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Martin Wolfram springt bei EM nur vom Brett

Wasserspringen Martin Wolfram springt bei EM nur vom Brett

DSC-Wasserspringer Martin Wolfram kennt sich im Latein der Mediziner schon bestens aus. „Das bringt es so mit sich, wenn man so viele Verletzungen hat wie ich“, gesteht der 24-Jährige mit bittersüßem Lächeln. Gerade hat er wieder einige Begriffe dazugelernt.

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Martin Wolfram wurde 2015 in Rostock Europameister vom Turm. Den Titel kann er nicht verteidigen, weil er sich wegen Schulterproblemen nur auf das Drei-Meter-Brett wagt.Foto: Archiv

Dresden. DSC-Wasserspringer Martin Wolfram kennt sich im Latein der Mediziner schon bestens aus. „Das bringt es so mit sich, wenn man so viele Verletzungen hat wie ich“, gesteht der 24-Jährige mit bittersüßem Lächeln. Gerade hat er wieder einige Begriffe dazugelernt. Leider. Denn seit einiger Zeit plagt sich der Turm-Europameister von 2015 mit Schmerzen in der rechten Schulter. Als herkömmliche Behandlungsmethoden im nach den Olympischen Spielen 2012 operierten Gelenk nicht anschlugen, stellten die Ärzte intensivere Untersuchungen an.

Für den Laien erläutert Wolfram sein Problem in verständlichen Worten: „Ich habe Arthrose im rechten Schultereckgelenk mit Zystenbildung“, so der Dresdner, der aber dennoch mit der deutschen Mannschaft am Donnerstag nach London fliegt, wo vom 9. bis 22. Mai die Europameisterschaften stattfinden. Auf der Olympia-Anlage, wo der Schützling von Trainer Boris Rozenberg 2012 vom Turm trotz lädierter Schulter sehr guter Achter geworden war, klettert er diesmal allerdings nicht auf die Zehnmeterplattform. „Ich werde nur vom Dreimeterbrett antreten, vom Turm kommt wegen der Schulter im Moment nicht in Frage“, erläutert der Pechvogel, der aber keinesfalls seinen Traum von der zweiten Olympia-Teilnahme ad acta gelegt hat.

„Wir versuchen die Probleme derzeit mit Cortison-Spritzen in den Griff zu bekommen. Sicher werde ich nicht hundertprozentig schmerzfrei sein und ich reduziere die Trainingssprünge, aber ich möchte unbedingt in Rio starten. Und das auch möglichst erfolgreich“, lässt das „Steh-Auf-Männchen“ keinen Zweifel, dass es bis zu den Spielen in Brasilien die Zähne zusammenbeißen wird. Für die EM in London setzt sich Martin Wolfram aber nicht unter Druck. „Die Konkurrenz vom Dreimeterbrett ist groß, ich will das Finale erreichen und dann sehen wir weiter.“

Nach Edelmetall wollen auf jeden Fall seine beiden Klubgefährten Sascha Klein und Tina Punzel greifen. Auch wenn in diesem Jahr der ganze Fokus auf Olympia liegt, sind die Europameisterschaften noch einmal eine wichtige internationale Standortbestimmung. Sascha Klein hat mit seinem Berliner Partner Patrick Hausding schon achtmal in Folge Gold im Synchron vom Turm gewonnen. „Natürlich wollen wir diese Serie fortsetzen und auch im Einzel ist mein Ziel eine Medaille“, so der 30-Jährige. Trainingsgefährtin Tina Punzel, die bei der letzten WM in Rostock mit der Berlinerin Nora Subschinski Silber im Dreimeter-Synchron und Bronze im Einzel gewann, peilt ebenfalls einen Podestplatz an. „Aber das wird ganz schwer, denn im Synchron sind mit Briten und Italienern ganz starke Duos am Start und auch im Einzel ist die Konkurrenz sehr groß“, weiß die 20-Jährige, die zudem in den vergangenen Wochen ebenfalls mit kleinen Wehwehchen am Knie und im Nacken zu kämpfen hatte.

Gur verkaufen wollen sich auch die beiden DSC-Youngster Timo Barthel und Louisa Stawczynski. Allerdings verletzte sich Barthel am Freitag bei einem Sprung vom Turm am Daumen. Heute stellt sich der 20-Jährige einem Handchirurgen vor, erst danach fällt eine Entscheidung, ob er die Reise nach London antreten kann. Darf er starten, will er von der Zehnmeterplattform auf jeden Fall das Finale erreichen. Den Finaleinzug hat sich auch Louisa Stawczynski bei ihren Einsatz vom Einmeterbrett auf die Fahne geschrieben.

Von Astrid Hofmann

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