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Nach dem Titelgewinn mit dem DSC gibt Mareen Apitz ein eindrucksvolles Comeback in der Auswahl

Nach dem Titelgewinn mit dem DSC gibt Mareen Apitz ein eindrucksvolles Comeback in der Auswahl

Das "Silbermärchen" der Deutschland-Schmetterlinge bei der Europameisterschaft musste Zuspielerin Mareen Apitz im vergangenen Jahr vor dem Fernseher anschauen. Knapp zwei Jahre lang wurde sie von Bundestrainer Giovanni Guidetti nicht berücksichtigt.

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Die Entscheidung, den DSC zu verlassen, ist Mareen Apitz nicht leicht gefallen. Eine neue Herausforderung erwartet die Zuspielerin nun in Cannes.

Quelle: soccerfoto

Nun ist die 27-Jährige endlich zurück im Nationalteam und hat beim Turniersieg in Montreux ein tolles Comeback gefeiert. Vor der European League in Stuttgart sprachen die DNN mit Apitz, die ab kommender Saison für den RC Cannes aufschlägt.

Nach nur wenigen Tagen des gemeinsamen Trainings hat die Auswahl sensationell das Turnier in Montreux gewonnen. Sie haben einige Spiele von Beginn an absolviert, sich ansonsten mit Kathleen Weiß das Zuspiel geteilt. Wie war das Comeback?

Es war für alle überraschend, dass wir nach so wenigen Tagen, in denen wir gemeinsam zusammen waren und trainieren konnten, schon so gut waren. Wir haben schnellen und guten Volleyball gezeigt. Das Team funktionierte sofort. Wir haben uns nach der Auftaktniederlage gegen die USA von Spiel zu Spiel gesteigert. Mit der Aussicht weit zu kommen, wurden wir immer hungriger.

Nicht alle Teams haben in Hinblick auf die Weltmeisterschaft im September und Oktober in Italien mit ihrem Top-Aufgebot gespielt. Wie ist der Turniersieg einzuordnen?

Es waren dennoch einige gestandene Spielerinnen dabei, die in Top-Ligen unterwegs sind. Zudem muss man gegen Japan, China oder die USA auch erst einmal gewinnen, wenn sie ihre zweite Sechs aufs Feld schicken, denn das sind Weltklasse-Mannschaften. Wir wissen natürlich, dass wir uns noch steigern müssen. Aber ich bin optimistisch, dass wir das schaffen.

Bevor Sie ab nächsten Montag zwei freie Wochen genießen dürfen, stehen noch zwei Spiele gegen Spanien in der European League in Stuttgart auf dem Programm. In der Porsche-Arena steigt eine Doppelveranstaltung mit der deutschen Herren-Auswahl, die in der World League zwei Partien gegen Frankreich bestreitet. Was kann man davon erwarten?

Nach dem guten Auftritt in Montreux wollen wir natürlich diese zwei Spiele auch gewinnen. Ich finde es toll, dass so ein Ereignis gemeinsam mit den Männern auf die Beine gestellt wurde, das gab es so in der Form noch nie. Ich freue mich sehr auf das Wochenende.

Fast zwei Jahre lang waren Sie nach der verpassten Olympiaqualifikation 2012 nicht im Team. Wie war das Wiedersehen?

Sehr herzlich, offen und lieb. Viele Spielerinnen kenne ich ja noch, die anderen aus der Bundesliga. Giovanni ist auch immer noch der gleiche - sehr fordernd und akribisch.

Wie steckt der Körper nach einer langen Saison mit einer Dreifachbelastung in Bundesliga, Pokal und Champions League die momentane Belastung weg?

Der Körper meldet sich, aber das war nicht anders zu erwarten. Am Ende der Saison fährt man die Belastung immer herunter, weil man Frische benötigt. Nach dem Titelgewinn hatte ich zwei Wochen frei, aber es war alles sehr hektisch mit Terminen und Dingen, die organisiert werden mussten. Dennoch klappte es für mich persönlich nach 14 Tagen ohne Ball ganz gut und ich denke, dass auch die Mannschaft für den Einstieg in den Sommer schon auf einem guten Niveau ist.

Sie haben sich entschieden, ihren Heimatverein Dresdner SC zu verlassen und zum RC Cannes nach Frankreich zu wechseln. Warum fiel die Wahl auf die Côte d'Azur?

Es ist ein Verein mit Tradition, der einen sehr guten Ruf genießt und in der Champions League startet. Ich habe viel Gutes vom Trainer gehört, der selbst Zuspieler war und viel mit den Zuspielern arbeitet. Das ist ein neuer Reizpunkt.

Wie schwer ist Ihnen die Entscheidung, den DSC nach 17 Jahren zu verlassen, gefallen?

Sehr schwer. Es gab Tage, an denen konnte man sich gut mit dem Gedanken anfreunden. Dann gab es wieder Momente, in denen ich gezweifelt habe. Ich habe irgendwie auf eine Eingebung gehofft, aber die kam nicht. So musste ich mich letztlich allein zur Entscheidung durchringen. Ich habe viel mit meinen Eltern und meinen Freund gesprochen und dort sehr viel Unterstützung erfahren. Irgendwann habe ich dann gesagt: Jetzt geht es los. Im Moment des Matchballes zur Meisterschaft gingen mir dann so viele Sachen durch den Kopf, plötzlich war die Saison und das Kapitel DSC vorerst beendet. Das war sehr emotional.

Was bleibt aus den vielen Jahren DSC in Erinnerung?

Titel prägen einen am meisten. Ein toller Moment war es, 2010 den Europapokal in der eigenen Halle zu gewinnen. Ich erhielt damals auch eine MVP-Auszeichnung. Auch 2007 war ich schon beim Titel dabei. Zudem haben wir 2010 in Halle den Pokal gewonnen. Ich hätte es gern noch einmal dahin geschafft, doch den Sieg vor vier Jahren kann mir auch keiner mehr nehmen. Generell ist mir der Entwicklungsprozess in Erinnerung. Als ich in die erste Mannschaft kam, spielten wir nicht international, sind Fünfter in der Liga geworden und damit war es gut. Nun tanzen wir auf drei Hochzeiten, und das erfolgreich.

Bei Ihrem Wechsel nach Cannes stand Ihnen die ehemalige Auswahlkollegin Angelina Hübner - geborene Grün - als Beraterin zur Seite. Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit?

Ich habe "Grüni" schon in der Nationalmannschaft als Sportler und Mensch sehr geschätzt. Sie arbeitet sehr gewissenhaft und hat mich immer auf dem Laufenden gehalten. Sie kann sich sehr gut in uns hineinversetzen, weil sie aus ihrer Erfahrung selbst weiß, wie es abläuft.

Wann können Sie sich das neue Umfeld denn persönlich anschauen?

Das weiß ich leider noch gar nicht. Ich habe nach der European League in Stuttgart frei. Eine Woche werde ich Urlaub machen, die andere wohl in Dresden sein. Ich würde gern schon mal nach Frankreich fahren, aber aufgrund des engen Zeitplanes der Nationalmannschaft wird das irgendwann mal ein spontaner Ausflug werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.06.2014

Tina Hofmann

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