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Koch will raus aus dem Formtief

Koch will raus aus dem Formtief

Er startete fulminant in seine allererste Zweitliga-Saison, traf erst bei Dynamos sensationellem 4:3-Pokalsieg gegen Vizemeister Leverkusen, dann auch gegen Union Berlin (Endstand: 4:0) und Paderborn (1:2).

Dresden .

Von Jochen Leimert

Als Kapitän Cristian Fiel fehlte, durfte Robert Koch mit nur 25 Lenzen sogar wiederholt als Kapitän auflaufen - ein Traum wurde wahr für einen, der vor gut zwei Jahren noch mit der "Zweiten" für ein Taschengeld durch die NOFV-Oberliga Süd tingelte. Der steile Aufstieg des Überfliegers hat inzwischen an Tempo verloren, doch am Sonntag in München möchte Koch wieder durchstarten.

In Ingolstadt (2:4) und gegen Eintracht Frankfurt (1:4) pflügte der Dorfbursche aus Melaune in der Oberlausitz zwar wie gewohnt das Grün um, doch das Spiel lief an ihm meist vorbei. "Die letzten Partien von ihm waren nicht so gut, er muss sich wie die anderen Spieler, die aus der 3. Liga hoch gekommen sind, noch an die neue Spielklasse gewöhnen. Das ist nicht so einfach", stellt Trainer Ralf Loose nüchtern fest. Und Koch, der nach Meinung Looses oft zu hart mit sich selbst ins Gericht geht, gibt ehrlich zu: "Meine Leistung war zuletzt etwas schlechter. Ich habe zu wenig Ballkontakte und Torschüsse, aber zu viele Ballverluste gehabt. Das gilt es abzustellen. Ich hoffe nicht, dass es jetzt schon das befürchtete Loch ist." Jenes Leistungstief, das nach einer langen sowie kräftezehrenden Aufstiegssaison und einer rekordverdächtig kurzen Vorbereitung in einer beinharten neuen Liga fast unausweichlich scheint.

Sollte Koch tatsächlich schon mit einem Bein im Formtief stecken, dann will er den versunkenen Fuß schnell wieder rausziehen. Er ist ein Malocher, kein Typ für eine Auszeit. Davon sind Leute, die ihn recht gut kennen, überzeugt. "Der Koch ist einer, der immer wiederkommt", sagte Dynamo-Idol Hans-Jürgen Dörner Mitte Juli einmal, als der Stürmer in der Vorbereitung trotz einiger Treffer bei Loose nicht erste Wahl war. Und wie der Aufstiegsheld seine Nichtnominierung für die Startelf beim Saisonauftakt in Cottbus (1:2) wegsteckte und anschließend aufdrehte, so will er es auch diesmal tun. Hilfe bekommt er dabei von allen Seiten: "Der Trainer unterstützt mich, auch die Spieler reden mit mir und sagen: Komm, du musst wieder Gas geben und als Beispiel vorangehen!"

Ein Vorbild an Einsatz ist Koch immer gewesen, mit seinem riesigen Laufpensum hat er bislang technisch-taktische Defizite ausgeglichen. In der 2. Bundesliga ist das jedoch weitaus schwerer zu bewerkstelligen als eine Etage tiefer. Allein über den Kampf kann man in Deutschlands zweitstärkster Spielklasse keinen Blumentopf gewinnen - das hat auch der Liga-Novize schnell erkannt. "Wir müssen das kämpferische Moment auch mal ins Spielerische umsetzen", nimmt er seine Mannschaftskollegen und sich selbst vor dem Auswärtsspiel am Sonntag bei 1860 München in die Pflicht.

Bis zur Fahrt in die Allianz-Arena möchte er mit den Kameraden weiter an der Feinabstimmung arbeiten: "Wir sollten langsam mal Automatismen reinkriegen. Es muss in Notsituationen jeder Spieler wissen, wo er hinzulaufen hat." Dass Dynamo nicht gut genug für diese Liga sein könnte, das weist Koch weit von sich: "Wir haben schon ein paar Mal gezeigt, dass wir die spielerische Klasse haben." Sie müsse eben nur wieder abgerufen werden.

Koch denkt gern an die Triumphe gegen Leverkusen, Union oder gegen Bochum (2:1) zurück: "Das sind Beispiele, an denen wir uns aufrichten sollten." Gegen Leverkusen habe man scheinbar Unmögliches vollbracht; das Video vom 30. Juli könne der Coach gern noch einmal als Anschauungsunterricht heraussuchen, bevor es nach München geht. Dass es dort ganz schwer wird, weil die "Löwen" zu Hause noch ohne Verlustpunkt sind, schreckt Koch nicht: "Wie ,Sechzig' im Moment zu Hause spielt, das ist schon beeindruckend. Aber wir haben nichts zu verlieren. Vielleicht gelingt es uns mal, lange die Null zu halten und dann zu kontern." Dazu will Koch seinen Beitrag leisten: "Ich muss mich noch mehr ins Spiel einbringen, noch mehr Verantwortung übernehmen und versuchen, auch im torgefährlichen Raum mal aktiv zu werden." Trotz seiner kleinen Formkrise glaubt der einzige Sachse in der Stammelf fest an sich: "Ich bin der Meinung, dass ich in der Liga bestehen kann."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.09.2011

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