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Muskeln versus Schwerkraft: Ostblock-Bouldercup macht Station in Dresden

Muskeln versus Schwerkraft: Ostblock-Bouldercup macht Station in Dresden

„Pass auf, dass dir keiner auf den Kopf springt!“ Vorsicht ist geboten, wenn man beim Bouldern hautnah dabei sein will – erst recht, wenn bei einem Wettkampf knapp 200 Starter zeitgleich an den Kletterrouten und zwischen den künstlichen Felsen herumwuseln.

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Knifflige Bewegungen und Kletterzüge an niedrigen Felsen - das ist Bouldern.

Quelle: Tanja Tröger

So wie beim Ostblock-Bouldercup am Sonnabend. Zum zweiten Mal machte der Jedermann-Wettkampf in Dresden Station. Der Cup besteht aus fünf Einzelwettkämpfen im Winterhalbjahr, das „XXL“ in Dobritz war nach Berlin, Chemnitz und Erfurt der vierte Austragungsort. XXL-Betreiber Alexander Adler nutzte die Gelegenheit, um den ausgebauten Boulderbereich offiziell zu eröffnen.

Akrobatik an Klettergriffen

Bouldern ist Klettern ohne Seil. Allerdings geht es nicht um Höhe, sondern um Technik, Kraft und Beweglichkeit. Keine der Kletterwände und keiner der freistehenden Blöcke, Boulder genannt, ist höher als 4,50 Meter, erklärt der Dresdner Kletterer Markus Hoppe. So können die Boulderer jederzeit gefahrlos nach unten springen. Eine dicke Matte am Boden dämpft den Aufprall.

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Ein Thüringer in Dresden: Johannes Vogt beim Ostblock-Cup.

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„Der Wettkampf heute verbindet den Breitensport mit dem Wettkampfklettern“, sagt der mehrfache deutsche Meister Hoppe, der am Samstag als haushoher Favorit ins Rennen ging. Mitglieder der Nationalmannschaft und verschiedener Kader waren genauso dabei wie ambitionierte Freizeitkletterer. Deshalb gab es zwei Starterklassen: „Relax“ mit den vergleichsweise leichten Routen, „Power“ mit den hohen Schwierigkeitsgraden für die Profis. In einem Laufzettel tragen die Sportler ein, wie weit und wie schnell sie die Route bezwungen haben. Erreicht man gleich beim ersten Versuch den „Gipfel“, ist das ein „Flash“ und bringt die höchste Punktzahl. Der 36-jährige Hoppe hat heute oft geflasht. Sogar an den weißen Griffelementen, die die höchste Schwierigkeit signalisieren, hangelt er lässig nach oben, während die Kollegen immer wieder abrutschen und fluchend auf der Matte landen.

„Allez! Komm! Du schaffst das!“

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Der Dresdner Markus Hoppe sicherte sich den Sieg. "Wie Michael Schumacher im Ferrari gegen einen Trabi", beschreibt Boulderer Thomas Hering die überragende Klasse seines Kollegen.

Quelle: Tanja Tröger

„Markus ist schon eine Klasse für sich“, sagt anerkennend Thomas Hering. Der Dresdner Dachdeckermeister mit den riesigen Pranken hat heute einfach keine Kraft mehr. Aber er nimmt’s gelassen: „Mal gucken, ob’s fürs Finale reicht. Wenn ja, isses schön, wenn nicht, war’s ein schönes Training und wir hatten bissel Spaß.“

Die Freude an der Bewegung, am Austüfteln des optimalen Bewegungsablaufs und am Zusammensein steht an vorderster Stelle. Die, die unten stehen, feuern die Boulderer an der Wand an und geben Tipps. Man tauscht sich aus, fachsimpelt, freut sich gemeinsam über Erfolge. Und der Zuschauer staunt Bauklötze, wie die Boulderer scheinbar die Schwerkraft aushebeln und wie verdammt elegant sie dabei aussehen. Neben der Faszination der durchtrainierten Körper vernebelt noch etwas anderes die Sinne der Zuschauer: In der gesamten Boulderhalle hängt diese Wolke aus feinem weißen Staub, dem Magnesia, mit dem die Kletterer Hände und Griffe einreiben, um den Schweiß zu binden.

Favorit Markus Hoppe siegt

Wie erwartet erkämpfte Markus Hoppe die meisten Punkte und entschied auch das Finale für sich. Roman Batsenko belegte den zweiten Platz, Thomas Hering schaffte es trotz schlapper Muskeln auf Rang drei. Der erst 14-jährige Anton Schramm aus Chemnitz holte sich Platz vier. Der Gymnasiast klettert nicht wie viele seiner Kameraden schon von kleinauf, sondern erst seit vier Jahren – mit beachtlichem Erfolg. Bei den Damen gewann Katharina Franke vor Anna Katharina Böhm und Julia Roediger.

ttr

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