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Recht Hand: Daniel Pollrich dirigiert jetzt die langen Kerls der Dresden Titans

Recht Hand: Daniel Pollrich dirigiert jetzt die langen Kerls der Dresden Titans

Daniel Pollrich hat die Seiten gewechselt. Den Dresden Titans ist er nicht etwa untreu geworden, sondern er spielt nur nicht mehr selbst Basketball. Dafür leitet er seine Kameraden in der 2. Bundesliga ProB jetzt an, wie sie noch effektiver auf Korbjagd gehen und gegnerische Punkte verhindern können.

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Daniel Pollrich (Mi.) assistiert jetzt Thomas Krzywinski (r.). Links: Patrick Rülke.

Quelle: M. Rietschel

Seit Saisonbeginn arbeitet der 20-Jährige als Assistenzcoach, fungiert als rechte Hand von Cheftrainer Thomas Krzywinski. Von dem stammte die Idee, den 1,74 Meter kleinen Aufbauspieler umzufunktionieren: "Er hat mir angeboten, das zu machen. Er wollte mich gern an seiner Seite sehen", erzählt Pollrich, der nach kurzer Überlegung dem Wunsch seines Trainers folgte.

Ein wenig überrascht sei er schon gewesen über Krzywinskis Vorstoß, gibt der gebürtige Mittweidaer zu, denn für ihn war es "eine komplett neue Idee". Trainer wollte er bislang nie werden, denn er ist noch sehr jung und liebt es, selbst zu dribbeln und den Ball im Ring zu versenken. Noch immer kribbelt es ihn in den Fingern, wenn die Titans in Aktion sind. Dass er als vergleichsweise kleiner Spieler beim Basketball eingeschränkte Möglichkeiten haben würde, hielt ihn nie davon ab, es mit den langen Kerls aufzunehmen: "Dass ich kein Riese werde, wusste ich schon vorher." Trotzdem schaffte es Pollrich mit Talent und gesundem Selbstbewusstsein von den Anfängen bei seinem Heimatklub HSG Mittweida über einen Sichtungslehrgang in die Sachsen- und kurzzeitig auch in die mitteldeutsche Auswahl, bevor er mit 14 Jahren ans Sportgymnasium nach Chemnitz wechselte.

Dort erwarb er als Spieler des BV Chemnitz 99 II erste Kenntnisse in der Sporttheorie, die er jetzt - im dritten Jahr bei den "Titanen" - mehr denn je gut gebrauchen kann. Krzywinski wollte den Studenten des Bauingenieurwesens (im 5. Semester) als Co-Trainer haben, "weil Daniel über ein sehr gutes Spielverständnis verfügt". Zudem ist er wegen seiner sozialen Kompetenz im Team beliebt. Auch wenn er als Titans-Spieler letzte Saison im Schnitt nur fünf Minuten Einsatzzeit pro Spiel hatte, blieb die Frohnatur stets gut gelaunt.

Der Rollentausch fiel "Polle" jetzt nicht sonderlich schwer: "Da ich noch sehr spielernah bin und mit Patrick Rülke in einer WG wohne, war es keine große Umstellung." Ausgeflippt vor den einstigen Mitspielern ist er noch nicht. Wenn die Jungs einfache Fehler wiederholen, dann überlässt der Trainer-Novize das "Anscheißen" seinem Chef."Bei mir geht das auf die galante Art", feixt er. Gefallen an seinem neuen Job hat er längst gefunden: "Man sieht von außen viele Dinge, die man als Spieler nicht sieht."

Das Spiel seiner Mannschaft zu perfektionieren, macht ihm Freude. "Ich liebe das schnelle Spiel, eine gute Verteidigung und ein gutes Zusammenspiel", erläutert Pollrich seine Basketball-Philosophie. Bisher sieht das bei den Titans auch schon ganz gut aus: Vier Siege in den ersten vier Spielen der neuen Saison haben alle Erwartungen übertroffen. Zufall steckt aber nicht dahinter, erklärt der neue Co-Trainer: "In der Defensive haben wir ein paar Änderungen vorgenommen. Es wurde so eingekauft, dass wir uns dort verbessern. Auch der Charakter in der Mannschaft stimmt."

Den einen oder anderen Tipp in der Vorbereitung konnte auch Pollrich geben. Ob er nun voll und ganz auf eine Trainerkarriere abhebt, ist aber längst nicht klar. Für einen Lehrgang, den er nebenher wohl in Chemnitz machen müsste, hat er wenig Zeit. Der HTW-Student ist mit seiner Berufsausbildung schon gut beschäftigt. Derzeit absolviert er ein Praxissemester bei der Firma Strabag Rail, die mit dem Ausbau der Bahnlinie von Dresden nach Leipzig befasst ist. Sein Freizeit-Engagement an der Seite von Thomas Krzywinski war auch erst einmal "zum Reinschnuppern" gedacht. Was daraus wird, bleibt abzuwarten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.10.2013

Leimert, Jochen

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