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Kanu-Freunde drücken Liebscher und Rauhe die Daumen

Dresdner fiebern mit Kanu-Freunde drücken Liebscher und Rauhe die Daumen

Das erste Olympia-Finale in der Karriere von Tom Liebscher hat daheim viele Kanu-Freunde auf das Gelände am Bootshaus Oehmestraße gelockt. Weggefährten von Liebscher, seine Freundin, aber auch Gäste aus der Stadtpolitik drückten ihm während des Rennens beim Public Viewing fest die Daumen und spendeten anschließend Trost.

Sportbürgermeister Peter Lames (l.) und SSB-Geschäftsführer Robert Baumgarten (2.v.l.) fieberten mit.

Quelle: A. Hofmann

Dresden. Angespannte Gesichter, einige schreien: „Los jetzt, los!“. Doch das Anfeuern und Daumendrücken der Fangemeinde, die sich gestern Nachmittag beim Public Viewing im Kanuclub Dresden an der Oehmestraße zusammengefunden hat, hilft nicht. Vereinsmitglieder, Sponsoren, Vertreter von Politik und Sport verfolgen vor dem großen Fernseher, wie Dresdens Kanu-Ass Tom Liebscher mit seinem Potsdamer Partner Ronny Rauhe nur um einige Zentimeter im K2 über 200 m die ersehnte Medaille verfehlt und Platz fünf belegt. Einen kurzen Moment macht sich Enttäuschung breit, aber dann rühren sich alle Hände zum Applaus. Bernd Spiller, erster Jugendtrainer von Tom Liebscher, gibt zu: „Natürlich wäre eine Medaille schön gewesen, aber die anderen Konkurrenten waren einfach schneller.“

Zugleich findet er auch aufmunternde und tröstende Worte für seinen früheren Schützling: „Trotzdem zeigt sich die gesamte Mannschaft gut vorbereitet. Und Tom hat die Zukunft noch vor sich, zumal ja das Programm für die nächsten olympischen Spiele geändert wird. Das kommt ihm sicher entgegen.“ Heiko Pflanz, stellvertretender Vereinschef, meint: „Sicher wäre Bronze super gewesen. Dennoch ist der fünfte Platz ein gutes Ergebnis. Noch vor fünf oder sechs Jahren hätte hier am Standort keiner von einem Olympiateilnehmer geträumt. Tom hat ja jetzt im Vierer noch eine große Chance, schließlich sitzt er dort mit den frischgebackenen Olympiasiegern Max Rendschmidt und Marcus Groß sowie Weltmeister Max Hoff im Boot. Da will ich die Hymne hören“, fügt er schmunzelnd und mit viel Zuversicht an.

Bernd Metzler, ehemaliger Vereinschef, schätzt ebenfalls ein: „Um Gold ging es ohnehin nicht, dafür waren die anderen zu stark, während unsere beiden Jungs eine durchwachsene Saison erlebt haben. Aber enttäuscht bin ich nicht, denn es war ja wirklich so knapp.“ Unter den Zuschauern ist an diesem Nachmittag auch Tom Liebschers Freundin Julia. „Ich habe es ihm so gegönnt und die Daumen gedrückt“, gesteht sie, aber er habe auch schon sehr angespannt gewirkt. Aber auch sie glaubt, dass am Sonnabend im Vierer die Medaille drin ist. Natürlich treffen sich dann alle Fans und Unterstützer wieder im Bootshaus an der Oehmestraße, um Tom Liebscher, aber auch Steffi Kriegerstein (mit dem K4 der Frauen) die Daumen zu drücken.

Tom selbst fand nach der ersten großen Enttäuschung gestern dann auch schon seinen Kampfgeist wieder. Per Whatsapp schrieb er: „Das Zweier-Rennen war schon nah an unseren 100 Prozent dran. Die anderen waren heute einfach besser drauf. Danach war es schon sehr emotional, weil ich mit und für Ronny schon gern eine Medaille gewonnen hätte. Heute Abend werde ich aber den Fokus auf den Vierer richten und morgen wieder voll da sein.“

Von Astrid Hofmann

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