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Kugelstoßerin Christina Schwanitz plant den nächsten Gold-Coup

Leichtathletik Kugelstoßerin Christina Schwanitz plant den nächsten Gold-Coup

Bei den Spielen von Rio gehen nun auch die Leichtathletik-Wettbewerbe los, und mit der sächsischen Kugel-Queen Christina Schwanitz steigt für die deutsche Mannschaft gleich eine Goldkandidatin in den Ring.

So jubelte die gebürtige Dresdnerin Christina Schwanitz Anfang Juli bei der EM in Amsterdam – jetzt greift sie wieder nach Edelmetall.

Quelle: dpa

Rio de Janeiro. Ehemann Tomas muss wohl ganz besonders glücklich sein, dass Christina Schwanitz endlich wieder in Gold-Form ist. „Er hat am meisten gelitten. Ich hatte oft schlechte Laune, war oft unzufrieden“, sagt Schwanitz über die Zeit, als sie durch die Hölle ging und nicht wusste, ob sie überhaupt in Rio starten würde: „Ich bin ein Zappelphilipp und kann nicht länger als eine halbe Stunde rumsitzen. Da musste er tapfer sein.“

Eine quälend lange Zeit konnte sich die gebürtige Dresdnerin nicht im Training auspowern, die rechte Schulter schmerzte und so wurden selbst so alltägliche Dinge wie Haare kämmen, Zähne putzen oder anschnallen im Auto zur Herausforderung. Anstatt sich für Olympia in Form zu bringen, nervte die 30-Jährige zu Hause ihren Mann. Doch das ist vergessen, endlich.

Nun kann Schwanitz ihr persönliches Märchen perfekt machen und dem deutschen Team am ersten Tag der Leichtathletik bei Olympia gleich einen ordentlichen Schub geben. Spätestens mit ihrem EM-Titel meldete sich die Weltmeisterin Anfang Juli zurück, ihre 20,17 m waren eine Kampfansage an die großen Rivalinnen Lijao Gong (20,43/China) und Doppel-Olympiasiegerin Valerie Adams aus Neuseeland (20,19).

„Es ist unglaublich, dass der Körper wieder so leistungsfähig ist“, sagt Schwanitz vor ihrem großen Finale (Freitag, 22 Uhr OZ/Sonnabend, 3 Uhr MESZ). Dass sie die Qualifikation knapp zehn Stunden früher nicht überstehen könnte, liegt außerhalb jeder Vorstellungskraft.

Die Sportsoldatin wundert sich selbst, dass sie schon wieder so gut in Form ist. Doch die Leidenszeit hat Schwanitz auch demütig gemacht, sie ist nicht so vermessen zu sagen, dass in Rio nur der Sieg zählt. Natürlich wolle sie das Gold von Amsterdam „wiederholen, aber wenn ich alles gebe, was ich kann, und dann nur Vierte oder Fünfte werde, wäre das auch gut.“

Damit nichts schief geht, hat Schwanitz gleich drei Glücksbringer dabei: „Ein von einer Freundin gestricktes Glücksschweinchen, mein Bierchen und ein Plektrum von meinem Mann.“

Auch in der Heimat werden die Daumen gedrückt. Im Gelenauer Freibad im Erzgebirge steigt ein Public Viewing, mit Beachvolleyball, Nachtbaden, Cocktails und Samba sollen die Schwanitz-Fans für den Showdown in Stimmung gebracht werden. Und am Ende, so hoffen sie, über Gold jubeln.

Dass die Sportsoldatin der Bundeswehr-Sportfördergruppe Frankenberg überhaupt wieder um Gold kämpfen kann, gleicht einem kleinen Wunder. Schließlich plagte sich die Sächsin nach ihrem WM-Triumph von Peking mit massiven Schulterproblemen herum, erst Anfang Mai konnte sie wieder richtig trainieren.

Unter der Anleitung von Neuro-Athletiktrainer Lars Lienhard stellten Schwanitz und ihr Coach Sven Lang unter anderem das Krafttraining um. Weniger Hanteln heben im Kraftraum, dafür mehr individuelle Übungen, die der Technik im Kugelstoßen entsprechen, stehen seitdem auf dem Programm. Und neben Schwanitz ist auch Ehemann Tomas wieder glücklich.

Von Kristof Stühm und Christoph Leuchtenberg

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