwei, drei Leuten da. Damals sagte Gert Küchler, er wisse nicht, wie es weitergeht. Doch dann haben wir Thomas Krzywinski aus Leipzig zurückgeholt, eine neue Mannschaft zusammengestellt und sind aufgestiegen." Dieses Kunststück ohne Profis aus Amerika geschafft zu haben, erfüllt Haas noch immer mit Stolz.

Dass es heute, in der 2. Bundesliga Pro B, nicht mehr ohne Profis geht, weiß er. Und er wird auch künftig die Daumen drücken. "Wenn ich Zeit habe, komme ich gern zu den Spielen", sagt der "Veteran", der dort zumindest gelegentlich Freundschaften mit anderen Ex-Spielern pflegen könnte, wenn es mit dem Berufseinstieg in Dresden nicht klappen sollte. Ansonsten will er sich vor allem seinem künftigen Job widmen und mit seiner Freundin die Familienplanung forcieren: "Es ist ein Traum von mir, mal meine eigenen Kinder zu trainieren." Mit Teamstärke in Form einer Starting Five liebäugelt "Bob" nicht, "aber mal zwei Kinder zu haben, wäre schon schön". Noch besser wäre es, wenn sie in Dresden aufwachsen könnten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.06.2015

Jochen Leimert

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