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Lacrosse - Indianersport im Dresdner Ostragehege

Lacrosse - Indianersport im Dresdner Ostragehege

Es sieht schon martialisch aus, wenn die Dresden Braves auf einem Rasenplatz im Ostragehege trainieren. Ein ausgewachsener junger Mann gerät ins Straucheln, als er auf dem Weg zum Tor von seinem Gegenspieler gestoppt wird.

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Martialisch sehen diese Lacrosse-Spieler der Herrenmannschaft der Dresden Braves aus. Am Wochenende zeigen sie beim Box-Lacrosse ihr Können.

Quelle: Hauke Heuer

Der harte Körpereinsatz kommt nicht von ungefähr. Der Verein betreibt in Dresden seit 2004 die Sportart Lacrosse. Das Spiel stammt von den amerikanischen Ureinwohnern, die den Sport "Tewaraathon" nannten, was soviel heißt wie "kleiner Bruder des Krieges". Ursprünglich diente die Mannschaftssportart als Vorbereitung auf den Krieg oder um Streitigkeiten zwischen zwei Stämmen auf sportlichem Wege auszutragen. Teilweise wurde mit über 100 Mann gespielt. Todesfälle waren bei der historischen Form des Spieles keine Seltenheit.

Gespielt wird Lacrosse auf einem 55 Meter breiten und 100 Meter langen Feld. Das Tor befindet sich im Gegensatz zu den meisten anderen Ballsportarten nicht am jeweiligen Spielfeldende, sondern ähnlich wie beim Eishockey 14 Meter davor. Mit den Schlägern, die auch Crosse oder Stick genannt werden, und an deren Kopf ein Netz, die sogenannte "Pocket", geknüpft ist, gilt es einen Hartgummiball in das gegnerische Tor zu katapultieren. Gespielt wird zehn gegen zehn bei den Männer- und zwölf gegen zwölf bei den Frauenmannschaften. Die Herren stehen viermal 20 Minuten auf dem Platz, die Damen zweimal eine halbe Stunde.

In Deutschland und gerade im Osten der Republik ist Lacrosse, das bis heute vor allem in Nordamerika gespielt wird, noch relativ unbekannt. Trotzdem konnten die Dresden Braves seit ihrer Gründung 60 Mitglieder gewinnen und betreiben eine Herren- und Damenmannschaft. Beide spielen in der Bundesliga Ost und waren in den vergangenen Jahren sichere Kandidaten für die Playoffs. Hierbei werden die besten Mannschaften zwischen den deutschen Bundesligen Nord, West, Süd und Ost ausgespielt.

Lacrossespielerin Sarah Andreas ist vor drei Jahren über ihre Schwester, die ebenfalls in der Mannschaft spielt, zu dem Sport gekommen. Die vermeintliche Brutalität des Spieles hat die 25-Jährige dabei nicht abgeschreckt. "Erstens wird in den Frauenmannschaften weitestgehend körperlos gespielt. So müssen wir auch keine Helme tragen wie die Herren", sagt Sarah Andreas und fügt hinzu: "Darüberhinaus würde es mir schwer fallen, eine andere Sportart zu finden, die soviel Vielfalt mitbringt. Beim Lacrosse spielen Kraft, Ausdauer, Geschicklichkeit und Spielübersicht eine große Rolle und auch nach Jahren kann man etwas dazulernen."

Um ihren Sport in Dresden bekannter zu machen und zusätzliche Mitglieder zu gewinnen, veranstaltet Sarah Andreas mit ihren Sportfreunden dieses Wochenende ein Box-Lacrosse-Turnier in der Energieverbund-Arena an der Magdeburger Straße. Am Sonnabend von 9 bis 21 Uhr und am Sonntag von 9 bis 17 Uhr wird ein Turnier ausgetragen, an dem sich neben deutschen auch tschechische Mannschaften beteiligen, die in der Sportart Weltklasse sind. Bei der gespielten Variante Box-Lacrosse wird mit Bande auf einem kleineren Feld gespielt. "Das Spiel wird so noch schneller und kämpferischer", verspricht Sarah ein aktionsgeladenes Wochenende.

Wer sich für die Sportart interessiert, kann beim Turnier vorbeischauen, sich über die Dresden Braves informieren und einmal selber einen Stick in die Hand nehmen. Mitglieder des Vereins sind anwesend, um Anfängern die Grundzüge des Spiels zu erklären. Auch auf der Homepage der Mannschaft stehen viele Informationen und Kontaktdaten bereit. Der Eintritt zum Turnier kostet pro Tag drei und ermäßigt zwei Euro. Für ein Wochenendticket bezahlt man fünf und ermäßigt drei Euro.

@www.dresden-braves.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.05.2013

hh

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