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Lausitzer Füchse werfen Trainer raus

Ära Rohrbach ist vorbei Lausitzer Füchse werfen Trainer raus

Und plötzlich gelten die Gesetze des Marktes auch in Weißwasser! Nach zuletzt nur zwei Siegen aus den vergangenen 17 Spielen haben sich die Lausitzer Füchse gestern von Trainer Dirk Rohrbach getrennt.

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Quelle: Archiv

Weißwasser. Der Schritt kam trotz der erkennbar schwierigen sportlichen Situation dennoch einigermaßen überraschend. Denn von der kämpferischen Einstellung her konnten die EHC-Cracks - anders als noch beim 0:4 in Crimmitschau - durchaus überzeugen.

Aufgrund des vor der Saison öffentlich gemachten Sparkurses und der damit einhergehenden eingeschränkten individuellen Klasse der Ostsachsen war eine Spielzeit, die im Hurra-Stil in die Playoffs führen würde, nicht zu erwarten. Und bis zuletzt stellte auch Stefan Mann, der vor zwei Wochen reaktiviert wurde, klar, die Stimmung in der Kabine sei gut, die Mitspieler seien nette Jungs. Allerdings merkte der 40-Jährige auch an: "Manchmal ist es mir hier zu lieb."

Vielleicht liegt darin der Grund, warum Dirk Rohrbach nun bei seinem Heimatverein doch gescheitert ist. Nicht nur einmal beklagte der 43-Jährige, es fehle eine klare Hierarchie im Team, an Typen, die auch mal aufstünden und laut würden. Dazu kommt, dass die aktuelle Saison nicht die einzige ist, in der es längere Durststrecken gab. So unterlagen die Oberlausitzer in der Hauptrunde der Saison 2010/11 sogar 18-mal in Folge, was noch heute negativer Vereinsrekord ist. Dirk Rohrbach als Coach stand da nicht zur Debatte - im Gegenteil: Das Vertrauen der Verantwortlichen zahlte sich aus. Der EHC gewann alle acht Partien der Abstiegsrunde und hielt souverän die Zweite Liga.

Als "Rohre" im August 2009 das Amt des "Oberfuchses" übernahm, war das mehr eine Verlegenheitslösung. Die Verhandlungen mit diversen Trainerkandidaten waren - zumeist am Geld - gescheitert. Und so trat Rohrbach als "Doppelspitze" gemeinsam mit Manager Ralf Hantschke an, die Geschicke bei den Lausitzern zu leiten. In seinen sechs Jahren avancierte der Ex-Stürmer zum erfolgreichsten Füchse-Trainer der Nachwendezeit. Bis auf das erwähnte Jahr 2010 schafften die Blau-Gelben stets den vorzeitigen Klassenerhalt, mussten aber in den Playoff-Viertelfinals immer die Segel streichen.

Um das zu ändern, ging man vor der letzten Saison in finanzielle Vorleistung und stellte einen Kader zusammen, mit dem das Halbfinale erreicht werden sollte. Das Unternehmen misslang. Die qualitativ gut besetzte Mannschaft vermied gerade so die Abstiegsrunde, schied aber schon in den Pre-Playoffs aus. Da, in den Jahren zuvor und erst recht heute beklagte Dirk Rohrbach regelmäßig die unzureichenden Leistungen der Führungsspieler. Das führte in dieser Saison dazu, dass es zu diversen Veränderungen im Kader kam. Gerade verpflichtete Ausländer (Heikkinen, Frank) wurden durch neue Kontingentspieler (Haydar, Parkkonen) ersetzt. Stefan Mann wurde als "Einheimischer mit großen Erfahrungen" zurückgeholt, vor Wochenfrist trennte man sich von Marvin Tepper, dessen Kontrakt bis 15. Dezember befristet war. Alle Impulse, die man zu setzen versuchte, verpufften.

"Danke, Dirk! Trainer-Ära geht zu Ende!", titelte der EHC in seiner Pressemitteilung. "Wir arbeiten unter schwierigen Bedingungen, das ist allen klar. Dennoch ist definitiv mehr machbar. Dafür müssen wir zukünftig noch besser und härter arbeiten. Nach der 1:9-Niederlage gegen Ravensburg vor ein paar Wochen lag die Mannschaft am Boden und drohte zusammenzubrechen. Wir haben danach viel versucht. Vor allem ging es darum, eine positive Grundstimmung im Team zu erhalten. Dirk war nach jeder Niederlage der erste, der sich wieder aufgerichtet hat. Das war bewundernswert. Es ist nichts Neues im Sport, dass es in einer laufenden Saison Veränderungen gibt. Eine davon ist die Trainerposition. Dass wir diese Option jetzt ziehen müssen, tut weh", erklärte EHC-Hauptgesellschafter René Reinert das Ende des Chefcoaches.

Da bereits im Oktober bekannt wurde, dass auch Manager Ralf Hantschke ab der kommenden Spielzeit nicht mehr für die Füchse tätig sein würde, deutet sich ein grundlegender Umbruch in Weißwasser an. Die Suche nach einem Nachfolger für Dirk Rohrbach läuft derweil auf Hochtouren.

Sebastian Matthieu

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