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Martini und Florschütz brennen weiter für den Bobsport

Abschied auf Zeit Martini und Florschütz brennen weiter für den Bobsport

Mit einer kleinen Zeremonie würdigte der Verband am Rande des Bob-Weltcups in Altenberg noch einmal die großen Verdienste der beiden Vorzeige-Sportler Cathleen Martin und Thomas Florschütz. Beide beenden ihre aktive Laufbahn im Profi-Sport.

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Cathleen Martini (l.) und Thomas Florschütz wurden am Wochenende auf der Bobbahn in Altenberg feierlich vom aktiven Leistungssport verabschiedet.

Quelle: Thomas Eisenhuth

Altenberg. Während Thomas Florschütz die feuchten Augen versuchte wegzulachen, rannen Cathleen Martini die Tränen fast in Strömen über die Wangen. Beim Abschied der beiden deutschen Piloten, die über ein Jahrzehnt die Bob-Szene hierzulande maßgeblich mitprägten, ging es sehr emotional zu. Mit einer kleinen Zeremonie, bei der Sequenzen aus der Karriere des gebürtigen Sonnebergers und der aus Zwickau stammenden Athletin über eine Leinwand flimmerten, würdigte der Verband am Rande des Bob-Weltcups in Altenberg noch einmal die großen Verdienste der beiden Vorzeige-Sportler. "Ich war schon immer nah am Wasser gebaut. Außerdem haben mich die im Film gezeigten Momente aus meiner Karriere noch einmal sehr berührt", gestand die 33-Jährige.

In 15 Jahren an den Lenkseilen feierte Martini, die einst mit neun Jahren als Rodlerin angefangen hatte, für ihren Verein Oberbärenburg zwei WM- und vier EM-Titel, 17 Weltcup-Siege und einen Gesamtweltcup-Triumph. Damit sagt eine Ausnahmekönnerin Servus, die aber unumwunden zugibt: "Das Feuer für den Bobsport lodert immer noch." Das nimmt man der Powerfrau unbesehen ab. Wie kaum eine andere erlebte sie die Höhen und Tiefen des Sports. Glücksmomente wie bei ihrem zweiten EM-Titel 2005 im heimischen Altenberg, wo die Stimmung immer eine ganz besondere ist, oder der Gewinn des WM-Titels mit Romy Logsch 2011 am Königssee gehörten ebenso dazu wie der tragische Tod ihrer ehemaligen Anschieberin Yvonne Cernota infolge eines schweren Trainingsunfalls in der Bobbahn am Königssee oder der böse Sturz mit Logsch bei den Olympischen Spielen in Vancouver. So blieb ihr sowohl in Whistler als auch vier Jahre später in Sotschi eine olympische Medaille versagt.

Aber sie kämpfte sich nach Niederlagen immer wieder zurück, hatte stets Spaß an der rasanten Fahrt durch den Eiskanal. Und deshalb will sie vom Bobsport auch in Zukunft nicht lassen, möchte ihre Erfahrungen an die Nachfolger weitergeben. Deshalb engagiert sie sich jetzt auch bei ihrem Heimatverein, übernahm bei Sachsen Oberbärenburg das Amt als Vize-Präsidenten. Aber auch eine Trainertätigkeit kann sich Martini, die in Dresden lebt und bei der Bundespolizei in der Landeshauptstadt arbeitet, vorstellen: "Den Trainer-C-Schein habe ich schon, jetzt werde ich noch den B- und A-Schein machen", verrät Cathleen Martini, die sich beim Weltcup am Wochenende vor allem über die Erfolge "ihrer" Sportler Francesco Friedrich und Nico Walther (beide Sachsen Oberbärenburg) freute.

Auch Thomas Florschütz wäre nicht abgeneigt, seine langjährigen Erkenntnisse und Erfahrungen einzubringen, beispielsweise als Bahntrainer, wie er meint. Aber es gäbe da keine konkreten Vorstellungen oder gar Angebote. Für ihn war der Abschied vom Bobsport langwieriger und wohl auch schmerzvoller als bei Martini. Dass er im vergangenen Winter keine Anschieber mehr fand, hat ihm sehr zugesetzt. "Das war schwer zu verstehen und zu verkraften", gibt er zu, betont aber im gleichen Atemzug: "Jetzt habe ich damit meinen Frieden geschlossen."

Seine Frau und die beiden kleinen Söhne haben ihn abgelenkt und ihm zugleich auch Halt gegeben. Jetzt blickt der Olympia-Zweite nach vorn. Heute beginnt für "Flori" beim LKA in Erfurt ein neuer Lebensabschnitt. "Bisher hatte ich als Pilot immer die Zügel in der Hand. Nun bin ich erst mal darauf angewiesen, dass man sich meiner annimmt und mich in mein Betätigungsfeld einweist. Das ist eine neue Situation, die es zu meistern gilt", so Florschütz, den man sicher auch demnächst wieder an der einen oder anderen Bahn sehen wird.

Astrid Hofmann

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