Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 18 ° Gewitter

Navigation:
Google+
Machtkampf in der Chefetage der Dresdner Eislöwen

Machtkampf in der Chefetage der Dresdner Eislöwen

Die Dresdner Eislöwen haben aus den letzten sieben Spielen 17 Punkte geholt und sind auf Tabellenplatz neun der 2. Eishockey-Bundesliga geklettert.

Dresden.

Von Astrid Hofmann

Sportlich läuft es also bestens. Das Dach der EnergieVerbund Arena ist auch dicht, damit sollte einer erfolgreichen Saison nichts mehr im Weg stehen. Eigentlich! Spätestens seit gestern ist es mit der Harmonie vorbei: Hinter den Kulissen "spukt" es wieder, toben Grabenkämpfe. Gesellschafterin Barbara Lässig schickte an alle Dresdner Medien ein Rundschreiben, in der sie unter anderem mitteilt, dass sie für "die nächste Gesellschafterversammlung einen Abberufungsantrag des Geschäftsführers Danilo Klee wegen Unfähigkeit" beantragt und in zehn Punkten begründet habe. Einer der Vorwürfe dabei: Der Geschäftsführer würde den Stand der Sponsorenakquise nicht thematisieren.

"Ich weiß, dass ich derzeit völlig allein stehe, aber ich muss die Notbremse ziehen, denn es fehlt viel im Etat", äußerte Lässig gestern gegenüber DNN. Auf diesen Vorwurf angesprochen, erklärte Danilo Klee: "Alle Gesellschafter werden regelmäßig über die Zahlen bei der Sponsorenakquise informiert. Derzeit sind von den bei der Lizensierung geplanten Sponsoreneinnahmen noch sechs Prozent offen. Alles andere ist gedeckelt." Als die Eislöwen - damals noch unter Klees Vorgänger Matthias Broda - die Lizenzunterlagen abgaben, waren rund 780000 Euro an Sponsorengeldern vorgesehen.

Barbara Lässig fährt weitere schwere Geschütze auf und erklärt: "Herr Klee besitzt keine Führungsfähigkeit. Statt seine Mitarbeiter anzuweisen, drangsaliert und mobbt er sie. Aus diesem Grund haben seit dem 1. August 2012 drei Mitarbeiterinnen gekündigt. Arbeits- und Sozialrechtskenntnisse sind ihm fremd." Zu diesen Anschuldigungen meint der Geschäftsführer: "Die Damen haben gekündigt und sich für einen anderen Weg entschieden." Nachdem Matthias Broda inzwischen als Geschäftsführer bei Volleyball-Erstligist VC Dresden eingestiegen ist, wurden zumindest zwei der Frauen ebenfalls dort gesichtet.

Was sagen die anderen Gesellschafter der Betriebsgesellschaft zum Vorstoß von Barbara Lässig? ESCD-Präsident Peter Micksch, der den Verein in der Gesellschaft vertritt, betont: "Dies ist ausschließlich die Sicht von Frau Lässig. Ich erlebe schon seit Jahren, dass immer wieder von einer Person Stimmung gemacht wird. Wir stehen hinter dem Geschäftsführer, der unter schwierigen Bedingungen sein Amt übernehmen musste." Auch Aufsichtsratschef Christian Domschke positioniert sich: "Als Aufsichtsrats- Vorsitzender des ESCD und ehrenamtlicher Marketing-Mitarbeiter der Betriebsgesellschaft verurteile ich das kontraproduktive Wirken der Gesellschafterin Barbara Lässig, das dem Ansehen des Dresdner Eishockeys erheblichen Schaden zufügt. Sie ist weder fähig, deutliche Mehrheiten in der Dresdner Eislöwen GmbH zu akzeptieren, noch die Auffassung der gewählten Gremien des Stammvereins-Präsidiums und des Aufsichtsrats zu respektieren. Auch die Auffassung bedeutender Sponsoren und wichtiger Partner ignoriert sie. Im Namen des Aufsichtsrates erwarte ich von ihr bedingungslose Unterstützung. Wenn sie das nicht kann oder will, empfehle ich ihr im Interesse des Dresdner Eishockeys den Rückzug." Die Gesellschaft (Stammkapital reichlich 60000 Euro) besteht aus insgesamt sieben Vertretern (entweder Firmen oder Privatpersonen), Barbara Lässig ist einer davon.

Sogar Sportamtsleiter Sven Mania schaltete sich nach dem Erhalt des auch an ihn gegangenen Rundschreibens ein und schickte eine Rückantwort an Barbara Lässig, in der es heißt: "Als Gesellschafterin der Betriebsgesellschaft sollten Sie eigentlich ein nicht unerhebliches Interesse an einer wirtschaftlichen und sportlichen Stabilität der Eislöwen-GmbH haben. Noch dazu, da diese privatrechtliche Spielbetriebsgesellschaft in einem nicht unerheblichen Maße durch die Landeshauptstadt Dresden, also vom Steuerzahler unterstützt wird. Für mich ist es nicht nachvollziehbar, aus welchen persönlichen Erwägungen heraus, Sie eine erneute Destabilisierung Ihrer GmbH riskieren. Ein erneuter Wechsel in der Führungsebene würde meines Erachtens genau dazu führen."

Bleibt die Frage: Wie schnell geht der neuerliche "Spuk" vorbei? Oder müssen sich die Fans schon wieder ernsthafte Sorgen um ihre Eislöwen machen?

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.11.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr