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Lockwitzbach flutet Nachwuchszentrum der SG Striesen

Lockwitzbach flutet Nachwuchszentrum der SG Striesen

Das Hochwasser zieht immer mehr Sportanlagen in Dresden in Mitleidenschaft. Die Gefahr geht dabei nicht nur von der immer noch ansteigenden Elbe aus. Im Südosten der Stadt hat auch das Wasser des Lockwitzbachs zu erheblichen Problemen geführt.

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Die von der Arbeit an die Salzburger Straße geeilten Jugendtrainer der SG Striesen gönnen sich nach ersten Sicherungsmaßnahmen eine Kaffeepause.

Quelle: Verein

Seit Montagmorgen ist das Nachwuchszentrum der SG Striesen an der Salzburger Straße, das schon 2002 von der Jahrhundertflut schwer betroffen war, in der braunen Brühe versunken.

"Der Rasen ist wieder hinüber", bedauert Geschäftsführerin Simone Werner. Viele Gerätschaften wie der Rasenmäher, die tragbaren Aluminium-Tore oder der neue Grill sowie Säcke mit Düngemittel konnten noch rechtzeitig gerettet werden, für einige Tischtennis-Platten war es schon zu spät. "Bis Dienstagmittag haben wir ausgeräumt, das Wasser stieg sehr schnell. Das kam alles vom Lockwitzbach herüber", so Simone Werner.

Zum Glück noch nicht betroffen von der erneuten Flut ist das Funktionsgebäude, das nach der Katastrophe von 2002 auf Stelzen neu errichtet wurde. Es steht zwar inmitten der schlammigen Brühe, doch noch ist ein reichlicher Meter Luft nach oben, bevor das Wasser auf die Terrasse läuft. Der Eingang zu den Kabinen und zur Geschäftsstelle liegt noch einmal etwas höher, doch niemand weiß, was die Elbe noch bringt. Gestern Abend war das Wasser auf der Anlage zwar leicht zurückgegangen, doch der Nacht sahen die Striesener sehr besorgt entgegen.

Wo die 280 Kinder und Jugendlichen demnächst trainieren und Fußball spielen sollen, ist nur teilweise geklärt. Der städtische Sportstätten- und Bäderbetrieb schloss gestern bis auf die Energie-Verbund-Arena - die Inlinehockey-WM findet wie geplant statt - alle seine Anlagen, auch die Bäder sind bis einschließlich 9. Juni zu. Einige Ausweichplätze für das Training der Striesener Jungs fanden sich noch, "wir haben auch noch Zeiten in der Sachsenwerk-Arena und im XXL ergattert, das kostet natürlich Miete", sagt Simone Werner. Sie hat das Hochwasser von 2002 schon miterlebt: "Ich hätte nie gedacht, dass es uns noch einmal so erwischt", ist die gute Seele des Vereins erschüttert. Sie hofft auf Spenden, um die schon jetzt absehbaren Schäden erträglicher zu machen. Bei der Ostsächsischen Sparkasse können Sympathisanten des Vereins unter dem Konto 31 201 706 14 auch kleine Beträge einzahlen. Hilfe werden wohl auch die 2002 ebenso von der Flut schwer getroffenen Nachbarn vom FV Laubegast wieder brauchen, bei denen der Rasenplatz auch schon unter Wasser steht.

Wassersportler im Dauerstress

Düster sieht es daneben vor allem direkt an der Elbe aus. Nicht nur die Dresdner Ruderer, Drachenbootfahrer und Kanuten bangen um ihre Boote und sichern ihre Anlagen. Auch die Segler, Seesportler und Motorboot-Fahrer sind seit Tagen im Einsatz. Die Größe und Beschaffenheit der Stege erschwert deren Sicherung, sind sie doch sehr lang und schwer. Vor allem die Steganlage in Wachwitz ist mit 80 Metern Länge nicht einfach zu demontieren. Der Steg hat seit diesem Jahr ein neues Kopfteil, dessen besondere Konstruktion - ein in Strömungsrichtung klappbarer Zulaufsteg - hat sich gleich im Ernstfall bewähren müssen. So konnte der Steg immer weiter aus der Strömung und zum Vereinshaus gezogen werden. Schweres Treibgut muss fast stündlich entfernt werden, zahlreiche große im Wasser treibende Bäume machen den Verantwortlichen Sorgen. Das Vereinsgelände und die geleerten Bootshallen sind inzwischen schon überflutet. Zur Zeit laufen die letzten Sicherungen für das denkmalgeschützte Vereinshaus, das die Mitglieder nach der Katastrophe von 2002 in Erbbaupacht übernommen und dann aufwändig saniert hatten.

Auch im Loschwitzer Hafen kämpfen Sportfreunde um ihren Anlage. Zwar ist dort die Gefahr von Treibgut durch fehlende Strömung nicht gegeben, dafür ist aber das gesamte Gelände überflutet und somit auch wenig Raum für das Inventar und die Technik. Der Wassersportclub Dresden-Loschwitz, der auf der Mole sein Domizil hat, kann zum Glück das nach dem Hochwasser 2002 von der Stadt gebaute Stelzenhaus nutzen und so das Zubehör der Sportboote sichern. In beiden Vereinen (Segelclub Dresden-Wachwitz und Wassersportclub Dresden-Loschwitz) konnten die Jugendboote rechtzeitig ausgelagert werden, so dass die Mannschaften die anstehenden Qualifikationsregatten für die Deutsche Meisterschaft (420er) bzw. für die Weltmeisterschaft (Europe) trotzdem wahrnehmen können. Doch zu Hause wartet auch danach noch viel Arbeit.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.06.2013

J. Leimert/I. Bönisch

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