Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Mit dem "Wunderboot" nach Mailand: Dresdens Kanu-Ass Tom Liebscher fährt zuversichtlich zur Weltmeisterschaft

Mit dem "Wunderboot" nach Mailand: Dresdens Kanu-Ass Tom Liebscher fährt zuversichtlich zur Weltmeisterschaft

Dresdens Kanu-Ass Tom Liebscher ist nicht abergläubisch. Aber ein gutes Omen sei es schon, dass er mit seinem Potsdamer Partner Ronald Rauhe bereits vor einem Jahr auf der WM-Regattastrecke von Mailand gewonnen hat.

Dresden.

"Das war damals unser erstes gemeinsames Rennen und wir haben uns gleich den Weltcup-Sieg erkämpft", erinnert sich der 22-Jährige vor seiner heutigen Abreise nach Italien mit einem Lächeln.

Jetzt wollen die beiden Rennkanuten auf dem Idroscalo ihre bisherige Zusammenarbeit mit dem WM-Titel im K2 über die olympischen 200 Meter krönen. Im Vorjahr hatten sie sich nach einer makellosen Siegesserie bei den Weltcups und der EM ausgerechnet bei der WM in Moskau die ersehnte Goldmedaille von den Serben Nebojsa Grujic/Marko Novakovic vor der Nase wegschnappen lassen. Silber geriet zur Enttäuschung. Doch aus einer solchen Niederlage lässt sich viel Motivation ziehen. Liebscher und sein elf Jahre älterer Partner trainierten in den vergangenen Monaten noch härter. Zuletzt bereiteten sie sich seit 2. August auf der Regattastrecke von München auf den Saisonhöhepunkt vor. "Die Strecke und das Wasser sind ähnlich beschaffen wie in Mailand", erläutert Tom Liebscher und ergänzt: "Unsere Einer-Leistung ist besser als im letzten Jahr und auch beim 200-m-Stufentest lief es sehr gut. Da können wir für die WM zuversichtlich sein."

Doch noch etwas anderes gibt den beiden Top-Athleten viel Rückenwind für ihre "Mission Gold". Nach intensiven Tests in München ist das Duo noch einmal auf ein anderes Boot umgestiegen. Das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin baute einen neuen Zweier. "Das Boot ist komplett auf unsere Körpermaße abgestimmt. Immerhin sind bei uns rund 10 Kilo Gewichtsunterschied zu berücksichtigen. Das andere Boot war eins von der Stange. Und da haben wir schon den Unterschied gemerkt. Es macht jetzt einfach viel mehr Spaß und ist ein ganz anderes Fahrgefühl", schwärmt der Modellathlet vom Kanuclub Dresden.

Dazu sieht Liebscher noch einen anderen Aspekt: "Ich denke, mit dem neuen Boot haben wir noch einen psychologischen Vorteil, denn wir können damit die Konkurrenz ein wenig schocken. Keiner von denen hat unser Boot vorher gesehen und sie können es in so kurzer Zeit auch nicht kopieren. Das stärkt uns in gewisser Weise den Rücken", glaubt der Student für Verkehrsingenieurwesen an einen "Überraschungseffekt" durch das neue "Wunderboot".

Bei der WM in Mailand geht es nicht nur um Titel und Medaillen, sondern vor allem auch um Quotenplätze für Olympia. Im K2 reicht ein Platz unter den ersten Sechs. Dies zu erreichen, steht für das Duo Liebscher/Rauhe außer Frage. Eine Woche vor der Abreise nach Mailand hat sich Tom Liebscher auch noch entschieden, zusätzlich im K1 über 500 m an den Start zugehen. "Die Trainer waren zwar nicht so begeistert, doch diesmal überschneidet sich nichts, da ist das kein Problem", meint der Sachse, der auf dieser nichtolympischen Distanz schon 2013 einmal Weltmeister war.

Die zweite WM-Starterin wird Steffi Kriegerstein (WSV "Am Blauen Wunder") sein, die mit ihrer Karlsruher Partnerin Sabrina Hering nach dem Sieg bei der U23-WM nachnominiert wurde, allerdings über die beiden nichtolympischen Strecken 200 m und 1000 m.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.08.2015

Astrid Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr