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Lieber zu Dynamo Dresden, als in den Urlaub: Fanclub aus Münster reist den Schwarz-Gelben hinterher

Lieber zu Dynamo Dresden, als in den Urlaub: Fanclub aus Münster reist den Schwarz-Gelben hinterher

Mit 7:2 schlug Dynamo Dresden einst den HJK Helsinki im Europapokal der Pokalsieger. Für Domenico Thiele war das ein prägendes Erlebnis. Spieler wie Dörner, Sammer, Minge und Kirsten gestalteten 1985 das Spiel, Thiele wurde Dynamo-Fan.

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Domencio Thiele (r.) ist Vorsitzender des Fanclubs "Dynastie Münsterland".

Quelle: Dominik Brüggemann

Zuvor hatte sein Onkel ihn zu einem Spiel des Halleschen FC gegen die Schwarz-Gelben mitgenommen. „Ich habe mich für die Besseren entschieden“, erklärt Thiele, der in Halle aufwuchs und später auf Rügen Arbeit fand.

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Am Freitag waren sechs Mitglieder für das Spiel gegen West Ham United angereist.

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Rund 25 Jahren später lebt Thiele in Münster. Sein Fußballherz schlägt weiter für Dynamo Dresden. Die Liebe reicht sogar soweit, dass man einen offiziellen Fanclub gegründet hat und mit den Mitgliedern der „Dynastie Münsterland“ deutschlandweit zu Spielen der Dresdner fährt. Elf Freunde sind sie, die gemeinsam Geburtstage feiern oder sechs Stunden auf der Autobahn verbringen, um ihr Team bei einem Heimspiel im Glücksgas-Stadion sehen zu können. „Mindestens fünf von uns fahren immer zu einem Auswärtsspiel. Auch bis nach Rostock“, erzählt er von den Fahrgemeinschaften.

Die Anreise zum Pokalspiel gegen Borussia Dortmund fiel dagegen geradezu bequem aus. „Das war für uns ein Heimspiel“, so Thiele, der inzwischen auch seine Frau Sandra von den Schwarz-Gelben überzeugt hat. Die chaotischen Szenen, die in Dortmund zu mehreren Spielabbrüchen führten, machten auch Thiele Sorgen. „Das waren in meinen Augen keine Dynamo-Fans“, so der 40-Jährige. Den Einsatz von Pyrotechnik möchte er trotzdem diskutieren. „Eine sicheres Abbrennen ist meiner Meinung nach möglich.“ Als offiziell anerkannter Fanclub stehen die Mitglieder auch hinter den Leitlinien des Vereins: für Toleranz, gegen Rassismus und gegen Gewalt.

Tolerant muss Thiele sein. Sein Sohn ist Schalker. „Wir haben ihn zu den Spielen von Dynamo mitgenommen. Aber wir wollten ihn nicht beeinflussen.“ Hoffnung hat Thiele dafür noch bei seinem jüngsten Sohn. Am Freitagabend unter Flutlicht durfte er zum ersten Mal mit nach Dresden, mit ins Stadion und mit in den K-Block. Die Stehplätze wählen sie wegen der einmaligen Stimmung und des Budgets.

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Rot-Gelb-Grün: Was auch immer die Dynamo-Ampel anzeigt - in der kommenden Saison sollen wieder viele Punkte gesammelt werden.

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Die Zweitligamannschaft von Dynamo Dresden begann am Sonntagnachmittag mit ihrem Trainingsauftakt im Ostragehege die Vorbereitung auf die Saison 2012/13.

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„Wie soll ich für meine Frau und drei Kinder die Sitzplätze bezahlen?“ Vehement lehnt er die mögliche Abschaffung der Stehplätze ab: „Da würden wir eine Tradition verlieren“, befürchtet Thiele, der Vorsitzender des Fanclubs ist. Familien würden seiner Meinung nach hierdurch finanziell ausgesperrt.

Für die Sportgemeinschaft legt Thiele auch einen zweiwöchigen Urlaub am Mittelmeer in die Waagschale. „Was soll ich auf Mallorca, wenn ich für das gleiche Geld bei zehn Spielen diese Stimmung und diese Fans erleben kann“ fragt er wie selbstverständlich. „Andere fahren in den Urlaub, wir fahren zu Dynamo“, macht er seine Liebe zu den Dresdnern deutlich. Seine Frau hat im Urlaub am Mittelmeer übrigens durch Zufall Mittelfeldspieler Christian Fiél getroffen. „Das war ein schönes Erlebnis. Ich habe sogar ein Foto mit ihm machen dürfen“, berichtet Sandra Thiele. Dafür wäre auch ihr Mann in den Urlaub gefahren.

Mit 3:0 schlug Dynamo Dresden am Freitag [link:700-NR_DNN_48195-2]. Es war nur ein Testspiel, aber es erinnerte an alte Zeiten im Europapokal. Für Domenico Thiele, seinen Sohn und den Fanclub „Dynastie Münsterland“ war es auch so ein prägendes Spiel. Thiele hat übrigens einen Umzug mit seiner Familie geplant. Es zieht ihn nach Dresden.

Dominik Brüggemann

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