Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 14 ° Regen

Navigation:
Google+
Peter Gorka hat nun mehr Zeit für seine Enkel

Peter Gorka hat nun mehr Zeit für seine Enkel

Bei der 63. Mitgliederversammlung des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) wurde vor kurzem in Berlin die Wachablösung an der Spitze des deutschen Tennis tatsächlich vollzogen.

Voriger Artikel
400-Meter-Läufer Schneider wechselt nach Dresden
Nächster Artikel
Neues DSC-Duo peilt Olympia 2016 an

Peter Gorka hat ein halbes Jahrhundert ehrenamtlich für den Tennissport gearbeitet und in Dresden viel bewegt.

Berlin/Dresden . Berlin/Dresden (DNN). Bei der 63. Mitgliederversammlung des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) wurde vor kurzem in Berlin die Wachablösung an der Spitze des deutschen Tennis tatsächlich vollzogen. Der 48-jährige Karl-Georg Altenburg löste Georg von Waldenfels (67), der zwölf Jahre lang Präsident des mit etwa 1,5 Millionen Mitgliedern drittgrößten Sportverbandes Deutschlands war, ab. Zu den "Neuen" im Führungsgremium gehört auch der 43-jährige Carl-Uwe Steeb. Der dreifache Davispokal-Sieger, der im kommenden Mai das Dresdner ATP-Turnier im Waldpark zu neuem Leben erwecken will, wurde zum Vizepräsidenten Sport gewählt. In Berlin endete hingegen die sehr lange Funktionärskarriere von Peter Gorka.

Der Dresdner, der im kommenden Frühjahr sein 70. Lebensjahr vollendet, trug als der für Ausbildung und Entwicklung zuständige DTB-Vizepräsident 13 Jahre und damit sogar noch ein Jahr länger als Georg von Waldenfels Verantwortung im höchsten deutschen Tennis-Gremium. Sein Abschied kommt indes völlig planmäßig. Schon im Sommer dieses Jahres hatte Gorka in einem DNN-Interview erklärt, dass er sich "nicht wieder zur Wahl stellt. Meine Entscheidung steht in keinem Zusammenhang damit, dass es nun zwei Kandidaten für das Präsidentenamt gibt."

Dass Peter Gorka übrigens als einziger Vertreter aus den neuen Bundesländern für seine Tätigkeit die vollste Anerkennung von allen deutschen Landesverbänden erhielt - und das unabhängig davon, ob sie Altenburg- oder Waldenfels-Befürworter sind, wurde bei seiner Verabschiedung sichtbar. So wurde seine Auszeichnung mit der DTB-Ehrennadel in Gold mit Riesenbeifall bedacht.

"Natürlich habe ich mich in meiner Funktion immer für das gesamte deutsche Tennis verantwortlich gefühlt. Aber ich sah mich immer auch als Vertreter der neuen Bundesländer, zumal hier ja noch aus DDR-Zeiten ein riesiger Nachholbedarf für unsere Sportart besteht." Als durch das Hochwasser 2002 vor allem in Sachsen viele Tennis-Vereine stark betroffen, einige Anlagen sogar völlig vernichtet wurden, organisierte Gorka eine Deutschland weite Spendenaktion, die 100 000 Euro einbrachte.

Vor allem für den Dresdner Tennissport hat sich Peter Gorka in seiner etwa 50-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit einen unvergesslichen Namen gemacht. Das betrifft einerseits die vielen Großveranstaltungen, die auf der Blasewitzer Anlage im Waldpark über die Bühne gingen. So standen die zehn bisherigen ATP-Turniere ebenso unter seiner Regie wie vier deutsche Meisterschaften bei den Aktiven und dem Nachwuchs. Als besonderer Höhepunkt wird der Fedcup in die Annalen eingehen, bei dem sich die deutschen Damen im Frühjahr 2002 im Waldpark mit 3:2 gegen den in bester Besetzung angetretenen hohen Favoriten Russland durchsetzten.

1990 hob Gorka den TC Blau-Weiß Blasewitz, der aus den zu DDR-Zeiten im Waldpark beheimateten Sportgemeinschaften Medizinische Akademie, Aufbau Mitte und Aufbau Nord hervorging, aus der Taufe. Bevor er im Januar 2010 den Staffelstab an Michael Stephan übergab, stand er fast zwei Jahrzehnte als Präsident an der Spitze dieses Vereins und entwickelte ihn mit aktuell über 700 Mitgliedern zum mit Abstand größten Tennis-Verein in den neuen Bundesländern.

In Gorkas Amtszeit sind auch die vereinseigene Vier-Feld-Tennishalle in der Hepkestraße, das völlig neue Clubhaus auf der Anlage im Waldpark und die Flutlichtanlage auf dem Centre Court entstanden. "Es war gerade die richtige Zeit, dass ich mich jetzt zurückgezogen habe. Dadurch kann ich mich wieder mehr um persönliche Dinge kümmern und auch meiner eigenen sportlichen Betätigung nachgehen", zeigte sich Gorka nach Abschluss der DTB-Mitgliederversammlung sichtlich erleichtert.

Und er machte auch gleich "ernst". Denn am Tag danach begab er sich mit seiner Tochter Juliana für eine Woche zum Ski-Urlaub ans Matterhorn. Die drei Kinder der letzten DDR-Tennis-Meisterin von 1990, Mathis (7), Carla (5) und Ben (2), sieht er zugleich als sehr gute "Objekte", um ihnen sein beachtliches Können, dass er auch als aktiver Tennisspieler immer noch vorweisen kann, weiterzugeben. Schließlich hat er nun auch wieder viel mehr Zeit, um für die in der Ostliga vertretenen Herren 65 des TC Blau-Weiß Blasewitz um Punkte zu kämpfen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.12.2011

Rolf Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr