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Radkarten von Meißen bis Moskau: Seit 20 Jahren betreibt Johannes Meusel aus Dresden eine Fahrradbibliothek

Radkarten von Meißen bis Moskau: Seit 20 Jahren betreibt Johannes Meusel aus Dresden eine Fahrradbibliothek

Wer bei seiner Fahrradtour nicht alles auf eine Karte setzen will, der wendet sich an Johannes Meusel. Der hat rund 3000 - so viele Fahrradkarten und Ratgeber umfasst seine Fahrradbibliothek.

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"Mit dem Rad kommt man so gut wie überall hin", ist Johannes Meusels Ansicht und entsprechend viel ist er auch mit seinem Rad unterwegs.

Quelle: Andor Schlegel

Von Friedrich hellmuth

Die betreibt er in Striesen seit 20 Jahren und ist sicher, das ist ein deutschlandweit einmaliges Angebot. Mit Kartenmaterial, Vorträgen und Beratung steht er dem Radreisenden bei jedem Vorhaben zur Seite.

Ob es sich um einen Ausflug in die Umgebung handelt oder eine Radreise nach Alaska, bei Johannes Meusel findet man so gut wie alles. Für 2,50 Euro im Jahr kann man Mitglied werden und das Angebot scheint anzukommen, seit der Gründung gab es über 700 Anmeldungen. "Es kommen nicht nur Leute aus der Region, ich hatte auch schon viele Interessenten aus dem Ausland. Die meisten stoßen ohnehin über das Internet auf die Bibliothek."

Die Wurzeln des Projekts reichen zurück bis zur Gründung der Friedensbibliothek Dresden im Mai 1986. Der passionierter Radfahrer Meusel ist Lehrer an einer Förderschule für geistig Behinderte und knüpfte schon damals, als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Friedensbibliothek, Kontakte zu Verlagen in der Bundesrepublik, um die Bibliothek mit Freiexemplaren von Büchern zu unterstützen. Im Zuge der Wende wurden Radreisen immer attraktiver und die Nachfrage nach Radwanderführern und -karten stieg stark. Aus dieser Nachfrage und den Kontakten entstand 1992 die Fahrradbibliothek, mit rund 30 Radwanderführern und einigen Radwanderkarten in den Privaträumen von Johannes Meusel fing es an. "Mittlerweile", erklärt er, "ist der Bestand enorm gewachsen."

Janette Arnhold und ihr Mann sind seit 2001 Mitglied der Fahrradbibliothek und haben auf diversen Reisen schon davon profitiert. "Wir sind schon des öfteren mit dem Rad nach Frankreich gefahren und haben dafür geeignetes Kartenmaterial gebraucht", sagt sie. "Man findet einfach nirgendwo sonst die Karten, die man wirklich braucht." Gerade planen sie eine Fahrt in die französische Provence und lassen sich wieder von Johannes Meusel beraten. "Das Problem ist, dass die meisten Karten zu ungenau sind und sich widersprechen", erklärt Meusel. "Man braucht für lange Touren mehrere Karten um genau planen zu können und es ist schwierig an alle ranzukommen. In der Fahrradbibliothek hat man sie direkt auf einem Haufen."

Bis heute ist die Fahrradbibliothek ein ehrenamtlicher Ein-Mann-Betrieb. "Ich opfere pro Woche an die acht Stunden meiner Freizeit dafür", gibt der Radenthusiast zu. "Wenn ich wie jetzt 80 Kisten voller Karten bei mir zu Hause bunkern muss, wird es besonders stressig." Aus diesem Grund ist Johannes Meusel auch immer auf der Suche nach Möglichkeiten, seine Bibliothek in einem Reisebüro oder einem Outdoorladen einzurichten. Ihm selber geht es darum, Umweltverantwortung zu unterstützen und eine bewusste Alternative zum Motortourismus anzubieten. "Ich selber habe kein Auto und habe es auch nie wirklich gebraucht, man kann fast jeden Ort mit dem Rad erreichen", meint Meusel. "25 Länder habe ich schon mit dem Rad bereist. Man muss nur wissen wie, dann ist es kein Problem."

www.fahrradbibliothek.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.05.2012

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