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Kölner Fan zeigt Dynamo Dresdens Keeper Benny Kirsten an

Kölner Fan zeigt Dynamo Dresdens Keeper Benny Kirsten an

Man könnte denken, die Wogen hätten sich geglättet, nachdem die Szene zwischen Benjamin Kirsten und Roman Golobart beim Dynamo-Spiel gegen den 1. FC Köln (1:1/DNN berichtete) durch den Blätterwald gerauscht war.

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Gegen Köln drehte Benjamin Kirsten richtig auf. Dass er nicht vom Platz flog, war nichts als Glück.

Quelle: Lutz Hentschel, soccerfoto

In Köln sah das ein einzelner Herr aber ganz anders: Gerhard Gröhle (69) hat doch tatsächlich bei der Bonner und der Dresdner Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Kirsten erstattet. Nach einem Bericht des Kölner Express schickte der FC-Fan eine E-Mail, in der steht: "Hiermit erstatte ich Strafanzeige gegen Herrn Benny Kirsten wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung (...) zum Schaden von Herrn Roman Golobart (...). Eine rechtliche Ahndung ist unvermeidlich, da ansonsten auf den Fußballplätzen dieser Republik der Krieg ausbricht."

Die Dresdner Staatsanwaltschaft bestätigte den Eingang der Anzeige. Ob diese Gröhle jedoch jemals eine Antwort schickt ist fraglich. Schon nach dem Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund hatte Gerhard Gröhle Anzeige erstattet: gegen Franck Ribery nach dessen Tätlichkeit gegen Robert Lewandowski (Ellbogenschlag ins Gesicht, eine Rückmeldung erhielt der Kölner nicht. Das jetzige Schreiben bekamen auch Dynamo Dresden und der 1. FC Köln. Benjamin Kirsten selbst und der Sportliche Leiter Steffen Menze hatten sich gestern darauf verständigt, den Sachverhalt nicht zu kommentieren. "Die Leute, die sich in den vergangenen Tagen deutschlandweit mit dem Thema beschäftigt haben, sollen sich lieber um ihre Sachen kümmern. Ich werde diese Woche noch einmal das Gespräch mit Benny suchen, ihn anhalten, die Emotionen in die richtige Richtung zu lenken. Emotionen verbieten werden wir sicher nicht, denn davon lebt der Fußball. Er hat unsere vollste Rückendeckung. Benny ist dem gewachsen, was da gerade um ihn passiert", sagte Menze gestern.

Sicher lässt sich über die Szene streiten, als er den Abwehrspieler zu Boden stieß, doch den Keeper als einen Rambo darzustellen und eine Gefahr für Golobarts Leib und Leben zu beschreiben, ist mehr als übertrieben. Bis jetzt glänzte der Tormann vor allem durch Paraden und Reflexe, die ihn zum Stammkeeper von Dynamo werden ließen. Lediglich vor seiner Zeit im Profiteam brannten Kirsten ein Mal die Sicherungen durch. Im Juni 2009 rannte er nach dem Sieg mit Dynamo II gegen den VFC Plauen im Sachsenpokalfinale in Leipzig mit einem angezündeten Bengalo über den Rasen. Der Verein belangte Kirsten mit drei Spielen Sperre, einer Strafzahlung von 400 Euro und einer Abmahnung. Seitdem hat der Sohn von Stürmer Ulf Kirsten eine Rote Karte am 12. September 2010 im Oberliga-Spiel (Dynamo II gegen Auerbach) wegen eines vermeintlichen Handspiels gesehen. In der Dritten Liga blieb er gänzlich ohne Karte, in der Zweiten sah er im letzten Spiel unter Trainer Ralf Loose am 8. Dezember 2012 beim 0:3 gegen Bochum einmal wegen eines Fouls Gelb. Seinen ersten Platzverweis kassierte der heute 26-Jährige am 12. September 2004 als U19-Torwart in Leverkusen. Bei Bayers Sieg gegen den MSV Duisburg flog er am Ende der Partie wegen einer Tätlichkeit mit Rot vom Platz. Zum Vergleich: Die (einst) beiden besten deutschen Tormänner Jens Lehmann und Oliver Kahn haben andere Statistiken; Lehmann sah in seiner Karriere 66 Mal Gelb und fünf Mal Rot, Kahn 40 Mal Gelb und zwei Mal Rot. Dagegen ist Kirsten ein Waisenknabe.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.07.2013

Tina Hofmann

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