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Meisterfeier mit Tortenschlacht: DSC-Frauen sind nach Sieg über Vilsbiburg am Ziel ihrer Träume

Meisterfeier mit Tortenschlacht: DSC-Frauen sind nach Sieg über Vilsbiburg am Ziel ihrer Träume

Alexander Waibl muss als Erster dran glauben – Becky Perry köpft blitzschnell eine Sektflasche und kippt den prickelnden Inhalt ihrem Trainer über den Kopf.

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Quelle: Stephan Lohse

Der 46-Jährige schüttelt sich kurz, bewaffnet sich selbst mit Schampus und duscht seine Schützlinge und alle, die gerade im Weg stehen. Die Anspannung der letzten Tage und Wochen scheint sich bei den DSC-Volleyballerinnen, ihrem Coach und dem ganzen Betreuerteam in diesen Minuten zu entladen. Ja, es ist geschafft. Adé „Vizekusen“, es lebe der Deutsche Meister 2014.

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Grenzenloser Jubel in der Margon-Arena: Der DSC ist Meister!

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In einem hart umkämpften dritten Finalspiel rangen die DSC-Schmetterlinge vor über 3000 frenetisch klatschenden und schreienden Zuschauern in der Margon-Arena die Roten Raben Vilsbiburg mit 3:1 (31:29, 22:25, 25:22, 25:16) nieder. Damit setzte sich der Vorrundenerste in der Serie „Best of five“ schon im dritten Spiel, was zugleich das hochklassigste war, durch und krönte eine erfolgreiche Saison. Nach 1999 und 2007 feiert der Verein den dritten Meistertitel und darf sich ab kommender Saison den ersten „Meisterstern“ aufs Trikot nähen.

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Die Volleyballerinnen vom Dresdner SC eroberten sich am Samstag ihren dritten Meistertitel.

Quelle: dpa

Als um 19.35 Uhr nach 116 Minuten die Kanadierin Shanice Marcelle den Matchball ins gegnerische Feld zimmerte, lagen sich alle jubelnd in den Armen. Die Spielerinnen stapelten sich auf dem Feld, tanzten wenig im später im Kreis, darunter auch die beiden verletzten Becky Perry und Lisa Izquierdo. Perry hatte ihre Mitspielerinnen schon vor dem Spiel zu Tränen gerührt, als sie ihnen sagte: „Spielt mit ganz viel Herz, denn es wird sicher das letzte Mal sein, dass ihr in dieser Zusammensetzung gemeinsam auf dem Feld steht.“

Und die Amerikanerin war nach dem Sieg selbst dem Weinen nah, als sie gestand: „Heute ist der Geburtstag meiner toten Schwester, zudem ist gestern der Opa meines Freundes gestorben. Deshalb bin ich sicher, die Mannschaft hatte auch ganz viel Beistand von oben“, so die Top-Angreiferin, die mit ihren Emotionen, ihrer Unterstützung der Mannschaft auch nach ihrem Kreuzbandriss unheimlich half. „Natürlich war die Verletzung für mich ein schwerer Schlag, doch wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte und wüsste, dass wir trotzdem den Titel holen, dann würde ich die Verletzung auch wieder in Kauf nehmen. Wir sind alle zusammen durch schwierige Zeiten gegangen, haben härter als die anderen gearbeitet und deshalb den Titel verdient“, befand die 25-Jährige, die bereits ein neues Vertragsangebot des Vereins vorliegen hat, aber ihre Zukunft noch offen lässt.

Als 19.55 Uhr Ministerpräsident Stanislaw Tillich DSC-Kapitän Stefanie Karg das „Objekt der Begierde“ aushändigte und sie die Meisterschale in die Höhe stemmte, regnete es Konfetti und der obligatorische Queens-Titel „We are the Champions“ tönte aus den Lautsprechern. Alexander Waibl, der mit diesem Titel zum bislang erfolgreichsten DSC-Trainer avanciert, musste ein Interview nach dem anderen geben und gestand: „Ich hoffe, mit diesem Tag ist das Trauma der letzten drei Jahre und dem ewigen Zweiten endgültig erledigt. Es war schon immer mein größter Traum, Deutscher Meister zu werden. Es ist in der Karriere jedes Trainers etwas Besonderes.“

Dass seine Meistermannschaft allerdings auch in der nächsten Saison wieder aufs Feld läuft, ist zu bezweifeln. Zwar hat Lisa Izquierdo noch einen laufenden Vertrag und Katharina Schwabe verkündete während der Siegesfeier im ViP-Raum, dass sie ihren Kontrakt um zwei Jahre verlängerte, doch bei allen anderen stehen Fragzeichen. Zumindest mit Juliane Langgemach sei man sich für das kommende Jahr schon einig, so Jörg Dittrich.

Aber gerade bei den beiden prägenden Gesichtern des DSC, Kapitän Stefanie Karg und Zuspielerin Mareen Apitz, deutet vieles auf einen Abschied hin. So saßen beim Finale am Sonnabend der Trainer vom RC Cannes, Yan Fang, Manager des Vereins, begleitet von der als Spielerberaterin arbeitenden Ex-Nationalspielerin Angelina Hübner (ehemals Grün) auf der Tribüne, um sich Apitz anzusehen. Hübner betreut seit einiger Zeit die DSC-Regisseurin, wollte ihre Karten aber nicht aufdecken: „Mareen ist eine gute Spielerin auf ihrer Position, alles andere werden wir sehen“, wiegelte sie ab. Cannes soll auch an Karg Interesse haben, der aber auch Angebote aus Italien vorliegen sollen.

Beide Spielerinnen hielten sich bedeck. „Jetzt genieße ich nur den Moment“, sagte Apitz. Bevor die Mannschaft am späten Abend zur Party im Purobeach auflief, wo bis in die Morgenstunden getanzt wurde, lieferte sich das Team bei der Fete im ViP-Raum mit der Meistertorte eine lustige Schlacht, bei der sich die Spielerinnen die Sahnetorte gegenseitig ins Gesicht schmierten. Auch Alexander Waibl blieb erneut nicht verschont.

Astrid Hofmann

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