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Reiner Calmund: Pokalausschluss für Dynamo Dresden ist unangemessen

Reiner Calmund: Pokalausschluss für Dynamo Dresden ist unangemessen

Der ehemalige Bundesliga-Manager und Berater von Dynamo Dresden Reiner Calmund hat sich gegen einen Ausschluss des Vereins vom DFB-Pokal ausgesprochen.

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Reiner Calmund hat sich gegen einen Ausschluss des Vereins vom DFB-Pokal ausgesprochen.

Quelle: dpa

„Eine Sperre bedeutet für den Verein und mindestens 99 Prozent der Mitglieder und Fans ein überzogenes Strafmaß. Der DFB darf kein Exempel statuieren, er muss im Interesse des gesamten Fußball das Problem an der Wurzel packen", sagte der Rheinländer in einer vom Verein verbreiteten Erklärung.

Allerdings bezog Calmund auch deutlich Position gegen die Randalierer, die beim DFB-Pokalspiel in Dortmund gewütet hatten. „Ich habe mich als Vereinsmitglied an diesem Abend geschämt", sagte er. „Die überführten Störenfriede müssen mit allen zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln zur Verantwortung gezogen werden. Dies bedeutet, dass vom bundesweiten Stadionverbot bis hin zu straf- und zivilrechtlichen Maßnahmen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden müssen." Prävention und Gespräche seien zwar im Normalfall der richtige Weg, in diesem Fall hätten die Täter aber jedes Recht auf einen Dialog verwirkt.

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Der Verein wehrt sich gegen den Pokalausschluss juristisch.

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Gleichzeitig kritisierte er den DFB, der Dynamo wegen der Vorfälle in der kommenden Spielzeit nicht im Pokal antreten lassen will. „Es geht nur, dass Vereine, Verband, Polizei, Staatsanwaltschaft und andere Behörden die Gewalt im Umfeld des Fußballs durch eine gezielte Kooperation und Zusammenarbeit gemeinsam in den Griff bekommen. Es hilft nicht, Vereine drakonisch zu bestrafen und sie dann mit Problemen, die sie schon alleine aus rechtlichen Gründen nicht lösen können, allein zu lassen", sagte er.

Am Rande des Zweitrundenspiels im DFB-Pokal hatten Ende Oktober mehrere Hundert Anhänger von Dynamo Dresden im Dortmunder Signal-Iduna-Park gewütet. Vor, während und nach dem Spiel kam es zu Auseinandersetzungen von gewaltbereiten Fans mit der Polizei. Live vor sechs Millionen Fernsehzuschauern hatten die Dresdner zudem für drei Spielunterbrechungen gesorgt. Einmal, weil sie Dortmunder Spieler mit einem Laserpointer irritiert hatten, zwei Mal, weil Böller, Leuchtspurgeschosse und bengalische Feuer gezündet und zum Teil aufs Spielfeld geworfen wurden. Zudem zerstörten die Dresdner Anhänger Werbebanden, rund 200 Sitzschalen, Stadion-Kioske und Sanitäranlagen. Borussia Dortmund bezifferte den Schaden auf rund 150.000 Euro.

Da Dynamo als Wiederholungstäter gilt, unter anderem hatten die Fans bereits beim Relegationsspiel in Osnabrück gewütet, auch in dieser Saison hat der Club bereits 27.000 Euro an Strafen zahlen müssen, hat der DFB-Kontrollausschuss einen Ausschluss vom DFB-Pokal der kommenden Saison gefordert. Dynamo hält das Strafmaß für überzogen und hat den renommierten Anwalt Christoph Schickhardt engagiert.

sl

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