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Neustart für Adventsturnier 2012 in einem Flugzeug-Hangar

Neustart für Adventsturnier 2012 in einem Flugzeug-Hangar

Auf der Homepage des langjährigen Veranstalters En Garde Marketing GmbH steht der Termin noch im Veranstaltungskalender, doch das ursprünglich für dieses Wochenende geplante Internationale Dresdner Adventsturnier wurde schon im August abgesagt.

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Nach dem Großen Preis 2010 strahlten Volker Wulff (l.), Hans Günter Winkler und Georg Abel (r.) noch mit dem Sieger Willem Greve. 2011 fällt das Turnier aus.

Quelle: soccerf.

Dresden . Dresden (DNN). Auf der Homepage des langjährigen Veranstalters En Garde Marketing GmbH steht der Termin noch im Veranstaltungskalender, doch das ursprünglich für dieses Wochenende geplante Internationale Dresdner Adventsturnier wurde schon im August abgesagt. En Garde-Chef Volker Wulff und Messe-Geschäftsführer Ulrich Finger konnten sich damals nicht über die Konditionen einer Neuauflage verständigen. Eine bittere Nachricht für alle Reiter und Pferdesportfans, die im Vorjahr noch den Sieg des Niederländers Willem Greve im Großen Preis verfolgt hatten. Statt wie zuletzt 16 000 Zuschauer am gesamten Wochenende werden an diesem Sonnabend nur einige Mediziner zu einem kleineren Kongress auf die Messe kommen. Ansonsten stehen die Hallen im Ostragehege leer, bevor sie ab Montag komplett für mehrere Tage von Volkswagen genutzt werden.

"Alle Reiter aus der Region vermissen das Turnier, weil es über Jahre gewachsen ist und eine gute Veranstaltung war. Auch für Reitkundschaft aus meinem Stall - Leute, die einen normalen Job haben und nur in der Freizeit reiten - war das eine ganz feine Sache, weil sich dort alle getroffen haben", bedauert der Dresdner Reiter Udo Irmisch den Wegfall des Turniers. "Gerade in der Vorweihnachtszeit hat man dort gern gemeinsam einen Glühwein getrunken und Topleuten zugeschaut. Zu 99 Prozent sagen alle, die ich kenne, dass es schade ist, dass das Turnier nicht mehr stattfindet", schildert Irmisch seine Eindrücke. Auch Michael Kölz, Profi aus Leisnig, bedauert die Absage: "Ich habe nun am Wochenende frei, wäre gern wieder nach Dresden gekommen." Brit Placzek, die das vom Reitverein Gompitz ins Leben gerufene Turnier über viele Jahre als Helferin und Berichterstatterin begleitete, sagt traurig: "Das Adventsturnier war unser Baby. Es ist bedauerlich, dass es nicht mehr stattfindet. Es war eine tolle Veranstaltung, die sich über Jahre entwickelt hat. Wir haben mal klein angefangen, mit En Garde ist sie dann international geworden. Da sind wir stolz drauf."

Dass die Messe anders als in den Anfangsjahren gegenüber den Veranstaltern weniger Entgegenkommen zeigte und die Halle 4 nicht mehr zur Unterbringung der Tiere zur Verfügung stellen wollte, ärgert Placzek. "Es scheint mir, als ob sich die Messe alles, was etwas Dreck macht, vom Leib schaffen will. Die Messe ,Jagen - Fischen - Reiten' gibt es ja auch nicht mehr", findet die Dresdnerin. Und Irmisch glaubt: "Die Stadt hätte schon mehr dafür tun können, dass das Turnier bleibt. Sie unterstützt ja auch groß die Kultur, ist im Sport aktiv. Ich bin auch Fußballfan, freue mich über Dynamo in der 2. Liga, aber beim Adventsturnier sind Weltmeister und Olympiasieger geritten."

Der Reiter vom RSC Dresden-Bühlau hofft, dass die hochklassige Veranstaltung nicht für immer gestorben ist. Und tatsächlich gibt es mehr als nur einen Hoffnungsschimmer. Ulrike Steeb, Prokuristin von En Garde-Chef Wulff, bestätigt, dass es ernsthafte Überlegungen gibt, 2012 wieder an den Start zu gehen. Wo - das ist noch offen, klar ist nur: "Die Messe wird es sicher nicht sein. Wir werden uns im Dezember noch unterschiedliche Stätten angucken, wo so was möglich sein könnte."

Eine davon soll ein Hangar am Flughafen sein, bestätigte Steeb. Einen wichtigen Verbündeten im Kampf um eine Fortführung der Turniertradition hat En Garde in Georg Abel gefunden. Der Chef der Mercedes-Benz-Niederlassung Dresden machte seit fünf Jahren Sponsorengelder für das Turnier in Stuttgart locker und wollte die 2011 aufstocken. "Er möchte das Turnier unbedingt halten und unterstützt uns auf der Suche nach geeigneten Veranstaltungsstätten", so Steeb weiter. Auch die Deutsche Kreditbank stehe als Partner weiter zum Turnier.

Wichtig bei der Auswahl des neuen Standortes ist für En Garde, "dass wir alles schön kompakt beisammen haben", betont Steeb. Die Reiter kämen zwar auch gern, um in Dresden für Weihnachten einzukaufen, doch in erster Linie, um hier erfolgreich zu reiten. Kurze Wege gebe es aber im Ostragehege ohne Stallungen in Halle 4, die wegen Geruchsbelästigung grundsätzlich gesperrt sei, nicht mehr. "Ohne die Messehalle 4 hätten wir draußen Stallzelte aufbauen müssen, weswegen uns die Parkplätze für die LKWs gefehlt hätten. Die hätten dann am Hafen parken müssen. Die Pfleger hätten hin und her geshuttelt werden müssen, weil sie ja in den LKWs wohnen. Das sind Bedingungen, die das Turnier nicht verdient hätte", glaubt Ulrike Steeb.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.11.2011

Jochen Leimert

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