Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Monarchs-Präsident Sören Glöckner über den Saisonverlauf, den neuen Quarterback und die Playoffs

Monarchs-Präsident Sören Glöckner über den Saisonverlauf, den neuen Quarterback und die Playoffs

Mit dem 35:0-Auswärtssieg in Düsseldorf haben sich die Dresden Monarchs einen Spieltag vor dem Ende der Vorrunde in der Football-Bundesliga eine exzellente Ausgangsposition für die Playoffs gesichert.

Dresden.

Vor dem nur auf den ersten Blick belanglosen letzten Heimspiel gegen die Berlin Rebels (Sonnabend, 15 Uhr, Steyer-Stadion) sprachen die DNN mit Vereinspräsident Sören Glöckner.

Frage: Platz zwei und somit das Playoff-Heimrecht sind den Monarchs nicht mehr zu nehmen. Sind Sie rundum zufrieden?

Sören Glöckner: Ja. Wenn wir das nächste Spiel gewinnen sollten, was möglich ist, dann wäre es das beste Ergebnis, was wir in der Vorrunde je hatten. Dass wir nur zwei Spiele verloren haben, das gab es noch nicht. Wir sind sonst immer auch in einem bedeutungslosen Spiel gestrauchelt - ich hoffe, dass das am Wochenende nicht so sein wird. Aber ansonsten sind wir sportlich sehr stabil aufgestellt, haben den besten Angriff der Liga. Darauf können wir schon ein bisschen stolz sein. Es war ein guter Schritt nach vorn, den wir in den letzten zwei Jahren gemacht haben.

Welchen Anteil am Erfolg der letzten Wochen hat der neue Quarterback Jake Medlock?

Ein sehr großen. Das war eine wichtige Personalentscheidung, den Quarterback auszutauschen, wobei Clay Belton an sich auch das Vermögen hatte. Keiner konnte ergründen, warum er im Spiel so gehemmt agiert hat und nicht in der Lage war, seine Leistung abzurufen. Mit dem Tausch ging ein Ruck durch das Team, das hat man gemerkt.

War Belton zu introvertiert?

Ja, das stimmt. Jake Medlock spricht die Leute ganz anders an. Er reißt seine Mitspieler mit und strahlt auf der anderen Seite auch Gelassenheit aus. Er verbreitet eine extreme Zuversicht, das überträgt sich auf die ganze Mannschaft.

Wie kann sich die Mannschaft vor dem letzten Punktspiel gegen die Rebels noch motivieren? Ist das nicht schwierig?

Nein, jeder in der Mannschaft weiß, wie wichtig es ist, mit Schwung in die Playoffs zu gehen. Es wäre eine Katastrophe, das letzte Spiel zu verlieren. Die Braunschweiger haben auch das Problem, dass sie am Ende der Saison keine große Herausforderung mehr hatten. Da hat man gemerkt, dass sie nachgelassen haben. Unsere Trainer machen aber sehr deutlich, dass sie das nicht wollen.

Wie groß ist Ihre Zuversicht, dass die Mannschaft in den Playoffs das gesteckte Ziel erreicht?

Im Vergleich zum vergangenen Jahr haben wir in dieser Saison doch sehr stabil gespielt - bis auf den Auftritt in Kiel, bei dem wir unter unseren Möglichkeiten geblieben sind. Im letzten Jahr waren wir sehr von der Tagesform abhängig und haben so das Halbfinale verspielt. In diesem Jahr sieht es so aus, als ob wir auf unsere Offense vertrauen können. Sie hat sich von Spiel zu Spiel gesteigert. Deshalb glaube ich, dass wir dieses Jahr in den Playoffs besser aussehen. Wenn alles gut läuft, sollten wir das Viertelfinale schon gewinnen. Dann wird es im Halbfinale ein Spiel auf Augenhöhe.

Wen hätten Sie lieber im Viertelfinale: die Stuttgart Scorpions oder die Saarland Hurricanes?

Eigentlich ist das egal. Mein Wunschgegner im Halbfinale wären die Hamburg Wild Huskies.

Die Liga ist eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geworden. Stört Sie das oder sind Sie froh, weil die Monarchs zur besseren Hälfte gehören?

Das finde ich nicht gut. In der Vergangenheit war es schon so, dass das Derby gegen die Berlin Adler ein Klassiker war. Das schmerzt durchaus, wenn man sieht, dass die Adler in diesem Jahr so am Boden sind und zudem die achte Mannschaft fehlt, weil sich einige Teams aus wirtschaftlichen Gründen verabschieden mussten. Hoffentlich entwickelt sich das wieder positiv - so wie beispielsweise in Hamburg. Die Hamburger, die neu dazugekommen sind, haben gezeigt, dass sie sportlich gut mithalten können. Dass sie im ersten Jahr organisatorisch noch nicht so auf der Höhe sind, das kann man ihnen verzeihen. Da muss sich auch im Stadion noch einiges ändern, wir haben auch organisatorisch eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Als Monarchs haben wir aber ein großes Interesse daran, dass sich alle gleichmäßig weiterentwickeln.

Woran liegt es, dass einige Vereine derzeit so große Probleme haben?

An der Instabilität der Vereine, an Personalquerelen. Immer wieder kommen neue Leute, der ständige Wechsel führt zum Verschieben der Verantwortung. Oftmals ist jemand nur eine Saison da und hat auch kein Problem damit, sich mal zu überheben, um zu zeigen, dass es sportlich ganz nach oben reicht. So häuft man Schulden an, keiner hat die langfristige Entwicklung im Auge. In Köln war es etwas anders, da hat man sich an einen großen Sponsor gebunden und dabei voll daneben gegriffen. Das ist genauso dramatisch. Da hat jemand in der Vereinsführung einen Fehler gemacht, sportlich war ja alles bestens. In Kiel und Dresden herrschen Kontinuität in der Vereinsführung. Wir sind mit unserem Geschäftsführer Jörg Dreßler in einem guten Fahrwasser und versuchen, in kleinen Schritten nach vorn zu kommen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.09.2015

Jochen Leimert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr