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Michael Pfeiff gibt den Trainerberuf auf

Michael Pfeiff gibt den Trainerberuf auf

Vor Kurzem beendete Michael Pfeiff (TC Bad Weißer Hirsch) in Leipzig seinen ersten Start bei den Senioren in der Altersklasse 40 als sächsischer Hallentennis-Landesmeister.

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Michael Pfeiff

Quelle: Christel Becker

"Schon als ganz kleiner Junge hat mich mein Vater, der auch jetzt noch aktiv Tennis spielt, mit auf den Platz genommen. Seitdem hat mich diese Sportart nicht mehr losgelassen", berichtet Pfeiff von seinen Anfängen beim inzwischen nicht mehr existenten Post SV Dresden in Löbtau. Erfolge haben sich bei ihm auch relativ schnell eingestellt, und da war mit 16 Jahren der Wechsel auf den Weißen Hirsch die logische Folge. Nach einem zweijährigen Abstecher zum TC Blau-Weiß Blasewitz, für den er in der Regionalliga Ost, der damals zweithöchsten Klasse in Deutschland spielte, gehört er seit 1996 wieder ununterbrochen dem TC Bad Weißer Hirsch an.

Mit seinen acht allein bei den Aktiven im Einzel gewonnenen Dresdner Meistertiteln hat er wahrscheinlich einen Rekord für die Ewigkeit erzielt. Und er weiß auch, wem er das am meisten verdankt: "Von Steffen John, der 1980 DDR-Meister war und damit zum einzigen Mal die fast 20-jährige Erfolgsserie von Thomas Emmrich durchbrach, habe ich unheimlich viel gelernt. Steffen war dann auch bei meiner Hochzeit 2008 Trauzeuge."

Folgerichtig war dann auch seine Entscheidung, als noch sehr junger Mann auch beruflich für den Tennissport tätig zu werden. Bereits 1987 wurde Pfeiff Cheftrainer beim TC Bad Weißer Hirsch, gründete eine eigene Tennisschule und baute die immer weiter aus. 2008 pachtete er dann die zuvor in Insolvenz geratene Tennishalle in Arnsdorf und renovierte sie. "Damit konnte ich das ganzjährige Tennis-Training ohne fremde Hallen garantieren." Auch Thomas Völker, der jetzige sächsische Landestrainer und Leiter der Tennisschule des TC Blau-Weiß Blasewitz, hat bei ihm mit dem Tennisspielen angefangen. Sein Hauptaugenmerk aber galt immer den Kindern. "Bis zu 180 Mädchen und Jungen hatte ich gleichzeitig unter meinen Fittichen." Erfolge in Form von Titelgewinnen auf Landes- und Bezirksebene blieben da nicht aus. Für seine herausragenden Leistungen wurde Michael Pfeiff vom Sächsischen Tennis Verband 2009/2010 als Trainer des Jahres ausgezeichnet.

So kam es schon sehr überraschend, als Michael Pfeiff Anfang 2014 bekanntgab, dass er am Ende der Sommersaison seine Trainertätigkeit beendet und sich beruflich neu orientiert. Seit Oktober letzten Jahres ist er im elterlichen Betrieb, einer Wäscherei mit etwa 50 Beschäftigten, als Produktionsleiter tätig. "Die Entscheidung ist mir nicht ganz leicht gefallen. Aber ich bin 40, viel später hätte das kaum noch Sinn gemacht. Und außerdem werde ich jetzt gebraucht", erklärt Pfeiff. Zudem hofft er dadurch auch mehr Zeit für seine große Familie zu bekommen. "Als Tennistrainer hat man auch an den Wochenenden fast immer zu tun. Denn da finden die Wettkämpfe statt." Da auch seine Frau Cecile, die bei den in vielen Ländern auftretenden Dresdner Salon-Damen Klarinette spielt und deren Managerin ist, oft nicht zu Hause sein kann, hingen die insgesamt vier Kinder zwischen 5 und 16 oft in der Luft. "Ohne die Hilfe unserer Eltern hätten wir das nicht geschafft. Nun kann ich mich deutlich stärker einbringen."

Seinem geliebten Tennissport wird aber Michael Pfeiff als Aktiver weiter treu bleiben. Den Beweis, dass er dies auch bei selbst deutlich verminderter Trainingszeit von bis zu zweimal Spielen in der Woche weiter erfolgreich tun kann, hat er erst vor wenigen Tagen in Leipzig bewiesen. Dazu will er natürlich für die Herren 40 des TC Bad Weißer Hirsch, dessen Kapitän er ist, sowohl jetzt in der Halle als auch im Sommer im Freien in der Ostliga regelmäßig die Punktspiele bestreiten.

Eine riesige Aufgabe kommt auch sportlich für ihn in der Familie zu, denn drei der Kinder spielen Tennis. "Der fünfjährige Ole hat gerade begonnen und ist mit Feuereifer bei der Sache. Dazu spielen auch Levin (10) und Vincent (12) begeistert." Auch in Zukunft wird der Name Pfeiff in Dresdens Tennis-Szene bestimmt ein Markenzeichen bleiben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.01.2015

Rolf Becker

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