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Pacults Roulette bei Dynamo Dresden: Gestandene Profis fanden sich gegen Duisburg auf Bank und Tribüne wieder

Pacults Roulette bei Dynamo Dresden: Gestandene Profis fanden sich gegen Duisburg auf Bank und Tribüne wieder

Zwischen 15 und 16 Uhr am Freitagnachmittag lagen wohl Freud und Leid eng beieinander. In der Mannschaftsbesprechung der Dynamos lüftete Trainer Peter Pacult nach vier Wochen intensiver Arbeit das Geheimnis, wer die Binde trägt, wer den Kasten sauber hält und wer auf die Tribüne muss.

Knapp zwei Stunden später wussten dann auch die Zuschauer Bescheid. Bereits zuvor hatte der Österreicher von "Härtefällen" gesprochen.

Mittelfeldspieler Filip Trojan, Offensiv-Neuzugang Dmitri Khlebosolov und Tormann Markus Scholz durften statt Stutzen, Trikot und Töppen nur die zivile Kleidung überwerfen. Auch Giannis Papadopoulos wandelte schon wieder in den Katakomben, nachdem sein Wechsel in die griechische Heimat geplatzt ist. Später dürfte sich auch bei den beiden Ex-Kapitänen Cristian Fiel und Robert Koch die Miene verfinstert haben, denn sie standen zwar im Kader, durften ins Spielgeschehen aber nicht eingreifen. So richteten es andere Spieler auf dem Platz beim 0:0 gegen den MSV Duisburg, das im Abstiegskampf eigentlich zu wenig ist. Pacult hatte vor der Partie bemängelt, dass die Verteidiger in der Vorbereitung teilweise nicht einmal eine dreckige Hose gehabt hätten. Am Kontakt mit dem Rasen und dem Gegner lag es am Freitag jedoch nicht, dass die Schwarz-Gelben statt der angestrebten drei nur einen Punkt einfuhren. "Wenn man 17 Tage auf einem einwandfreien Rasen trainiert und dann auf ein Spielfeld kommt, auf dem das Kombinieren fast nicht möglich ist, dann ist das hart", musste Neu-Kapitän Mickael Poté feststellen. Läuferisch und kämpferisch kann man der Pacult-Elf keinen Vorwurf machen, doch im Spiel nach vorn blieb viel Luft nach oben. Dafür wurden zumindest personell die Weichen für die verbleibenden 14 Spiele gestellt. "Ich bin niemand, der bei Entscheidungen groß das Wie und Warum erklärt", wehrte Pacult die Frage nach seinen Überlegungen zunächst ab. Dann gab er doch bereitwillig Auskunft, warum beispielsweise Benjamin Kirsten im Rennen um den Stammplatz im Tor als Erster die Ziellinie überquerte. "Es war ein Dreikampf. Markus Scholz hat seine Sache im Trainingslager sehr, sehr gut gemacht. Er hatte lediglich den Nachteil, im Sommer mit etwas Übergewicht gekommen zu sein, ihm fehlte die Spritzigkeit im Training. Bei den anderen beiden habe ich die Verbissenheit vermisst. Sie haben sich eher gestreichelt, als sich zu pushen. Beide können noch einen Schritt nach vorn machen", schätzte Pacult das Duell Kirsten kontra Fromlowitz ein. Die Entscheidung für die neue, alte Nummer eins sei eine aus dem Bauch heraus gewesen.

Weniger auf sein Gefühl, sondern seine Beobachtungen verließ sich der 53-Jährige in der Kapitänsfrage: "Er muss Stammspieler sein und ein gewisses Standing in der Mannschaft haben. Nicht nur den Wimpel übergeben und die Seitenwahl gewinnen." Mickael Poté selbst empfindet es nicht als zusätzlichen Druck. "Es ist ein Vertrauensbeweis; wenn ich der Mannschaft so helfen kann, dann mache ich es gern. Ich fühle mich immer verantwortlich auf dem Rasen, deshalb ändert sich für mich nicht viel", sagte der 28-Jährige. Schon beim 1. FC Kaiserslautern, von dem er neben Eintracht Frankfurt im Sommer heftig umworben worden war, will auch er mal wieder treffen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.02.2013

Tina Hofmann

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