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Nach der Insolvenz der Agentur von Carl-Uwe Steeb sind Weltklasse-Turniere in Dresden kein Thema mehr

Nach der Insolvenz der Agentur von Carl-Uwe Steeb sind Weltklasse-Turniere in Dresden kein Thema mehr

"Im kommenden Jahr erlebt Dresden wieder großen Tennissport, das ATP-Turnier im Waldpark steht vor einem Comeback. Zuletzt wurde die Veranstaltung 2008 durchgeführt.

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War 2008 der letzte Turniersieger im Dresdner Waldpark: Andreas Beck aus Ravensburg.

Quelle: Dehli-News / Frank Dehlis

Die Neuauflage möglich macht Carl-Uwe Steeb." So war es in der DNN vom 19. Januar 2011 zu lesen. Am Abend zuvor hatte der dreifache Davis-Pokal-Gewinner auf dem Neujahrsempfang des TC Blau-Weiß Blasewitz verkündet, dass er mit seiner Charly Steeb GmbH das Challenger-Turnier zu neuem Leben erwecken will. Von 1993 bis 1998 und von 2005 bis 2008 hatte diese Veranstaltung auf der Anlage des TC Blau-Weiß zehn Auflagen erlebt, bei denen mit dem Chilenen Marcelo Rios und dem Russen Jewgeni Kafelnikow auch spätere Weltranglistenerste am Start waren.

Die Realität hinsichtlich der Wiedergeburt eines großen Tennis-Turniers in Dresden sieht anno 2013 ganz anders. Es waren weder wie zunächst geplant 2012 noch in diesem Jahr Weltklassespieler in Elbflorenz in Aktion. Und auch 2014 wird das nicht passieren. Ein ATP-Turnier im Waldpark ist in weite Ferne gerückt. Das hat einen plausiblen Grund. Die Charly Steeb GmbH musste Insolvenz anmelden. Schuld daran waren die BMW Open in München, bei denen Steeb mit seiner Agentur im Mai dieses Jahres erstmals als Veranstalter fungierte und sich dabei "überhob". Wie hoch der Schaden ist, verrät Steeb nicht, lässt aber die Ausmaße durch diese Worte vermuten: "Ich hätte keine Insolvenz angemeldet, wenn er nicht sehr hoch wäre." Das Aus der Steeb-Firma hat auch einen Imageschaden für das gesamte deutsche Tennis verursacht, immerhin fungiert ausgerechnet Steeb seit zwei Jahren auch als unter anderem für den Spitzensport verantwortlicher Vizepräsident des DTB. Laut Steeb trägt mit Frank Nier einer seiner drei Mitarbeiter in der Agentur die Hauptschuld. Eben jener Frank Nier hatte in den letzten Jahren noch den meisten Kontakt mit den Blasewitzer Verantwortlichen, wenn auch nur lose und in großen Abständen.

"Wir waren uns schon seit längerer Zeit ziemlich sicher, dass es mit dem ATP-Turnier in absehbarer Zeit nichts wird. Die Insolvenz hat unter unsere Erkenntnis nur noch den letzten Punkt gesetzt", sagt dazu Michael Stephan. Der Präsident des TC Blau-Weiß Blasewitz bekräftigt noch einmal seine frühere Aussage: "Ein Turnier solcher Größe kann nur von einer Agentur gestemmt werden. Als größter ostdeutscher Tennisverein mit über 700 Mitgliedern haben wir im Ehrenamt sowohl im Breiten- als auch Leistungssport ganz andere Aufgaben zu erfüllen." Sven Grosse, der Vorsitzende des Blasewitzer Fördervereins unterstreicht: "Mit dem in dieser Saison von gleich drei Mannschaften vollzogenen Aufstieg haben wir sportlich, aber auch finanziell riesige Verantwortung übernommen. Ganz besonders trifft dies natürlich für die 2014 in der 2. Bundesliga spielenden Herren zu."

Deshalb haben die Blasewitzer auch eine jüngst über den Sächsischen Tennis Verband von der Internationalen Tennis-Föderation an sie herangetragene Offerte zur Ausrichtung eines Damen-Weltranglistenturniers abgelehnt. Diese Veranstaltung fand bisher Mitte August in Ratingen statt, wurde von den dortigen Ausrichtern zurückgegeben. "Das Turnier würde wahrscheinlich in der gleichen Woche, in der im nächsten Jahr die 2. Bundesliga der Herren ihre Punktspiele beendet, stattfinden. Schon deshalb hat es für uns keinen Sinn", erklärt Grosse das Dresdner Nein. Inzwischen hat der Leipziger TC Interesse an der Austragung dieses Damen-Weltranglistenturniers bekundet, eine Entscheidung fällt Mitte November, wenn sich die Ausrichter der großen deutschen Tennis-Turniere zu ihrer alljährlichen Tagung in Hamburg treffen. Dresden wird fehlen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.10.2013

Rolf Becker

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