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Rettet die Stadt die Eislöwen vor der Insolvenz?

Rettet die Stadt die Eislöwen vor der Insolvenz?

Wie geht es weiter mit den Eislöwen? Greift die Stadt rettend unter die Arme oder senkt sie den Daumen? Die Entscheidung darüber fällt am 31. März. Dann werden Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann höchstpersönlich die nächste Sitzung des Sportausschusses leiten, den Ausschussmitgliedern eine Vorlage präsentieren, über die dann abgestimmt werden soll.

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Quelle: Frank Dehlis

Das Ergebnis geht dann weiter in den Stadtrat, wo dann abschließend über das Schicksal der Eishockey-Betriebsgesellschaft entschieden wird.

Im Kern geht es darum, ob die Stadt das überarbeitete Sanierungskonzept der Eislöwen abnickt - oder eben ablehnt. Der Verein möchte eine knappe halbe Million Euro Schulden erlassen haben und auf die nächsten fünf Jahre gerechnet eine weitere halbe Million Euro weniger an Miete für die Eishalle zahlen. Gesprochen wurde darüber auch auf der Sportausschuss-Sitzung am Dienstag, entschieden aber nicht.

"Das war auch gar nicht vorgesehen", berichtet Barbara Lässig, die für die FDP im Ausschuss sitzt, "das Thema war eigentlich gar nicht auf der Tagesordnung. Ich habe aber darauf gedrängt, dass es besprochen wird und Eislöwen-Geschäftsführerin Veronika Petzold wie abgesprochen über die Konsolidierungsbemühungen des Klubs berichtet." Was zum Vortrag kam, hält Lässig für eine weitere Nebelkerze: "Dass es Zuschauermehreinnahmen durch mehr Heimspiele gibt, ist kein Verdienst der Eislöwen, sondern Folge des vor der Saison geänderten Spielmodus'. Und um wirklich etwas zu entscheiden, müssten wir alle Fakten kennen. Doch die werden dem Sportausschuss zurzeit vorenthalten. Wir kennen die zwei Briefe der Oberbürgermeisterin an die Eislöwen, die zwei Antwortbriefe aber nicht. Das wirft erst recht die Frage auf, warum jetzt beim Endspurt so vorgegangen wird?"

Was passiert, wenn die Stadt das Eislöwen-Konzept ablehnt? Dann wird der Verein in der DEL 2 kaum überleben. Die Folge wäre eine geordnete Insolvenz (wenn das die Gesellschafter wollen und selbst durchziehen) oder eine übliche Pleite, bei der ein Insolvenzverwalter das Sagen hat. Der könnte bei der "Resteverwertung" auch folgende Rechnung aufmachen: Weil die Stadt in den letzten Jahren schon Zuschüsse in ein offensichtlich marodes Unternehmen gesteckt hat, könnten Gelder zurückgefordert werden.

Davor haben die Räte Angst; wie auch vor dem Szenario, nach dem von den Eislöwen-Schulden kein einziger Euro zurück in die Stadtkasse wandert und es künftig keinen Hauptmieter mehr für die Eishalle gibt. Das kontert Barbara Lässig so: "Das sind Drohgebärden. Eishockey spielen kann man auch für weniger Kosten in der 3. Liga. Auch da kommen sehr viele Fans, auch da wird eine Miete fällig. Wichtig ist, den Eishockeystandort Dresden zu retten und zu stärken - aber das bitte mit Augenmaß und nicht mit den Verantwortungsträgern, welche die jetzige Schieflage zu verantworten haben."

Fast schon originell ist in diesem Zusammenhang eine Anzeige auf der Eislöwen-Homepage: Dort wird eine Nachfolgerin für die Interimslösung Veronika Petzold (die ja selbst auch eine von drei Gesellschaftern der GmbH ist) mit folgendem Text gesucht: "Nach erfolgreicher Sanierung soll die Funktion Geschäftsführer/in der BG ESCD Dresden mbH zum 01. Juli 2014 neu besetzt werden."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.03.2014

Th. Scholze

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