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Nach der Pleite gegen Union: Bei Dynamo Dresden ist wieder Feuer unterm Dach

Nach der Pleite gegen Union: Bei Dynamo Dresden ist wieder Feuer unterm Dach

Nach dem kläglich verlorenen Prestigeduell gegen Union Berlin hängt bei Dynamo Dresden der Haussegen schief. Dass man gegen einen Aufstiegsaspiranten auch daheim mal verlieren kann, bestreitet niemand.

Dresden.

Aber die Art und Weise, wie das 1:3 gegen die "Eisernen" zustande kam, war doch selbst für hartgesottene Fans ernüchternd. Warum sich die Mannschaft von Peter Pacult in der ersten Halbzeit so vernaschen ließ und bereits nach 37 Minuten beim Stand von 0:3 aus dem Rennen war, das ist einfach zu erklären: Es fehlte ihr an Präsenz, an Aggressivität, an Ballsicherheit und Ideen.

Für Sportchef Steffen Menze war das "eine Riesenenttäuschung". Er ging mit den Spielern hart ins Gericht: "Da müssen sich einige fragen, wie sie ihre Zweikampfführung gestaltet haben." Die von den Unionern dankbar angenommene Mithilfe bei den Gegentreffern rief nur ein Kopfschütteln bei ihm hervor: "Ich kann es mir nur so erklären, dass sich einige zu sicher fühlen in ihrer Leistung." Jeder müsse Woche für Woche seine Leistung neu abrufen."Ich glaube nicht, dass man sich auf irgendwas verlassen kann", stellte Menze fest. Er hofft, "dass jetzt auch der Letzte aufgewacht ist", denn mit dieser Einstellung bleibt man im Tabellenkeller hängen. Mit "Schönspielerei", ätzte Menze, werde man in dieser Liga untergehen. Er forderte mehr Biss, mehr Siegeswillen. So wie gegen Union könne man Spiele nicht angehen: "Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen, geschweige denn, dass wir Ballbesitz hatten. Die Bälle waren sofort weg." Routinier Cristian Fiel gestand: "Es ist einfach so, dass wir nichts, was wir uns vorgenommen hatten, auf den Platz gebracht haben und Union uns einfach hochüberlegen war, gut den Ball hat laufen lassen."

Selbst wenn Dynamo die Kugel mal eroberte, wussten die Defensivkräfte nichts damit Besseres anzufangen, als sie weit nach vorn zu schlagen. Das aber war viel zu durchsichtig, Mickaël Poté bei den langen Kerls Christian Stuff und Fabian Schönheim gut unter Kontrolle. Fiel bemühte sich auf der Zehn redlich, an den selten präzise gespielten Ball zu kommen, doch dass er kein Sprinter ist, müssten seine Mitspieler und der Trainer eigentlich wissen. Warum Pacult Fiel nicht wenigstens in der Halbzeitpause erlöste und zurück in die Doppelsechs schickte, wo sowohl Christoph Menz (hypernervös gegen seinen Ex-Klub) als auch Anthony Losilla enttäuschten, und Zlatko Dedic als zweite Spitze brachte, blieb sein Geheimnis.

Pacult vermied jede Einlassung zu seiner Taktik, für ihn lag das Versagen der Mannschaft an deren Einstellung: "Wir waren zu ängstlich in diesem ganzen Spiel." Er bemängelte die geringe Passsicherheit und dass beim 0:1 durch Sören Brandys Kopfball nach einem Mattuschka-Eckstoß wieder einmal die Zuteilung nicht gestimmt habe. "Das ist schon das zweite Mal hintereinander, dass wir durch eine Standardsituation ein Tor bekommen. Da müssen wir einfach konsequenter sein."

Stocksauer war Pacult in der Pressekonferenz auf Referee Peter Sippel, weil der vor der Roten Karte gegen Cheikh Gueye ein Foul gegen Poté nicht gepfiffen habe. So sei der Abpraller zu Gueye gekommen - "und er macht dieses dumme Foul". Dass Sippel und seine Assistenten wie die meisten im Stadion nicht gesehen hatten, dass Romain Brégeries Kopfball in der 30. Minute schon hinter der Linie war, bevor ihn Baris Özbek aus dem Tor köpfte, wusste der SGD-Coach da wohl noch nicht.

Seiner Elf zollte Pacult immerhin Respekt, dass sie sich nach dem Platzverweis nicht abschlachten ließ. Dennoch müsse man das Spiel "schnell abhaken" und sich gut auf das nächste vorbereiten: "Da müssen wir ein anderes Gesicht zeigen." Gegen den FSV Frankfurt, der mit dem 1:0 gegen Bochum die ersten Punkte einfuhr, sollte am Sonntag auch der erste Saisonsieg herausspringen, sonst ist der Fehlstart perfekt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.08.2013

Jochen Leimert

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