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Loose hält den Ball flach - Dynamo will aus alten Fehlern lernen

Loose hält den Ball flach - Dynamo will aus alten Fehlern lernen

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, immer wieder mal folgt auf erhebende Momente böses Erwachen. Beispiele gefällig? Merkels Nürnberger stürzten nach ihrem Meisterjahr 1968 in der Folgesaison prompt in die 2. Liga ab, Hitzfelds Bayern schenkten 1999 in der 90. Minute gegen ManU (1:2) noch den sicher geglaubten Champions-League-Titel her und auch Dynamo erlebte 2005 nach seinem furiosen 2:1-Sieg bei den Münchner "Löwen" eine glatte Bauchlandung: 13 Spiele ohne Sieg folgten, Aufstiegstrainer Franke flog und am Ende war die 2. Liga futsch.

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Dresden . Von Jochen Leimert

Eine bittere Erfahrung, die die Schwarz-Gelben nach dem noch eindrucksvolleren 4:2-Auswärtssieg am Sonntag in München nicht noch einmal machen möchten.

Das Siegertänzchen verwehrte Trainer Ralf Loose seinen "Löwen"-Bändigern nicht, doch er war gleichwohl bemüht, sie nicht allzu sehr über den grünen Klee zu loben. So monierte der 48-Jährige die beiden Gegentreffer: "Die Endphase hat gezeigt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt." Bevor er für zwei Tage nach Vaduz zu seiner Familie fuhr (seine Tochter hatte am Sonnabend Geburtstag), wies er Co-Trainer Nico Däbritz auch an, auf der Rückfahrt nach Dresden nicht mit dem Bus an der Tankstelle anzuhalten, "weil die Gefahr besteht, dass man nicht zu Mineralwasser greift, sondern zu alkoholischen Getränken". Euphorie, gepaart mit Bierseligkeit, das ist was für die Fans, nicht für seine Profis.

Loose wäre es nicht im Traum eingefallen, das Saisonziel Klassenerhalt nach oben zu korrigieren. Er freute sich kurz über die ersten drei Auswärtspunkte ("Die kann einem keiner mehr nehmen.") und schaute schon auf die Vorbereitung für das nächste Spiel gegen Alemannia Aachen (16. Oktober, 13.30 Uhr, Glücksgas-Stadion): "Es ist vielleicht gut, jetzt eine Länderspielpause zu haben, dass man sich ein bisschen erholen, die anderen Spieler in Gang bringen und Spielpraxis sammeln kann, um sich in der nächsten Woche gezielt auf den Gegner Aachen einzustellen."

Von Wolke sieben, so glaubt Loose, muss er seine Spieler nicht herunter zerren. Dorthin seien sie nach der Sonntagsshow in der Allianz-Arena gar nicht erst entschwunden: "Die Mannschaft ist nicht gefährdet abzuheben. Wir wissen, dass jedes Spiel in der 2. Liga schwer für uns werden wird - und trotzdem wünscht man sich natürlich, nach einem Sieg nachlegen zu können."

Genau das glückte bisher nicht. Dass auf einen Triumph nicht automatisch der nächste folgt, daran musste sich Looses Mannschaft in dieser Saison schmerzhaft gewöhnen. Dem 4:3-Sensationssieg im DFB-Pokal gegen Leverkusen folgte eine 0:1-Auswärtsschlappe in Fürth, dem 4:0 über Union Berlin ein unnötiges 1:2 gegen Paderborn und ein 0:3 in Duisburg. Als Dynamo mit dem 2:1 gegen Bochum wieder im Aufwind schien, setzte es ein 2:4 in Ingolstadt und das 1:4 gegen Eintracht Frankfurt. Hält die Berg- und Talfahrt an, wäre gegen Aachen wieder eine Niederlage dran. Eine Pleite, die gegen eine ebenfalls um den Ligaverbleib kämpfende Truppe doppelt ärgerlich wäre.

Stößt Dynamo den Bock um, dann bleibt Loose vielleicht die bittere Erkenntnis erspart, die sein Trainerkollege Christoph Franke im Oktober 2005 nach dem 1:3 gegen Aachen ereilte: "Nach dem Weltmeisterschaftssieg in München hat es sich der eine oder andere leichter in der 2. Liga vorgestellt." Ein Fehler, der letztlich die Spielklasse kostete.

Am 9.9. 2005 feierte Dynamo vor 66 000 Zuschauern ein 2:1 in München. Dann ging es bergab. Erst am 10.2. 2006 gelang unter Trainer Peter Pacult, der den am 15.12. nach dem 1:5 in Saarbrücken entlassenen Christoph Franke beerbt hatte, wieder ein Sieg. Dem 2:0 gegen 1860 waren 13 Spiele ohne "Dreier" vorausgegangen. Ganze vier Remis hatte Dynamo bis dato noch erkämpft. Nach 4 Punkten und 10:26 Toren kam der Endspurt unter Pacult (28 Punkte) zu spät, Dynamo stieg mit 41 Punkten ab.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.10.2011

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