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Ralf Loose: Im Flieger zum "Heimspiel"

Ralf Loose: Im Flieger zum "Heimspiel"

Einst saß Ralf Loose als Steppke neben seinem Vater auf der Tribüne des Westfalen-Stadions und drückte seinem BVB die Daumen.

Dresden .

Von Thomas Scholze

Heute heißt die Arena anders, auf den Rängen dicht hinter der Gästebank sitzen am Abend neben ihrem Vater Achim die acht bzw. zwölf Jahre alten Lara und Lena. Eine trägt ein gelbes Trikot mit der Nummer 9 und dem Namen Fort auf dem Rücken, bei der zweiten ist über der 7 der Name Heller zu finden. Lara und Lena sind Dortmunderinnen, doch heute Abend, wenn sich Dynamo ab 20.30 Uhr (live im ZDF) beim Deutschen Meister am nächsten Pokalwunder versucht, fiebern sie mit den Dresdnern. Denn bei Dynamo sitzt ihr Onkel, Achims Bruder Ralf auf der Bank.

Wie auch für Mittelfeldspieler David Solga ist die Partie für den 48-jährigen Coach so etwas wie ein Heimspiel. In Dortmund ist aufgewachsen, zur Schule gegangen, hier sind viele Verwandte und Freunde zu Hause. "Die meisten davon", das gibt Loose gern zu, "fiebern auch heute mit dem BVB." Bei der Borussia schnürte Ralf Loose ab 1978 als Jugendlicher die Töppen, gab 1981 für den Traditionsklub sein Bundesligadebüt. 120 Erstligaeinsätze und elf Tore später ging er mit der Zwischenstation Oberhausen nach Düsseldorf. Mit der Fortuna war er dann als Spieler schon zu Gast an alter Wirkungsstätte, als Trainer ist es heute die Premiere.

Loose weiß, dass Wunder keine Massenware sind: "Ein 0:3 in einen 4:3 umzuwandeln - das ist uns einmal gelungen. Ein zweites Mal passiert so etwas nicht. Wir müssen also anders spielen, als in den ersten 55 Minuten gegen Leverkusen, zeigen, dass wir jetzt ein Stück weiter sind. Und wir müssen auch auf ein mögliches Gegentor vorbereitet sein. Sonst kassiert man ganz schnell ein zweites und ein drittes."

Am 1. FC Köln will sich der Dynamo-Coach nicht orientieren. Die DVD von der jüngsten 0:5-Klatsche der Poldi & Co. bleibt im Schrank, vorgeführt bekamen die Dynamo-Kicker gestern noch einmal die Bilder vom Triumph über Leverkusen. Positive Stimmung, positive Energie - so könnte es gehen. Aber Loose ist Realist und weiß: "Für ein Wunder braucht es heute mehr als solide Arbeit und Disziplin. Wir müssen etwas Außergewöhnliches leisten."

Personell ändern wird Loose gegenüber dem 2:0-Sieg in Braunschweig kaum etwas. Sicher ist aber: Alle Pokalhelden vom Leverkusen-Match flogen gestern mit in den Westen. Auch Alexander Schnetzler. Nach auskuriertem Muskelfaserriss steht der Schütze des fantastischen Siegtreffers gegen Bayer 04 heute wieder im Kader. Im Tor steht Wolfgang Hesl. In einem möglichen Elfmeterschießen vielleicht nicht mehr. Denn Loose glaubt: "Der bessere Elfmeterkiller ist Dennis Eilhoff. Wenn ich noch einen Wechsel offen habe, ist so ein Tausch eine Überlegung wert."

Unter den erwarteten mehr als 70000 Fans werden heute Abend rund 9000 Dynamo die Daumen drücken.

Schiedsrichter ist Peter Gagelmann. Der Bremer leitete zuletzt am 12. August eine Dynamo-Partie. Da bezwang die Loose-Elf in Dresden den 1. FC Union Berlin mit 4:0.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.10.2011

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