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Peter Pacult bleibt Trainer bei Dynamo Dresden: Zwei Wochen wertvolle Zeit verloren

Peter Pacult bleibt Trainer bei Dynamo Dresden: Zwei Wochen wertvolle Zeit verloren

Böse Zungen behaupten, Peter Pacult redet nicht mit Ersatzspielern. Noch bösere behaupten, er redet auch nicht mit Stammspielern. Fakt ist: Der 53 Jahre alte Wiener Fußball-Lehrer hat Dynamo mit 21 Punkten aus 15 Partien zum Klassenerhalt in der 2. Liga geführt.

Sein Vertrag in Dresden hat sich deswegen um ein Jahr verlängert. Mehr gäbe es dazu nicht zu sagen, meint Geschäftsführer Christian Müller. Doch, gibt es. DNN hat mit Peter Pacult gesprochen.

Frage: Vorm Anpfiff der Relega- tionspartie gegen Osnabrück kursierte eine Meldung, wonach Sie Ihren Hut nehmen müssen. Wie fühlte sich das an?

P. Pacult: Ganz wunderbar, das gibt dir Rückenwind. Im Ernst: Wer was hinter meinem Rücken was besprochen oder auch nicht besprochen hat, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass der Rucksack für uns schon schwer genug war.

Der Rucksack soll nach einer Andacht eines Club-Bosses vorm Anpfiff noch größer geworden sein. Stimmt es, dass der Mann die Mannschaft darauf hingewiesen hat, wie viele Dynamo-Arbeitnehmer im Fall eines Abstiegs entlassen werden müssen?

Dazu sage ich nichts.

Geschäftsführer Christian Müller erwähnte, dass sich Ihr Vertrag mit dem Ligaverbleib verlängert hat. Ein wahrer Blitz-Merker, der Mann...

Es bringt nichts, nach hinten zu schauen. Wir haben genug wertvolle Zeit verloren, waren zwei Wochen handlungsunfähig. Der Spielermarkt wartet nicht auf uns. Wir müssen jetzt Gas geben, uns in Defensive und Offensive verstärken.

In der abgelaufenen Saison hatte Dynamo den drittkleinsten Etat der 2. Liga. Trotzdem hat man den Eindruck, dass die Dynamo-Gemeinde vom Selbstverständnis her ein Bundesligist ist. Ist das nur eine Wahrnehmungsstörung?

Dresden hat eine große Vergangenheit, der Club ist tief in der Stadt verwurzelt, die Fans lieben Dynamo. Aber man den Blick für die Realitäten nicht verlieren. Es geht jetzt darum, den Verein in der 2. Liga zu etablieren.

Clubs mit glorreicher Vergangenheit haben immer auch Ex-Spieler, die sich mehr oder weniger geistreich zu Wort melden. Auch so ein Dynamo-Problem?

Wir leben in einer Demokratie, da darf jeder sagen, was er denkt.

Sie sind ein Trainer, der auch aus dem Bauch heraus entscheidet. Manche deuten das als Ausdruck fehlender Strategie...

Für meinen Geschmack wird der Fußball zu sehr verwissenschaftlicht. Wir hatten bei 1860 München einen Spieler, der hatte Laktat-Werte wie ein Kegler, konnte aber zwei Stunden am Stück rennen.

Wie sieht ein Fußballer nach Ihrem Gusto aus?

Hingabe zum Job und Fitness muss ich nicht erwähnen. Besondere Spieler haben Augen im Hinterkopf. Die wissen, bevor sie den Ball annehmen: Wo stehen Kollegen, wo Gegner, wo muss der Ball hin? Ernst Happel sagte immer: Das Herzstück ist das Mittelfeld, da läuft die Musik. Das ist so.

Warum reden Sie so ungern mit Ihren Untergebenen?

Ich muss einem Spieler nicht 17000 mal erklären, warum er so oder so zu stehen hat. Und ich kann auch nicht Angst oder Selbstzweifel nehmen. Gauben Sie, dass die Deutschen 2006 das Viertelfinale gegen Argentinien gewonnen haben, weil Klinsmann eine tolle Rede gehalten hat?

Sie haben bis letzten Sommer RB Leipzig betreut. Freut Sie der Drittliga-Aufstieg?

Selbstverständlich, da sind ja noch viele Jungs von mir dabei. Für Daniel Frahn freut es mich besonders. Ein klasse Spieler und Typ. Ich war beim Hinspiel im Stadion, habe das Rückspiel in Lotte am Fernseher verfolgt.

Haben Sie Dietrich Mateschitz gratuliert?

Ich habe dem Chef eine SMS geschickt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.06.2013

Guido Schäfer

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