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Michael Rösch will nicht aufgeben

Biathlon Michael Rösch will nicht aufgeben

Andere hätten wahrscheinlich schon längst aufgegeben. Pfeiffersches Drüsenfieber und ein Achillessehnenriss inklusiver zweier Operationen haben dem früheren deutschen Biathlet-Liebling Michael Rösch körperlich zugesetzt. Die WM in Oslo hat er trotzdem im Visier.

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Michael Rösch will seinen Traum von der WM-Teilnahme in Oslo realisieren.

Quelle: dpa

Dresden. Andere hätten wahrscheinlich schon längst aufgegeben. Pfeiffersches Drüsenfieber und ein Achillessehnenriss inklusiver zweier Operationen haben dem früheren deutschen Biathlet-Liebling Michael Rösch körperlich zugesetzt. Zudem plagen den "Sprücheklopfer" von einst, den Fans und Medien für seine zuweilen lose Zunge liebten, Geldsorgen. Und so ist abgesehen von seinen gesundheitlichen Problemen vor allem auch aus finanzieller Sicht völlig unklar, wie die kommende Saison für den Wahl-Belgier verläuft. Aber Rösch kämpft. "Ich habe viele Sportler gesehen, die nach schweren Verletzungen zurückgekommen sind. Da muss ich jetzt durch. Aber das Geld ist momentan die größte Sorge", bekennt Rösch.

Dabei wollte der 32-Jährige, der nach der belastenden Zeit mit dem schwierigen Wechsel nach Belgien und über zwei Jahren Rennabstinenz im vergangenen Winter endlich in den Biathlon-Zirkus zurückgekehrt war, wieder angreifen. "Ich hatte nach der relativ guten WM Hoffnungen. Aber von den ohnehin zahlenmäßig nicht vielen Sponsoren sind einige abgesprungen", sagt Rösch, der bereits in der Vorsaison knapp 65 000 Euro selber bezahlt und dabei "minus gemacht" hat: "Ich weiß nicht, wie ich das jetzt überhaupt stemmen soll."

Fragen nach dem Sinn des Ganzen angesichts seines fortgeschrittenen Sportler-Alters von 32 Jahren und den ganzen Widrigkeiten - Rösch hat als Alleinunterhalter im belgischen Team keinen Arzt, keinen Wachser, keinen Physiotherapeuten und muss sich vom Sponsoring bis hin zum Hotel- und Flugbuchen um alles selber kümmern - stellen sich da zwangsläufig. "Man muss schon ein bissel bekloppt sein, um das zu machen. Aber es kommt von Herzen, ich habe noch den inneren Ansporn."

Nach seinem für viele überraschenden Wechsel nach Belgien im Herbst 2012 hatte Rösch sogar seinen Beamtenstatus auf Lebenszeit bei der Bundespolizei aufgegeben: "Mir haben viele einen Vogel gezeigt. Aber ich weiß, was ich alles auf's Spiel gesetzt habe und will das nicht einfach so wegwerfen. Ich hoffe, dass es sich irgendwann auszahlt." Momentan sei die Saison lediglich bis Weihnachten abgesichert. Schon jetzt ist klar, dass er aus Kostengründen die zwei Weltcups in Übersee im kommenden Februar auslassen muss. Und auch der Weltcup-Auftakt in Östersund wäre mangels Liquidität ausgefallen. Zudem wären die Rennen in Schweden für Rösch nach seiner schweren Fußverletzung zu früh gekommen.

Zu allem Missgeschick rutschte er vor zwei Wochen auf der Treppe aus, und der Knöchel schwoll wieder an. Insgesamt fehlen ihm in diesem Jahr fast vier Monate Training. Viel schlimmer als der Fuß war aber das Drüsenfieber. "Ich war so müde, dass ich nicht mal Bock hatte auf schlafen", erzählt Rösch. Seine Leber- und Milzwerte sind wieder ok, nur noch der Fuß muckt. Doch Rösch, dem nach dem Olympiasieg mit der deutschen Staffel 2006 eine große Zukunft prophezeit worden war, steht unter Druck. Im Weltcup kann er nur mit einer Wildcard starten: "Normal hätte ich gesagt, ich trainiere bis Januar und mache dann ohne Stress los. Aber durch die Wildcard muss ich schon im Dezember starten."

Er muss laufen, um die nötigen Weltcuppunkte zu sammeln, um quasi seine Weltcup-Startberechtigung zu verlängern. Wenn alles hundertprozentig läuft, will er in Hochfilzen einsteigen, spätestens dann aber beim dritten Weltcup in Pokljuka. Auch die WM in Oslo hat Rösch fest im Visier. Im Biathlon-Mekka am legendären Holmenkollen will der 32-Jährige starten. "Mein großes Ziel ist, dass ich in Oslo mit einer guten Form am Start stehe, und das ist auch machbar", ist "Kampfschwein" Rösch überzeugt.

Sandra Degenhardt

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