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Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Hürden-Queen Cindy Roleder holen EM-Gold

Sächsischer Doppelschlag Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Hürden-Queen Cindy Roleder holen EM-Gold

Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Hürden-Ass Cindy Roleder sorgten mit ihren Titeln für einen Doppelschlag „Made in Sachsen“. Und auch die 19 Jahre alte Newcomerin Gina Lückenkemper aus Dortmund strahlte mit ihrer Bronzemedaille über 200 Meter mit ihnen um die Wette.

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Christina Schwanitz jubelte über ihren frisch errungenen EM-Titel im Kugelstoßen.

Quelle: dpa

Amsterdam. Während die 100-Meter-Sprinter um Julian Reus der ersten deutschen Einzelmedaille seit 30 Jahren einmal mehr weit hinterher liefen und bei Speer-Favorit Thomas Röhler (Rang fünf) nach vielen tollen Wettkämpfen wohl jemand den Stecker gezogen hatte, zeigten sich am ersten großen Finalabend der Leichtathletik-EM in Amsterdam die DLV-Frauen von ihrer besten Seite: Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Hürden-Ass Cindy Roleder sorgten mit ihren Titeln für einen Doppelschlag „Made in Sachsen“. Und auch die 19 Jahre alte Newcomerin Gina Lückenkemper aus Dortmund strahlte mit ihrer Bronzemedaille über 200 Meter mit ihnen um die Wette.

Trotz der stolzen Ticketpreise von bis zu 92 Euro für einen Finalabschnitt jubelten fast 20 000 Zuschauer im gut gefüllten Olympiastadion von 1928 Europas bester Kugelstoßerin und Hürdensprinterin zu. „Von mir ist eine unheimliche Last abgefallen“, sagte die erfolgreiche Titelverteidigerin Christina Schwanitz vom LV Erzgebirge, die nach ihrem Gold-Wettkampf eine Träne verdrückte und unheimlich stolz auf ihre Siegerweite (20,17 Meter) war.

Knapp zwei Stunden später ließ sich Cindy Roleder mit Deutschland-Fahne auf der verdienten Ehrenrunde feiern. Die Hürden-Queen vom SC DHfK Leipzig hatte 2014 in Zürich mit EM-Bronze überrascht und war vor Jahresfrist als Vizeweltmeisterin in Peking schon einmal beste Europäerin. Gestern gewann die 26-Jährige nun das erste große Finale ihrer Karriere. Überglücklich sagte die gebürtige Chemnitzerin unter dem Jubel der Massen: „Das war fantastisch, die Zuschauer hier in Amsterdam haben mich zu Gold getragen.“ In 12,62 Sekunden kam sie bei Gegenwind bis auf wenige Hundertstel an ihre Top-Zeit von Peking (12,59) heran.

Christina Schwanitz zeigte den zweiten 20-Meter-Stoß auf der Welt in diesem Jahr und setzte fünf Wochen vor den olympischen Leichtathletik-Wettbewerben das erhoffte Signal zur richtigen Zeit. Als wären die Schulterverletzung im Frühjahr und all die vielen Zweifel nie dagewesen, knüpfte die Frau mit dem ansteckenden Lachen an ihre Leistungen der letzten drei Jahre an. Mit der gestrigen Leistung hat sie den Rückstand auf die Konkurrenz aus Übersee aufgeholt, nun ist sie endgültig eine Anwärterin auf Olympiagold.

„Wenn mir vor neun Wochen jemand gesagt hätte, dass ich mit 20 Metern Europameisterin werde, hätte es eine eindeutige Reaktion von mir gegeben“, sagte die 30-Jährige. Bei diesen Worten ging ihr Finger in Richtung Stirn. Vor wenigen Wochen war die gebürtige Dresdnerin froh, überhaupt wieder stoßen zu können. Dass sie gestern nach ihrem goldenen Versuch zum Auftakt nicht noch einmal in diese Regionen stieß, erklärte die „Sportlerin des Jahres 2015“ so: „Ich habe es versucht. Aber wenn man so eine zufriedenstellende Leistung abgeliefert hat, dann fällt zu viel Spannung ab.“

Bei Olympia werde es ihr mit Sicherheit nicht so einfach gemacht. Aber noch seien fünf Wochen Zeit, mit Rio habe sie sich noch nicht allzu sehr beschäftigt, bislang habe Amsterdam als „Nervenflatter-Druckabbau-Zöger-Partie“, so ihre gestrige Wortschöpfung, absolut im Fokus gestanden.

Ihrem Trainer Sven Lang hilft die Leistung gewiss, wieder fit zu werden. Bisher quälte sich der Marktschellenberger in Amsterdam mit einem heftigen Infekt über die Runden und hielt stets einige Meter Abstand zu seinen Athleten. „Die Weite war für Christina eine Erlösung und wertet den Titel unheimlich auf. Mit 20 Metern hat bei einer EM schon lange keine mehr gewonnen. Es war ein deutliches Zeichen: Ich bin wieder da.“

Frank Schober

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