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Monarchs-Quarterback Brandon Connette freut sich auf seine erste Saison in Deutschland

Football Monarchs-Quarterback Brandon Connette freut sich auf seine erste Saison in Deutschland

Der Kalifornier hatte mit dem Football schon aufgehört, doch dann erreichte ihn ein Anruf aus Deutschland: Monarchs-Trainer John Leijten fragte den 24 Jahre alten US-Amerikaner, ob er Lust hätte, in Europa zu spielen. Brandon Connette sagte schließlich zu und trainiert seit drei Wochen in Dresden. An der Elbe hat der Spielmacher eine Menge vor.

Brandon Connette stammt aus Kalifornien. Mit den Monarchs will er nun die GFL aufmischen.

Quelle: Frank Dehlis

Dresden. Die Dresden Monarchs stecken mitten in der Vorbereitung auf die bevorstehende Saison. Am Trainingszentrum der Footballer am Rande des Hechtviertels herrscht großer Trubel. Breitschultrige Männer machen sich startklar für die nächste Einheit. Unter ihnen ist auch Brandon Connette, der neue Quarterback aus den USA. Der 24-Jährige ist die Top-Verpflichtung der Königlichen. In den Vereinigten Staaten spielte er unter der Trainer-Koryphäe David Cutcliffe, der Peyton Manning vom amtierenden Super-Bowl-Champion Denver Broncos zum Star-Quarterback formte. Bei seinem ehemaligen Team, den Duke Blue Devils, stellte Connette zahlreiche Rekorde auf, lief 31 Touchdowns in 39 Spielen. Ein außergewöhnlich hoher Wert für einen Spielmacher.

Der Sprung auf die große NFL-Bühne blieb dem gebürtigen Kalifornier dennoch versagt. Deswegen entschied er sich, nach seinem Studium der Wirtschaftslehre, das er parallel zur Football-Karriere abschloss, in den Beruf zu starten. Bis er eineinhalb Jahre später einen Anruf aus Dresden erhielt. „Coach Leijten hat mich angerufen und gefragt, ob ich Lust habe, für die Monarchs zu spielen. Ich meinte, dass ich lange keinen Football gespielt habe. Daraufhin antwortete er, dass das wie mit dem Fahrrad fahren sei. Das verlernt man nicht“, lacht Connette, „und jetzt bin ich hier.“

In Dresden ist er nun seit drei Wochen. Die Eingewöhnung fiel dem US-Amerikaner, der mit fünf weiteren ausländischen Footballern in einer Wohngemeinschaft lebt, nicht schwer: „Ich wurde vom Team super aufgenommen. In der Kabine herrscht eine freundliche Atmosphäre.“ Auf Einstandsrituale angesprochen, blockt Connette ab: „Das ist vertraulich. Ich werde nichts verraten.“ Ein Teamplayer durch und durch. Musste er ein Ständchen trällern? „Vielleicht.“

Sein australischer Mitbewohner Isaac Summerfield ist bereits das zweite Jahr in Dresden und muss für die Neuankömmlinge den Fremdenführer spielen: „Er zeigt uns viel. Wir fahren oft mit dem Fahrrad durch die Gegend, besuchen neue Orte. Neulich haben wir uns die Elbschlösser angeschaut.“ Das WG-Leben gefällt dem Kalifornier. Besonders die Finnen Sebastien Sagne, Micky Kyei und Santeri Inkinen haben es ihm angetan: „Die Jungs sind sehr witzig, vor allem wenn sie zusammen in einem Raum sind und anfangen finnisch zu reden. Obwohl ich kein Wort verstehe, hört es sich lustig an.“

Neben Fahrradtouren vertreibt sich Connette die Zeit mit Krafttraining im Fitnessstudio, Besprechungen mit dem Trainer-Team oder er schaut mit den Zimmergenossen Filme. Momentan fängt der Tag des Eishockey-Fans sehr früh an. „Ich stelle mir den Wecker auf vier Uhr morgens, um die NHL-Play-offs zu verfolgen“, verrät der Anhänger der Anaheim Ducks, „danach schlafe ich allerdings nochmal ein paar Stunden.“ Sorgen, dass er mit müden Augen über das Feld läuft, sind also unberechtigt.

Nach sechs Trainingseinheiten mit dem Team zeigt sich der 1,88 Meter große Connette zufrieden: „Es war für mich unglaublich beeindruckend, in welch guter Verfassung unsere Offensive ist. Wir sind zwar noch nicht bei 100 Prozent. Dafür, dass wir erst wenig miteinander trainiert haben, sind wir aber schon sehr weit.“ Umso mehr freut er sich auf das erste Heimspiel der Königlichen, das am 7. Mai im DDV-Stadion ausgetragen wird. „Ich kann es kaum abwarten, zum ersten Mal vor unseren Fans aufzulaufen. Es kribbelt schon“, verrät Connette, der in den USA regelmäßig vor 80 000 Zuschauern gespielt hat. Selbst wenn es im Football-Entwicklungsland Deutschland viel weniger sein dürften, freut er sich auf die bevorstehenden Aufgaben. Mit einem gewissen Druck als Hoffnungsträger und Führungsfigur wird er umgehen müssen. Druck, dem der smarte Amerikaner standhalten kann. Schließlich bringt er 97 Kilo auf die Waage. Wie lange er in Dresden bleibt, ist nicht sicher. Nur so viel: „Der German Bowl ist im Oktober.“ Man merkt, der junge Mann hat einiges vor.

Von Lukas Butscher

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