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Kriegerstein und Liebscher beenden lange Durststrecke

Kanu Kriegerstein und Liebscher beenden lange Durststrecke

Die Dresdner Kanuten haben allen Grund zur Freude: Gleich zwei Athleten aus ihrer Mitte werden die Farben der Landeshauptstadt bei den Olympischen Spielen in Rio vertreten. Darauf ist man beim Landesstützpunkt mächtig stolz und lud Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher zu einem kleinen Empfang ein.

Steffi Kriegerstein, Trainer Jens Kühn und Tom Liebscher haben gut lachen.

Quelle: Astrid Hofmann

Dresden. Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher haben schon jetzt Historisches geschafft. Sie sind die beiden ersten Kanuten, die nach 36 Jahren Pause die Dresdner Farben bei Olympischen Spielen vertreten. Zuletzt schaffte das Carsta Genäuß. Die heute 56-Jährige nahm 1980 an den Spielen in Moskau teil und erkämpfte mit der Berlinerin Martina Bischof Gold im Kajak-Zweier über 500 Meter. Jetzt beenden die für den WSV „Am Blauen Wunder“ startende Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher vom KC Dresden die lange Durststrecke. Nachdem beide am vergangenen Wochenende beim Weltcup in Racice endgültig ihr Ticket für Rio gebucht haben, gab der Landesstützpunkt in dieser Woche einen kleinen Empfang für die erfolgreichen Paddler. Mirko Göhler, Vorsitzender vom KCD, sagte dabei: „Das war nur zu schaffen, weil im Dresdner Kanusport alle an einem Strang ziehen.“ WSV-Vorstandsmitglied Ronny Kurschat ist stolz auf die 23-Jährige: „Steffi hat zwischen 2009 und 2015 bei internationalen Meisterschaften neunmal Gold, zweimal Silber und sechsmal Bronze gewonnen. Wir sind sicher, dass da noch einiges dazukommt, vielleicht auch eine Olympia-Medaille“, hofft er.

Von der träumt Kriegerstein natürlich selbst auch. Allerdings brauchte die mehrfache Junioren-Weltmeisterin nach Racice ein paar Tage, um die Olympia-Teilnahme so richtig zu realisieren: „Vor dieser Saison hatte ich nur die Masse an Mädels gesehen, die für Rio in Frage kommen und habe deshalb kaum damit gerechnet, dass es klappt. Nach der zweiten Sichtung wurde die Zuversicht schon größer, spätestens nach dem extra angesetzten Ausscheid, bei dem ich Platz zwei belegte, habe ich wirklich daran geglaubt.“ Die letzten Zweifel wurden mit dem Sieg des Vierer-Kajaks in Racice beseitigt. Mit ihrer langjährigen Partnerin Sabrina Hering (Hannover) und den beiden Olympiasiegerinnen Tina Dietze (Leipzig) und Franziska Weber (Potsdam) bildet Kriegerstein ein Team, das von den Experten zu den Favoriten in Rio gezählt wird. „Das Boot lief von Anfang an gut, aber wir haben trotzdem noch Luft nach oben, werden in den nächsten Wochen an vielen Details feilen. Und wenn jede von uns ein bis zwei Kilo abnimmt, ist unser Boot bei Olympia noch acht Kilo leichter“, erläutert Kriegerstein.

Auch Tom Liebscher sieht trotz der Siege mit dem K2 über 200 m und dem K4 über 1000 m bis Rio noch genügend Reserven: „Unser Start im Finale von Racice war nicht optimal. Daran werden wir verstärkt arbeiten. Der Verband hat extra einen Startschuh angeschafft, der identisch zu dem von Rio ist. Den werden wir jetzt in alle Trainingslager mitnehmen und damit üben“, so der 22-Jährige, der vor vier Jahren schon als Ersatzmann in London olympische Luft schnupperte. „Das kann man aber nicht als Olympia-Teilnahme zählen, denn ich hatte ja keinen Start, wohnte nicht einmal im olympischen Dorf“, so Liebscher, der mit Ronny Rauhe die Olympia-Strecke am Zuckerhut im letzten Jahr bereits testen konnte. „Da haben wir gewonnen. Ich hoffe, das ist ein gutes Omen“, meint der mehrfache Europameister, der mit dem K2 und K4 zwei Chancen auf Edelmetall hat.

Heimtrainer Jens Kühn, der Liebscher und Kriegerstein in die Weltspitze führte, ist zuversichtlich: „Sicher wird es in Rio sehr eng zugehen, aber beide haben realistische Aussichten auf eine Medaille.“ Zuvor führt der Weg über Moskau, wo vom 14. bis 17. Juli die Europameisterschaften stattfinden. „Das wird nur eine Zwischenstation, aber ich möchte mit Ronny Rauhe trotzdem zum dritten Mal in Folge den Titel über 200 m holen“, lässt Tom Liebscher keinen Zweifel am ehrgeizigen Ziel.

Von Astrid Hofmann

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