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Poté sichert Dynamos 2:1-Sieg über Cottbus

Poté sichert Dynamos 2:1-Sieg über Cottbus

Dynamo-Trainer Ralf Loose stürmte nach dem Schlusspfiff freudestrahlend auf den Rasen und umarmte seine Assistenten Nico Däbritz und Thomas Köhler.

Die Erleichterung im Dresdner Trainerstab war nach dem knappen 2:1 (0:0)-Erfolg über Energie Cottbus riesengroß. Spielerisch hatten die Schwarz-Gelben am dritten Advent zwar nur Magerkost angeboten, doch taktisch diszipliniert und mit etwas Dusel zu Beginn der Rückrunde den vierten Heimsieg der Saison erkämpft. Das war genau das vorweihnachtliche Präsent, das sich die übergroße Mehrheit der 28.315 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Glücksgas-Stadion gewünscht hatte. Zwei Tore von Stürmer Mickael Poté hatten den Ostklassiker für die Gastgeber entschieden, denen damit die Revanche für das 1:2 im Hinspiel gelang.

"Wir sind glücklich, dass wir endlich mal wieder einen Dreier einfahren konnten. Wir haben in den letzten vier Spielen drei gute gemacht und ein schlechtes und dabei nur einen Punkt erzielt. Deshalb war es heute ein sehr wichtiger Sieg für die Moral", freute sich Loose über einen gelungenen Jahresabschluss vor heimischem Publikum. Linksverteidiger Sebastian Schuppan, der erstmals seit Monaten wieder in der Startformation stand, strahlte nicht weniger: "Ich glaube, dass wir heute nicht unser bestes Spiel gemacht haben, aber wir haben halt gewonnen."

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Der wollte nicht rein: Pote und Gueye scheitern am Cottbusser Torwart Renno.

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Dabei hatte es lange nicht danach ausgesehen, denn Dynamo fand ohne die Stammspieler Cristian Fiel (muskuläre Probleme) und Robert Koch (5. Gelbe) schwer in die Partie und konnte sich in der ersten Halbzeit kaum Chancen erarbeiten. Marcel Hellers Kopfball (drüber/4.) war nicht wirklich gefährlich, auch sein Schüsschen am langen Pfosten vorbei (24.) beeindruckte niemanden. Erst eine Ballstaffette über Zlatko Dedic, Interimskapitän Romain Brégerie und Giannis Papadopoulos brachte Torgefahr, doch Cottbus-Keeper René Renno lenkte den Ball noch zur Ecke (26.). Fernschüsse von Filip Trojan (32.) und Cheikh Gueye (43.) verfehlten deutlich das Ziel. Nur ein Freistoß von Schuppan führte noch einmal zu einer brenzligen Situation, als Brégerie am zweiten Pfosten direkt den Abschluss suchte, aber verzog (45.). Trainer Loose bemängelte den einseitigen Spielaufbau: "Wir haben zu viele lange Bälle gespielt." Zu selten seien die auch erlaufen worden.

Die Gäste aus der Lausitz, die überraschend ohne Leonardo Bittencourt begonnen hatten, ließen den Ball vor dem Seitenwechsel ganz gut laufen, kamen aber selten zum Abschluss. Besonders Florian Jungwirth war immer dann zur Stelle, wenn sich Gefahr für die Dynamo-Abwehr anbahnte. Mit letztem Einsatz erstickte der Bayer so manchen Konter, war bester Mann in Schwarz-Gelb. Nur einmal kam Cottbus durch, als Christian Müller aus der Entfernung draufhielt, aber Wolfgang Hesl das Geschoss parierte (45.).

Nach dem Pausentee wurde Dynamo aktiver, Loose hatte Sascha Pfeffer für den schwachen Heller gebracht. Als Papadopoulos überraschend aus 30 Metern auf das Renno-Tor schoss und der Ball ans Lattenkreuz krachte, spritzte Mickael Poté dazwischen und köpfte zum 1:0 ein (50.). Der sechste Saisontreffer des gebürtigen Franzosen, der für die Nationalmannschaft des Benin stürmt. Ein Trojan-Knaller hätte gleich das 2:0 bringen können, aber Renno hatte was dagegen (54.). Dafür klingelte es auf der anderen Seite, als Daniel Adlung geschickt Dimitar Rangelov anspielte und der Hesl zum 1:1-Ausgleich überwand (56.). Dynamo ließ sich davon nicht sehr beeindrucken, spielte diszipliniert weiter und versuchte es mit kontrollierter Offensive. Trojans Kopfball strich vorbei (59.), Brégeries Hinterhaltsschuss auch (61.).

In einer offenen Partie bemühte sich auch das von Markus Feldhoff gecoachte Gästeteam - der neue Trainer Rudi Bommer saß noch auf der Tribüne - um den Siegtreffer, doch Rok Kronaveter verzog aus 28 Metern. Sein Schuss ging links vorbei (77.). Als sich dann alle mit dem 1:1 abgefunden zu haben schienen, fiel doch noch das zweite Tor für die Schwarz-Gelben: David Solga spielte Poté geschickt im Strafraum an und der Angreifer zog sofort ab. Der Ball sprang Renno an den Körper und trudelte von dort in einer Bogenlampe glücklich zum 2:1 ins Netz (86.). "Ich habe den Ball bekommen und wusste nicht, wo ich hinspielen sollte. Auf einmal lief ich los und alle gingen irgendwie zur Seite, da konnte ich den Ball nur noch zu Poté spielen - und dann war er Gott sei Dank drinne", schilderte Solga die Entstehung des alles entscheidenden Treffers. "Ich bin sehr glücklich. Das war sehr wichtig für das Team und die Fans, denn wir haben lange nicht mehr gewonnen", freute sich Poté über seinen siebenten Saisontreffer.

Während die Dresdner anschließend zufrieden ein üppiges Weihnachtsessen genießen durften, fuhren die Cottbuser enttäuscht nach Hause. Ex-Dynamo Daniel Ziebig, der das erste Mal im neuen Dresdner Stadion mitspielen durfte, ärgerte sich: "Das Spiel heute war sinnbildlich für die ganze Vorrunde. Ich denke, wir haben ein ordentliches Auswärtsspiel gemacht. Wenn ich das 1:0 sehe, muss ich fast ein wenig schmunzeln, dass wir in den letzten Wochen und Monaten soviel Pech hatten. Das war so simpel. Und dann kommen wir zurück, und das 2:1 fällt ähnlich, wie der Ball abprallt und genau unter die Latte geht." Interimstrainer Feldhoff meinte auf der Pressekonferenz: "Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Ich denke, dass Dynamo heute die glücklichere Mannschaft war." Der Ex-Cottbuser Schuppan, dem Loose ein gutes Spiel bescheinigte, widersprach nicht: "Vielleicht war das heute der Ausgleich für das, was uns in den letzten Wochen passiert ist."

Dynamo: Hesl - Gueye, Brégerie, Jungwirth, Schuppan - Solga, Papadopoulos - Heller (45. Pfeffer), Trojan - Poté (89. Fort), Dedic (78. Kegel)

Schiedsrichter: Peter Sippel (München)

Zuschauer: 28 315

Tore: 1:0 Poté (50.), 1:1 Rangelov (56.), 2:1 Poté (86.)

Jochen Leimert

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