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Land unter auf vielen Sportplätzen - auch Loschwitzer Kegler total deprimiert

Land unter auf vielen Sportplätzen - auch Loschwitzer Kegler total deprimiert

Viele Sportanlagen entlang der Elbe und ihren Zuflüssen hat das Hochwasser fest im Griff. Funktionäre, Trainer und Sportler haben mobiles Gerät gerettet, im Kampf um Plätze und Gebäude hatten sie aber keine Chance.

Dresden.

Die Gedanken kreisen schon um die Schadensbeseitigung. Doch manch einer fragt sich auch: Lohnt sich ein Neuanfang an gleicher Stelle?

Wolfgang Fehre, Abteilungsleiter Kegeln beim SV Loschwitz, ist genervt. Die Lage im Vereinshaus unterhalb des Blauen Wunders ist nicht zum ersten Mal kritisch: "Den Begriff Jahrhundertflut kann ich nicht mehr hören. Die Jahrhunderte werden immer kürzer. 2002 stand das Wasser 1,92 Meter über unserer Anlage. Wir haben sie mit Spenden wieder aufgebaut. Doch 2006 stand das Wasser an der Tür, auch 2010 war es ganz knapp. Wenn es jetzt aber im Haus wieder so aussieht wie 2002, überlege ich ernsthaft, ob ich mir das noch einmal antue."

Zwar ist die Heizungsanlage inzwischen auf dem Dachboden untergebracht und vor Wassereinbruch sicher, doch die Kegelbahnen sind abgesoffen. "Inwieweit die Schaltkästen kaputt sind, muss man sehen, aber die Bahnen müsste man in jedem Fall erneuern, denn sie verziehen sich durch die Nässe. Da muss man alles raus hacken, das wird teuer", weiß Fehre aus Erfahrung. Da die Sparte Kegeln (noch knapp 100 Mitglieder) mit Mitgliederschwund und Überalterung kämpft, stellt sich die Frage, ob der Wiederaufbau finanzierbar und sinnvoll ist. Sollte man die Beiträge erhöhen müssen, drohen neue Abmeldungen: "Das ist ein Teufelskreis", weiß Fehre.

Die Loschwitzer Fußballer denken noch nicht an einen dauerhaften Umzug oder gar Aufgabe. Doch für eine Weile werden sie auf ihren Naturrasenplatz verzichten müssen. Abteilungsleiter Lutz Quidenus erinnert sich ungern an 2002: "Wir konnten den Platz damals ein Jahr lang nicht nutzen." Jetzt sucht er fieberhaft nach Ausweichplätzen: "Wir haben schon Telefonate geführt, aber es ist noch nichts spruchreif. Eventuell geht es wieder nach Pillnitz." Schon 2002 fand man dort Asyl. Ob der 1. Mannschaft bei all dem Trubel und dem Verlust der Heimspielstätte noch der angepeilte Aufstieg in die Stadtoberliga gelingt, darf bezweifelt werden. Drei Spiele sind es noch, das Team ist derzeit Zweiter.

An Partien auf dem eigenen Platz können die Fußballer der SG Verkehrsbetriebe an der Pillnitzer Landstraße auch nicht denken. Alles Grün ist weg, das Braun da. Noch aber hofft der Verein mit 300 Mitgliedern in elf Sektionen, dass das 2004 neu gebaute Funktionsgebäude vom Wassereinbruch verschont bleibt. Es liegt erhöht auf einem Damm: "Wenn der Pegelstand der Elbe unter 9,40 Meter bleibt, dann erwischt es das Haus nicht", glaubt Olaf Arnold, der die 140 Mann starke Abteilung Fußball leitet und die Sportanlage hauptamtlich betreut.

Nicht gut sieht es auch beim SV Johannstadt aus, die Plätze am Kollwitz-Ufer sind komplett geflutet. Das Bootshaus des Wassersportvereins "Am Blauen Wunder" steht bis zur Dachkante in der Elbe. Im Ostragehege hielt das neue Flutschutztor das Innere des Steyer-Stadions bis zum Abend noch trocken, doch das Grundwasser wird zum Problem. Beim FV Laubegast ist der Rasenplatz im alten Elbarm überschwemmt, für die Kunstrasenplätze besteht noch Hoffnung. "Es steht Spitz auf Knopf", so Nachwuchsleiter Klaus Fritzsche. Im Nachwuchszentrum der SG Striesen auf der Salzburger Straße ist das Wasser wieder gestiegen, im auf Stelzen errichteten neuen Vereinshaus ist es aber noch nicht. Auch alle Auswärtsspiele sagte der Klub ab. Von der Flut betroffene Spieler und Trainer hätten andere Sorgen, hieß es.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.06.2013

Jochen Leimert

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