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Motorradsport: Fünfjähriger aus Laubegast auf dem Weg zur Weltmeisterschaft

Motorradsport: Fünfjähriger aus Laubegast auf dem Weg zur Weltmeisterschaft

Kevin macht nicht viele Worte. Der Fünfjährige ist ein wenig schüchtern und lächelt verlegen, wenn er über sein Hobby erzählen soll. Aber Kevin strahlt, geht es um Valentino Rossi.

Den kennt er und wie sein Vorbild, der Rekordweltmeister aus Italien, ist der Knirps aus Laubegast gar nicht schüchtern, wenn er auf seinem Motorrad sitzt. Dann will Kevin fahren und schneller sein, als alle anderen. Kevin will Weltmeister werden, daran lässt der Minirennfahrer keinen Zweifel.

Vier Mal durfte der kleine Laube- gaster bisher zeigen, wie gut er mit seinem Pocketmotorrad fahren kann. Zuletzt begeisterte er die Zuschauer auf der Dresdner Motorradmesse. Dort fuhr er im Messehof mit anderen Hobbymotorsportlern im Kreis. Alle anderen waren größer und erfahre- ner als Kevin und dennoch fuhr der Fünfjährige ungerührt seine Runden, auch wenn er mit Motorengebrüll von den Größeren überholt wurde. Im Oktober 2011 durfte Kevin das erste Mal Motorrad fahren. Auf der Kartbahn in Freiberg, wo die sächsischen Pocketbiker regelmäßig um die Wette fahren, setzte Sandor Kökenyesi seinen Filius damals auf ein Minimotorrad. Mit Erlaubnis der Mutter, wie er be- tont. Kevins kleine Maschine stammt aus China und wurde dafür von den Saxoniaminibikern präpariert. Auf Gasgriff, Fliehkraftkupplung und Bremse kommt es an, alle Schrauben wurden nachgezogen, sicherheitsrelevante Teile verbessert. Dirk Frintert, 40 Jahre alt, amtierender Vizemeister seiner Pocketbikeklasse und passionierter Schrauber, ist der Mechaniker von Kevin. Bremsseilzüge wie bei Fahrrädern und Fahrradgriffe montiert er an die Chinabikes, justiert die Bremsen nach, später soll Kevin auch bessere Reifen bekommen, meint Frintert.

Und dann ging der Fünfjährige an den Start. Fahrradfahren konnte er zu diesem Zeitpunkt schon recht gut, auf einem Motorrad hatte er noch nie gesessen. "Da war ich aufgeregt", erinnert sich der Vater des Minirennfahrers an diesen Augenblick. Kevin gab Gas, die Kupplung zog an und der Knirps fuhr los. "Ich bin die ersten 100 Meter hinterhergerannt, dann habe ich es nicht mehr geschafft", erinnert sich Sandor Kökenyesi an Kevnis erste Motorradrunde. Seitdem ist der Fünfjährige nur schwer von seiner chromglänzenden Maschine zu trennen. Besonders schick findet er den Aufkleber auf dem Tank, am meisten ärgert ihn ein kleiner Kratzer gleich daneben.

Jetzt übt Kevin für sein erstes richtiges Rennen am 31. März in Freiberg. Da fährt er in der Einsteigerklasse und seine Eltern planen einen richtig großen Rennsportausflug mit Kevins Schwester und Verwandten an die Kartbahn. Auch Dirk Frintert geht in Freiberg an den Start - allerdings bei den Großen. Er will ganz oben aufs Treppchen. Genau so wie Kevin und dessen Vorbild, der Rekordmotorradweltmeister Valentino Rossi.

Die Wettkampfserie der Minibiker heißt "Pocketbike Sachsenevent", es wird in sechs Klassen gefahren. Die Maschinen der Spitzenfahrer sind bis zu 70 km/h schnell, man darf nur auf abgesperrtem Privatgelände fahren.

Die Serie beginnt mit einer Eröffnungsveranstaltung am 31. März in Freiberg, der erste Wertungslauf findet am 21. April statt, ebenfalls in Freiberg.

Die Motorräder kosten in der Grundausstattung rund 100 Euro, müssen aber technisch verbessert werden.

www.pocketbike-sachsenevent.de; www.saxoniaminibiker.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.02.2012

Christoph Springer

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