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„Nicht mehr dran geglaubt" - Dynamo dreht im Pokal gegen Leverkusen ein 0:3 zum Sieg

„Nicht mehr dran geglaubt" - Dynamo dreht im Pokal gegen Leverkusen ein 0:3 zum Sieg

Niemand, wirklich niemand, hätte am Samstagnachmittag um 16.45 Uhr noch einen Cent auf ein Weiterkommen von Dynamo Dresden im DFB-Pokal gesetzt. In der 60. Minute führte Bundesligist Bayer Leverkusen in der Erstrundenpartie mit 3:0 gegen die Schwarz-Gelben, spielte hochkonzentriert und ließ Dynamo bis dahin nicht den Hauch einer Chance.

„Ich habe nicht mehr dran geglaubt", gab Dresdens Trainer Ralf Loose zu. Auch sein Leverkusener Kollege Robin Dutt berichtete freimütig, dass er zu diesem Zeitpunkt keinen Gedanken an ein mögliches Pokal-Aus verschwendet hatte.

Eine Stunde später hatte sich das Bild gedreht: Dynamo war aus dem Nichts zurück ins Spiel gekommen, Alexander Schnetzler war es schließlich, der in der 117. Minute mit einem Sololauf über das halbe Feld und einem wunderschönen Lupfer über Bayer-Keeper David Yelldell die Sensation perfekt gemacht hatte. Dresden jubelte und Leverkusen war aus dem Pokal ausgeschieden.

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Dynamo siegt nach dramatischem Spiel gegen Bayer Leverkusen.

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60 Minuten lang hatten die Gäste das Geschehen im mit 25.959 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Dresdner Glücksgas-Stadion völlig unter Kontrolle gehabt. Bereits nach sechs Minuten hatte Eren Derdiyok per Kopfball getroffen, in der 12. Minute hatte Sidney Sam für die Werkself erhöht. Dynamo spielte mutlos, zu langsam und zu umständlich, um die überlegenen Gäste in Verlegenheit zu bringen. Einzig Robert Koch hatte mit einem Schuss von der Strafraumkante nach zehn Minuten für ein wenig Gefahr sorgen können. „Wir hatten keine Chance", meinte Sebastian Schuppan. „Die haben eiskalt angefangen, da bist du nur noch am hinterher rennen."

Zwar versuchte Dynamo nach der Pause, mehr Akzente zu setzen, doch wieder war Leverkusen „eiskalt". Florian Jungwirth ließ in der 49. Minute Andre Schürrle ohne Gegenwehr in den Straffraum laufen. Mit zwei Übersteigern verschaffte sich der Nationalspieler Platz und traf zum sehenswerten 3:0. Leverkusen verwaltete jetzt, ließ Ball und Gegner im Dauerregen laufen, Dynamo hatte sich nahezu aufgegeben.

Doch das Spiel kippte: Als nach 63 Minuten Michael Ballack und Stefan Kießling für Simon Rolfes und Eren Derdiyok kamen, verlor der Vizemeister den Faden. Bayer ließ Dynamo jetzt in die Zweikämpfe kommen und die nahmen dankbar an. Ein Freistoß leitete schließlich die Wende ein. Filip Trojan war im Mittelfeld gefoult worden, Cristian Fiels Freistoß nach 68 Minuten köpfte Sebastian Schuppan ins Tor. Zwei Minuten später war es dann Robert Koch, der eine Flanke von Trojan per Kopf zum Anschlusstreffer verwandelte.

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Die Duisburger Goran Sukalo (r) und Bruno Gabriel Soares jubeln nach dem Babelsberger Eigentor zum 0:1.

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Jetzt glaubten die Dynamos und ihre Fans plötzlich wieder an ihre Chance. Noch einmal zwei Minuten später hätte Martin Stoll nach einer Fiel-Ecke fast für den Ausgleich gesorgt, doch Stefan Kießling köpfte den Ball von der Linie. „Kaum zu beschreiben", meinte Florian Jungwirth zu den turbulenten fünf Minuten.

Danach hatte sich Leverkusen eigentlich wieder gefangen. Doch in der 86. Minute war es wieder Robert Koch, der zum 3:3 ausglich. Fiel hatte nach einem weiten Ball abgelegt, Pavel Fort verpasst, doch Koch stand richtig und staubte ab. „Ich bin sehr froh, dass wir ihn haben", meinte auch Ralf Loose zu seinem wohl besten Spieler auf dem Platz.

In der Verlängerung waren beide Teams ebenbürtig, auch wenn Leverkusen jetzt wieder leichte Vorteile hatte. Das Tor machte aber Dynamo. Der erst kurz zuvor eingewechselte Alexander Schnetzler lief nach 117 Minuten allein auf das Bayer-Tor zu und machte die Sensation perfekt. Zwar rannte Leverkusen noch einmal an. Aber Dennis Eilhoff mit einer Glanzparade gegen Michael Ballack und die Abwehr mit vereinten Kräften gegen Stefan Kießling retteten die Führung über die letzten Minuten.

„Unglaublich" waren schließlich die durchaus passenden Worte, die Sebastian Schuppan für das Spiel fand. „Heute Nacht darf gefeiert werden", kündigte letztendlich Trainer Ralf Loose an. Danach müsse der Fokus aber wieder auf die zweite Liga gerichtet werden. Mit einem Auswärtsspiel in Fürth wartet in einer Woche der nächste harte Brocken auf die Dynamos.

Stephan Lohse

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