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Nach der langen Pause: Für Raúl Spank wird die Zeit bis zur WM in Moskau knapp

Nach der langen Pause: Für Raúl Spank wird die Zeit bis zur WM in Moskau knapp

Als DSC-Hochspringer Raúl Spank braungebrannt aus dem Flieger stieg, bekam er eine Gänsehaut: "Die eisige Kälte war ein Kulturschock", gab der 24-Jährige zu.

Dresden.

Zwei Wochen lang hatte der Dresdner unter südafrikanischer Sonne in Stellenbosch bei 26 bis 28 Grad trainiert. "Der Temperaturunterschied von 30 Grad war doch etwas heftig", meinte Spank, der aber schon morgen wieder in wärmere Gefilde düst. Mit den DSC-Trainingsgefährten Jenny Elbe und Matthias Haverney sowie Coach Jörg Elbe geht es ins nächste Camp nach Formia in Italien. Spank hofft, dass es bei ihm weiter bergauf geht. "Die Zeit drückt schon, es wird eng", weiß der zuletzt immer wieder von Verletzungen geplagte WM-Dritte von 2009. Im letzten Dreivierteljahr habe nicht wirklich viel zusammengepasst, gesteht der einstige Überflieger, der seinen letzten Hochsprungwettkampf am 18. Juni 2012 in Bochum bei den Deutschen Meisterschaften absolvierte. Mit Schmerzen quälte er sich da über 2,22 Meter und holte Bronze. Danach diagnostizierten die Ärzte einen Längsriss der rechten Achillessehne, später kam ein Einriss der Patellasehne im linken Knie dazu. Nachdem Spank im September wieder mit leichtem Training begonnen hatte, zog er sich im Oktober eine Reizung im rechten Knie zu. Er sagte die Hallensaison ab.

"Im Februar verspürte ich wieder überall Schmerzen", berichtete der Student vor dem Trainingslager in Südafrika. Er unterzog sich nochmals einer Untersuchung, bei der jedoch keine Schäden an den Achillessehnen oder Knien festgestellt wurden. "In Stellenbosch ging es mir dann von Tag zu Tag besser. Die wärmenden Sonnenstrahlen taten nicht nur der Psyche, sondern vor allem auch dem Körper gut. Ich bin mit vielen Fragezeichen im Kopf nach Südafrika geflogen, habe aber neuen Mut geschöpft. In der ersten Woche war ich beim Training noch vorsichtig, in der zweiten Woche lief es deutlich besser und ich konnte gut trainieren", so Raúl Spank.

Ein Ausflug auf den Tafelberg und zu zwei Weingütern, wo einige gute Tropfen verkostet wurden, trugen auch zur Aufhellung der Stimmung bei. "Die Landschaft hat mich beeindruckt. Es war das erste Trainingslager überhaupt, bei dem ich nicht schon früher nach Hause wollte", verrät der Elbestädter schmunzelnd. Doch er weiß, wenn er die Fahrkarte zur WM in Moskau (10. bis 18. August) buchen will, muss er sich mächtig strecken. Die WM-Norm von 2,31 Metern ist nach so langer Pause eine echte Herausforderung, die er spätestens bei der Deutschen Meisterschaft am 6./7. Juli in Ulm gemeistert haben muss.

"Die Technik klappt noch nicht wieder, mir fehlen noch 200 Sprünge und auch Wettkampf-Routine", weiß er. Trainer Jörg Elbe bestätigt das: "Das halbe Jahr Pause ist nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Er ist noch nicht wieder so belastungsverträglich wie er das einmal war. Wir müssen das Krümel für Krümel wieder aufbauen, werden deshalb sicher etwas später in die Wettkämpfe einsteigen." Die nächsten Schritte will Spank nun im hoffentlich warmen Italien absolvieren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.03.2013

A. Hofmann

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