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Martin Wolfram hofft, seine zweiten Spiele weitgehend schmerzfrei zu bestreiten

Dresdner bei Olympia Martin Wolfram hofft, seine zweiten Spiele weitgehend schmerzfrei zu bestreiten

Lange war unklar, ob der Körper mitspielen würde, doch Martin Wolfram ist zäh und gibt nicht so schnell auf. Trotz Verletzungssorgen biss sich der Turm-Europameister von 2015 durch und schaffte es nach Rio, wo er zu den Spätstartern zählt. Erst am 18. August steht sein Wettkampf in Brasilien an.

Martin Wolfram erlebt in Rio de Janeiro seine zweiten olympischen Spiele.

Quelle: Matthias Rietschel

Dresden.. Die Vorfreude steht ihm ins Gesicht geschrieben und mit dem strahlendsten Lächeln der Welt verkündet Martin Wolfram: „Die Schulter wird halten.“ Wenige Tage vor der Abreise nach Brasilien ist diese Botschaft die wichtigste, die der 24-Jährige zu verkünden hat. Auch wenn die bekannte Floskel „Teilnahme ist alles“ für ehrgeizige Sportler noch nie das Credo war, unter dem sie einen Start bei olympischen Spielen in Angriff nehmen. Bei Wolfram hat sie dennoch ihre Berechtigung, denn dass der Schützling von Trainer Boris Rozenberg nach London 2012 jetzt zum zweiten Mal unter dem Banner der fünf Ringe zum Wettkampf mit den weltbesten Springern vom Zehnmeterturm antritt, grenzt fast an ein kleines Wunder.

Vielen werden noch die dramatischen Szenen vom Turm-Finale in London in den Sinn kommen, wenn vom 1,64 m kleinen „Sprung-Floh“ die Rede ist. Im vierten Finalsprung kugelt er sich damals die Schulter aus, springt den Wettkampf dennoch zu Ende und wird sensationell Achter. Die Bilder, wie er aus dem Wasser gefischt werden muss, gehen um die Welt. Der tapfere Dresdner avanciert zum tragischen Helden dieser Spiele. Das aber ist für ihn erst der Anfang eines nun folgenden langen Leidensweges. Erst muss die in London lädierte Schulter operiert werden. Er kämpft sich zurück, kann aber vorerst nur vom Brett springen, wird aber 2013 immerhin Vize-Europameister vom Einmeterbrett.

Dann der nächste Rückschlag. Die andere Schulter macht Probleme, er muss erneut unters Messer. Auch wenn es ihm schwer fällt, sich wieder durch eine monatelange Reha zu quälen, die Zuversicht verliert er dabei nie. Sein Durchhaltevermögen, sein unbändiger Wille werden belohnt. Bei der EM 2015 in Rostock kehrt das „Steh-auf-Männchen“ zurück. Und wie! Mit der Weltklasse-Leistung von 575,30 Punkten sichert er sich EM-Gold und den olympischen Quotenplatz. Mit Tränen der Rührung und Freude in den Augen, sagt er nach diesem triumphalen Comeback auch in Richtung der chinesischen Überflieger: „Ich denke, ich habe einigen Angst gemacht.“ Zumal er weiß, dass die Top-Athleten aus China auf einer Freiluftanlage wie in Rio auch schon geschwächelt haben.

Für Wolfram wäre fast zu schön gewesen, wenn seither alles glatt gelaufen wäre. Erneute Schulterprobleme zwangen ihm inzwischen erneut unfreiwillige Pausen auf. So verpasste er auch im Februar den Grand Prix auf der Olympia-Anlage in Rio. Mit einer Spritzenkur kriegen die Ärzte aber zumindest bis Olympia das Problem in den Griff. Heute bekommt Martin Wolfram die letzte. „Die hält jetzt sechs Wochen, das muss reichen“, sagt er und er strotzt voller Tatendrang: „Ich bin sehr dankbar und stolz, dass ich es wieder zu Olympia geschafft habe, denn phasenweise sah es ja nicht so gut aus. Natürlich will ich meine Leistung von London bestätigen und wieder unter die besten Acht kommen“, so das ehrgeizige Ziel von Martin, der erst am 18. August dran ist. „Bis dahin wird trainiert und vielleicht kann ich mir diesmal auch ein paar andere Wettkämpfe anschauen. In London klappte das leider nicht, da bekam ich nicht ein Ticket. Am liebsten würde ich bei den Leichtathleten vorbeischauen, oder beim Basketball“, verrät er. Von Freundin Tina Leuchte, die daheim die Daumen drückt, bekommt er einen Plüschlöwen als Glücksbringer mit auf den Weg. Denn Glück kann der leidgeprüfte Springer bestimmt gebrauchen.

Was Martin Wolfram, der seine Sportart über alles liebt, bei Olympia noch freut, ist die Tatsache, dass dann auch das Wasserspringen im Fokus der Öffentlichkeit steht: „Es fasziniert mich immer wieder, schwierige Elemente binnen weniger Sekunden in der Luft zu vollführen. Unsere Sportart finde ich sehr ästhetisch und elegant. Deshalb sollte sie noch mehr Beachtung finden.“

Von Astrid Hofmann

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