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Laut, gefährlich, spektakulär: Eisspeedway-Artisten zu Gast in Dresden

Laut, gefährlich, spektakulär: Eisspeedway-Artisten zu Gast in Dresden

1992 fanden auf der Eisschnelllaufbahn im Ostragehege die Deutschen Meisterschaften im Eisspeedway statt. Seitdem hatte diese Sportart - von kleinen Ausnahmen abgesehen - Pause in Dresden.

Nun ist sie zurück. Mit gleich zwei Veranstaltungen der Extraklasse am Sonnabend (German Open) und Sonntag (Golden Spike Serie), bei der ein Teil der Weltklasse sein Können zeigen wird.

Dresden (DNN). Es ist laut, es ist gefährlich. Vier Piloten pro Rennen jagen ihre 70 PS starken Maschinen vier Runden ums Oval, jeweils 300 bis 400 28 Millimeter lange Spikes bohren sich ins Eis. Etwa Tempo 100 erreichen die Eisspeedway-Gladiatoren auf ihren Motorrädern ohne Bremsen, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei etwa 130 km/h. Nach nur 60 Sekunden ist die Hatz vorbei. Dann wird gejubelt, wahlweise auch geflucht. Nicht selten stürzt ein (oder beim Gedrängel in den engen Kurven auch mehrere) Fahrer - dann wird es brenzlig.

"Spikeberührung" nennen das Stefan Pletschacher und seine Kollegen. Der 33-Jährige aus Ruhpolding ist einer der Stars der Szene. "Das ist mir auch schon einige Male passiert, dann gibt es Fleischwunden. Das Rad so einer Eisspeedway-Maschine ist wie eine Kreissäge", erklärt Pletschacher, was bei der "Spikeberührung" so passieren kann. Es passiert - Gott und den Sicherheitsvorkehrungen sei Dank - relativ wenig. "Es gibt etliche Stürze. Deswegen - das muss man ehrlich so sagen - kommen ja die meisten Zuschauer. Sie wollen sehen, wie wir in der Kurve abfliegen", weiß der Fahrer aus den Chiemgauer Alpen, "aber ernsthafte Verletzungen sind selten." Dafür gibt es den "Killer" - eine am Unterarm befestigte Reißleine, mit deren Hilfe der Motor der Speedway-Maschine sofort abgeschaltet wird, wenn der Fahrer den Kontakt zum Lenker verliert. Für die Rennen in Dresden wurden 200 Strohballen aufgestellt, ein Sicherheitszaun trennt die Zuschauer vom Geschehen auf der Bahn.

Zwischen 17 und 20 Zentimeter stark wird der Eispanzer auf der Bahn sein, damit doppelt so dick wie fürs normale Eislaufen üblich. Am Sonntagabend, das ist allen klar, ist die Bahn hinüber. Die Saison aber auch zu Ende.

Für Stefan Pletschacher noch nicht. In der Golden Spike Serie liegt er nach zwei von vier Veranstaltungen in der Gesamtwertung auf Rang zwei, mit einem guten Ergebnis in Dresden kann er beim Finale in zwei Wochen in Berlin um den Sieg fahren. "Mindestens Rang zehn" hat sich der Bayer für Sonntag (Beginn 14 Uhr) vorgenommen, einen Platz unter den ersten Drei bei den etwas weniger prominent besetzten German Open am Sonnabend (18 Uhr). Drei bärenstarke Russen und vier ehemalige Weltmeister (darunter der inzwischen 64 Jahre alte Schwede Per Olof Serenius) wollen Pletschacher dabei in die Suppe spucken. Nach 20 Rennen - und falls nötig einem Stechen - stehen die Sieger fest. Dann wird gefeiert. Und geflucht.

Tickets zu 28 Euro (Sitzplatz), 19 bzw. 17 Euro (Stehplatz) bzw. 12 Euro (ermäßigt) pro Veranstaltungstag gibt es noch in ausreichender Anzahl an den Tageskassen. Für Kinder bis zwölf Jahre ist der Eintritt frei. Reichlich 1000 Karten gingen im Vorverkauf weg, die Zuschauerkapazität an der Bahn beträgt 2300. Heute Abend 18 bis 19.30 Uhr können die Fahrer (ohne Eintritt) beim Training beobachtet werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.03.2012

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