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Rio-Rückkehrer vom Dresdner SC berichten

Tina Punzel: Ausblick auf Tokio macht Lust auf mehr Rio-Rückkehrer vom Dresdner SC berichten

Bei einem Willkommens-Frühstück ihres Vereins plauderten am Mittwoch die DSC-Olympioniken Jenny Elbe, Tina Punzel und Martin Wolfram sowie Trainer Boris Rozenberg über ihre Erlebnisse in Rio. Bei Dreispringerin Jenny Elbe fiel das Fazit eher durchwachsen aus.

Martin Wolfram, Jenny Elbe und Tina Punzel (v.l.).

Quelle: Matthias Rietschel

Dresden. Bei einem Willkommens-Frühstück ihres Vereins plauderten am Mittwoch die DSC-Olympioniken Jenny Elbe, Tina Punzel und Martin Wolfram sowie Trainer Boris Rozenberg über ihre Erlebnisse in Rio. Bei Dreispringerin Jenny Elbe fiel das Fazit eher durchwachsen aus. „Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen an meine ersten olympischen Spiele herangegangen und war dann fast ein wenig enttäuscht. Vieles war doch sehr abenteuerlich und chaotisch und die brasilianischen Fans äußerst parteiisch. Aber es war dennoch eine tolle Zeit, vor allem bleibt die gigantische Stimmung im Stadion in Erinnerung“, so die 26-Jährige, die als 13. im Vorkampf das Finale nur um wenige Zentimeter verfehlte. „Da war ich natürlich schon einen Tag etwas traurig, vor allem weil es so knapp war. Wir haben aber den Wettkampf mit meinem Trainer und dem Bundestrainer ausgewertet und wissen, woran wir arbeiten müssen. Die Technik-Umstellung, die ich vor der Saison begonnen habe, muss noch weiter gefestigt und optimiert werden. Ich denke, es geht schon noch ein Stückchen weiter“, so Elbe, die mit ihrer Olympia-Teilnahme auch hofft, den Nachwuchs motivieren zu können. Bevor die Studentin der Lebensmittelchemie sich demnächst an ihre Diplomarbeit macht, will sie sich mit Freund Matthias Haverney erst einmal zwei Wochen auf Sizilien erholen.

An einen längeren Urlaub ist dagegen für Wasserspringerin Tina Punzel nicht zu denken. Sie will ein paar Tage in Prag ausspannen, dann geht es schon am 1. September zur sechswöchigen Grundausbildung bei der Bundeswehr nach Hannover. Die 21-Jährige nimmt trotz einiger chaotischer Zustände auch viele schöne Erinnerungen an Brasilien mit: „Das olympische Dorf hat mir sehr gut gefallen. Gänsehautstimmung hatte ich, als wir zum Synchron-Finale vor einer großen Zuschauerkulisse eingelaufen sind. Mit den sportlichen Ergebnissen bin ich am Ende ganz zufrieden, auch wenn gerade im Einzel mehr drin gewesen wäre. Doch da spielte auch die Nervosität mit. Ich nehme das als Erfahrung mit, weiß jetzt, was bei Olympia abgeht. Schön war bei der Abschlussfeier der Ausblick auf Tokio. Das hat schon Lust auf mehr gemacht“, ist die Dresdnerin schon wieder für die nächsten Spiele motiviert. Dabei wird sie neben dem Brett auch das Synchronspringen vom Turm im Auge behalten. Trainer Boris Rozenberg, dem in Rio sogar einige Sachen aus dem Zimmer gestohlen wurden, erklärt: „Da hat sie mit Christina Wassen international gute Chancen, vorn mitzuspringen.“

Ein Wechselbad der Gefühle erlebte auch Martin Wolfram in Rio. Der 24-Jährige, der nach London seine zweiten olympischen Spiele erlebte, gab zu: „Anfangs war ich maßlos enttäuscht, weil fast nichts funktionierte und vieles noch unfertig war. Aber die Brasilianer haben sich bemüht und zum Schluss hat es sich dann gut angefühlt. Das grüne Wasser in unserem Becken war allerdings schon eine Herausforderung, schließlich ist man sein Leben lang gewohnt, sich am blauen Wasser beim Springen zu orientieren“, erzählt der Pechvogel, der sich im Halbfinale vom Turm eine Verletzung an der ohnehin lädierten Schulter zuzog. „Die Schmerzen waren so groß, da sind auch Tränen geflossen und wir haben überlegt, ob es überhaupt weitergeht. Doch mit ein paar Tabletten ging es dann. Ich wollte es auch unbedingt, denn wenn man einmal im olympischen Finale steht, will man es auch durchziehen. Deshalb bin ich mit dem fünften Platz überaus zufrieden“, betont Wolfram, der sich am Donnerstag in ärztliche Behandlung begibt. „Die Bizepssehne ist wohl in Mitleidenschaft gezogen. Ich hoffe aber, es ist doch nicht so schlimm. Das wird dann erst das MRT zeigen“, so der Dresdner, der im Oktober ebenfalls noch zur Bundeswehr muss. Sein Pech in Rio bewegte offensichtlich auch Mediziner in Deutschland vorm Bildschirm. Denn gestern meldete sich Professor Peter Habermeyer beim DSC. Der Orthopäde und Unfallchirurg arbeitet am Schulterzentrum in München und bot seine Hilfe an.

Von Astrid Hofmann

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