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Pokalspiel Dynamo Dresden gegen den BVB: Dortmunder Polizei befürchtet Randale

Pokalspiel Dynamo Dresden gegen den BVB: Dortmunder Polizei befürchtet Randale

Die Dortmunder Polizei befürchtet Ausschreitungen am Rande des DFB-Pokalspiels zwischen Borussia Dortmund und Dynamo Dresden am 25. Oktober im Signal-Iduna-Park.

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Ein Dynamo-Hooligan wird im Stadion vom Zaun gestoppt. Die Dortmunder Polizei befürchtet Randale beim DFB-Pokalspiel am 25. Oktober.

Quelle: Imago/Schüler

Dresden . Von Thomas Baumann-Hartwig

"Wir gehen davon aus, dass sich die Drittort-Szene messen möchte", sagte jetzt ein szenekundiger Beamter aus Dortmund vor dem Landgericht Dresden. Die Dortmunder "Drittortler" und die Hooligan-Gruppierung "Old School" hätten noch eine Rechnung mit Dresdner Hooligans offen.

Am 5. September 2009 war es, da spielte die von Ruud Kaiser trainierte Drittligatruppe aus Dresden im Signal-Iduna-Park gegen die Dortmunder U 23 und unterlag nach einem müden Kick mit 0:1. "Kurz vor dem Anpfiff kamen die Dresdner Hooligans ins Stadion", berichtete der Beamte. 3322 Zuschauer hatten sich in der Riesenschüssel verloren, entsprechend ruhig sei es nach dem Abpfiff zugegangen.

Doch plötzlich seien die Dortmunder "Drittortler" wie von der Tarantel gestochen weggelaufen, einige der Hooligans hätten geblutet. "Wir haben gehört, dass es in einem Waldstück in der Nähe des Stadions eine große Schlägerei gegeben haben soll. Aber unsere Jungs haben Stein und Bein geschworen, dass da nichts war." Die Interpretation des szenekundigen Beamten: "Die Dresdner Hooligans haben die Dortmunder in die Flucht geschlagen. Und das wollen die natürlich nicht zugeben." Sondern sich am 25. Oktober schlagend revanchieren.

Die Dortmunder Polizei bereitet sich auf das "Brisanzspiel" vor, die Dresdner Beamten planen Unterstützung für ihre Kollegen in Westfalen. "Wir stehen in Kontakt mit der Polizei in Dortmund", so Polizeisprecherin Jana Ulbricht, "unsere szenekundigen Beamten werden in Dortmund im Einsatz sein." Die Beamten würden auch "präventivpolizeiliche Maßnahmen" vorbereiten, etwa Aufenthaltsverbote oder Meldeauflagen für bekannte Gewalttäter. Es werde auch Gefährderanschreiben oder -ansprachen für Hooligans geben - den jungen Männern wird mitgeteilt, dass sie unter Beobachtung stehen.

Das ist auch zwingend erforderlich, denn seit April mischen sich wieder verstärkt gewaltbereite Hooligans unter die Fans von Dynamo Dresden, wie ein szenekundiger Beamter aus Dresden sagte. "Die Szene war jahrelang vom Fußball weg, weil ihre Vertreter 2004 bei einer Auseinandersetzung in Frankfurt/Main erwischt wurden und langjährige Stadionverbote erhielten, die jetzt ausgelaufen sind."

In der Zeit des Stadionverbotes sollen die Hooligans aber die Fäuste nicht in den Schoß gelegt, sondern sie bei sogenannten Drittort-Auseinandersetzungen fliegen gelassen haben. Dabei treffen sich die Hooligans zweier Fußballmannschaften in einem Waldstück oder einem Industriegebiet und prügeln nach Herzenslust aufeinander ein. Hin und wieder sind schwere Verletzungen die Folge, doch die Nasenbeinbrüche werden von den jungen Männern meist lapidar mit "Beim Joggen gestolpert" erklärt. So geschehen etwa 2007 in Nürnberg, wo 27 Hooligans nach einer Schlägerei festgenommen wurden und fünf gestolpert waren, beim Joggen natürlich.

In Dresden müssen sich seit August fünf mutmaßliche Mitglieder der "Hooligans Elbflorenz" wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung verantworten. Ihre Verteidiger erklären, die Teilnahme an organisierten Schlägereien können nicht strafbar sein, weil der Teilnehmer ja in eine mögliche Körperverletzung einwilligen würde. Möglicherweise sei das aber eine sittenwidrige Vereinbarung und doch strafbar, konterte die Staatsschutzkammer unter Vorsitz von Peter Lames und will Sachverständige zu dieser Frage hören. Der Prozess wird fortgesetzt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.10.2011

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