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Noch einmal nach Hawaii, dann ist Schluss - Dresdner trainiert für seinen letzten Ironman

Noch einmal nach Hawaii, dann ist Schluss - Dresdner trainiert für seinen letzten Ironman

"Ich möchte in meinem Leben noch etwas anderes machen: Fremdsprachen lernen, ein Instrument spielen oder vielleicht eine Familie gründen", sagt Sven Perschneck.

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Sven Perschneck hat sich in Frankfurt zum dritten Mal für Hawaii qualifiziert.

Quelle: Enrico Müller

Der Triathlet vom TV Dresden hat sich deshalb entschieden, seine Trainingsumfänge künftig zu reduzieren und nicht mehr bei Wettkämpfen über die Langdistanz zu starten. Nur noch ein einziges Mal will er sich den Strapazen einer Ironman-Konkurrenz aussetzen: am 11. Oktober in Kona auf Hawaii, dem Mekka aller Triathleten.

Aller guten Dinge sind drei, dachte sich Perschneck, als er überlegte, wo für ihn der richtige Ort sei, um den Abschied vom Extremsport einzuleiten. 1998 und 2011 weilte er schon auf Hawaii und lief jeweils überglücklich als "Eisenmann" ins Ziel. Nun will er es noch einmal wissen und es vor allem auch genießen: "Ich werde den Wettkampf wahrscheinlich nicht volles Rohr angehen, will lieber die Atmosphäre, die Stimmung ringsum auf mich wirken lassen."

Dass sich der 41-Jährige, der eine gut laufende Praxis für Physiotherapie in Lockwitz betreibt, noch einmal das Startrecht für den berühmtesten Langtriathlon der Welt sichern konnte, war nicht unbedingt abzusehen. "Ich habe etwas weniger trainiert als in den Vorjahren, hatte auch mehr Ablenkung", blickt er zurück. Doch am 6. Juli beim Ironman Germany in Frankfurt/Main lief es blendend für den Dresdner. Nach 9 Stunden, 18 Minuten und 32 Sekunden kam er in der Bankenmetropole ins Ziel - es wurde die zweitbeste Zeit, die er jemals bei einem Ironman erreichte. Nur 2001 in Roth war er in 9:13 Stunden fünf Minuten schneller. Als Elfter in seiner Altersklasse erfüllte er nun die Norm für Hawaii erneut und durfte sich an der Frankfurter Festhalle den begehrten Slot für das große Spektakel im 50. Bundesstaat der USA abholen.

"Vorher hatte ich gedacht, eine Zeit um die 9:30 ist okay. Doch es lief vor allem auf dem Rad super", erinnert sich Perschneck an den Tag in Frankfurt. Mit einer Zeit von 4:46:33 Stunden war er über die 180 Kilometer auf der Straße deutlich schneller als jemals zuvor: "Ich habe meine Rad-Bestzeit pulverisiert, das hat mich schon überrascht." Die neue Rennmaschine von seinem Partner Bikeland war ein Grund für das gute Abschneiden in Hessen, aber nicht der einzige: "Ich war in diesem Jahr nicht krank, nicht verletzt und konnte, wenn ich wollte, voll durchtrainieren", erinnert sich Perschneck, der seit 2007 von Manfred Pflug betreut wird.

Auf so hohem Niveau, wie er das Training seit Jahren betrieb, möchte er es aber künftig nicht mehr machen. "Es ist schwer, vom Triathlon loszukommen. Ich werde auch nicht ganz aufhören, aber eben keine Langdistanz mehr in Angriff nehmen. Hawaii wird jetzt mein 13. Wettkampf dieser Art, das ist ein guter Schlusspunkt." Das für den teuren Ausdauersport benötigte Geld möchte Perschneck künftig anders investieren, vor allem aber mehr Zeit für Familie und Freunde haben. Und natürlich will er mehr für seine Patienten da sein: "Ich habe seit einem Jahr eine eigene Praxis und arbeite allein. Wenn ich oft lange weg bin, ist das nicht optimal."

Wenn er Anfang Oktober die Behandlungsräume noch einmal für zwei Wochen schließt und nach Hawaii fliegt, wird sein langjähriger Sportkamerad Holm Große nicht mit ihm starten. 2011 waren beide gemeinsam in Kona unterwegs. In Frankfurt verpasste Große aber den Slot, weil er wegen gesundheitlicher Probleme aussteigen musste. Sven Perschneck hofft, dass ihm dieses Missgeschick in Kona nicht ereilt: "Ich möchte meinen letzten Ironman von der ersten bis zur letzten Sekunde genießen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.07.2014

Jochen Leimert

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